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Grünes Licht für die Turmsanierung

Limmer. Grünes Licht für die Turmsanierung

Die Sanierungskommission Limmer stimmt den öffentlichen Förderprojekten in der Wasserstadt zu. Allerdings war das Votum nicht unumstritten. Der Conti-Turm soll als Wahrzeichen mindestens 30 Jahre halten.

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Im Zentrum und im Westen des Conti-Areals sind noch letzte Arbeiten für die Bodensanierung zu erledigen. Foto. Schwarzenberger

Quelle: Foto. Schwarzenberger

Hannover. Der Conti-Turm bleibt: Mit der Sanierungskommission Limmer stimmte am vergangenen Montag das erste politische Gremium der fast eine Million Euro teuren Rettungsaktion zu. Das Geld kommt aus dem Sanierungsprogramm Stadtumbau West und wird zu zwei Dritteln vom Land und vom Bund investiert. Das Bauunternehmen Papenburg, das über eine Tochtergesellschaft das Wohngebiet vermarktet, will noch in diesem Jahr Mauerwerk, Stahlkonstruktion und vor allem den markanten Wasserbehälter von 1935 sanieren. Mindestens für 30 Jahre soll der Turm gesichert werden - so lautet eine Zusatzforderung der Kommission.

Unumstritten war das Votum nicht. Die Linke kritisierte, dass Steuergeld investiert wird. Bis zu 933 000 Euro kann Papenburg abrufen. Die Sanierung ist teurer als noch vor wenigen Jahren gedacht; 2008 wurden die Kosten auf rund 650 000 Euro geschätzt. Die Stadtverwaltung hat genauer hingeschaut und die Rechnung angepasst. „Warum kann man Papenburg den Erhalt des Turms nicht zumuten?“, fragte Dirk Machentanz (Die Linke). Weil der Turm zwar denkmalgeschützt, aber dennoch gefährdet ist, erwiderte Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube. Wegen Unwirtschaftlichkeit könnten Eigentümer auch Denkmale abreißen lassen. Der Turm sei auf mögliche Nutzungen geprüft worden. „Kletterturm, Café, Aussichtsplattform - für all das ist er nicht geeignet“, sagte Grube. Einem Abrissantrag von Papenburg sei die Stadt jetzt womöglich zuvorgekommen.

Zum erhaltenswerten Originalzustand des Turms gehört der Continental-Schriftzug auf dem Wasserbehälter. Weil das eine dauerhafte Werbung sei, könne das Unternehmen ja zur Sanierung beitragen, schlug Machentanz vor. Solche Vorstöße habe es bereits gegeben, sagte Grube. „Conti zeigte kein Interesse.“

Ebenfalls noch in diesem Jahr bekommt der Westen des Geländes einen öffentlichen Grünzug. Weil es noch etliche Jahre dauern kann, bis die letzten beiden Bauabschnitte tatsächlich mit Wohngebäuden bestückt werden, wird es eine temporäre Zwischennutzung geben: Die Stadt plant einen Fußweg samt Wiese, der von der Baustraße im Zentrum der Wasserstadt bis zum sogenannten Deutschen Eck führt, also zur Spitze der Halbinsel. An dieser Landzunge soll der Weg in eine Aussichtsplattform münden, mit Bänken und Bäumen. Auch dafür fließt Fördergeld, insgesamt sind 200 000 Euro eingeplant. Die Kommission stimmte mehrheitlich zu.

In diesem Jahr soll endlich das Baurecht für den ersten Bauabschnitt im Osten stehen. Doch bevor auch nur ein Wohnhaus auf der Industriebrache entstehen kann, musste Papenburg Tausende Lastwagenfuhren in Auftrag geben. An vielen Stellen war der Boden mit Rückständen aus der Gummiproduktion belastet und musste ausgetauscht werden. Die jahrelange Bodensanierung geht dem Ende zu. Bauabschnitt eins sei komplett fertig, berichtete Monika Winnecke vom städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, der die Arbeiten überwacht. Durchgehend sei eine 2,20 Meter dicke Erdschicht aufgebracht worden. „Das ist sehr luxuriös.“ Lediglich wenige Reste und eine Fläche rings um die beiden verbliebenen Hallen seien noch nicht geräumt.

Es gibt vieles, das geklärt werden muss, bevor Menschen aufs Gelände ziehen. Ein Verkehrskonzept zum Beispiel, das sich Radwegen und der Lenkung von Verkehrsströmen annimmt. Und das auch beantwortet, wie Limmer - ein Stadtteil, der oft nahe am Verkehrsinfarkt steht - den zusätzlichen Verkehr durch Tausende neue Bewohner verkraften soll.

Längst fordern Kommissionsmitglieder und auch die Bürgerinitiative (BI) Wasserstadt von der Stadt ein solches Konzept. SPD und Grüne plädierten bislang mehrheitlich dafür, dass erst eine Grundsatzfrage geklärt wird: ob die Wunstorfer Straße als Bundesstraße entwidmet werden kann, um den Durchgangsverkehr zu mindern. Diese Forderung gab es 1998 schon einmal vergeblich. Nun hakt die Stadt erneut beim Land nach. „Es gibt keinen Hinweis, ob und wann eine Antwort kommt. Wir sollten jetzt das Konzept angehen“, forderte Kommissionsmitglied Anja Niezel. Das Gremium folgte allerdings dem Vorschlag von Eike Geffers (SPD), mit der Beauftragung der Stadt bis zur nächsten Sitzung im Juni zu warten.

Von Marcel Schwarzenberger

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Limmer in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Limmer trägt seinen Namen vom Castrum Limbere des Grafen Konrad von Roden.
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