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Limmer soll Bundesstraße verlieren

Limmer Limmer soll Bundesstraße verlieren

Verkehrskonzept für Wasserstadt: Der Bezirksrat und Bürgerinitiative wollen die Wunstorfer Straße als B 441 entwidmen. Auch die Sanierungskommission tagt zu diesem Thema.

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Viel Verkehr: Die Wunstorfer Straße mit der Polizeiinspektion West (links). Foto: Dröse

Quelle: Rainer Droese

Hannover. Die Bürgerinitiative (BI) Wasserstadt löst ihr Versprechen ein: Sie will nicht still abwarten, was von Politik, Stadtverwaltung und Investoren zum Neubaugebiet Wasserstadt Limmer beschlossen wird. Die Anwohnerinitiative will zügig auch solche Fragen klären, die nicht direkt mit dem Aussehen der Baufelder zu tun haben. Sie fürchtet, dass Limmer ein vom Kraftverkehr zerteilter und belasteter Stadtteil bleibt und sich das durch den Bau von bis zu 1800 Wohneinheiten im Neubaugebiet verschlimmert. Ein Verkehrskonzept soll rasch aufgelegt werden; das will die BI bei der kommenden Sitzung der Sanierungskommission Limmer beantragen. Sie beginnt am Montag, 15. Februar, um 19 Uhr im Gemeindehaus St. Nikolai an der Sackmannstraße 27. Dann wollen auch die BI-Mitglieder „zahlreich erscheinen“, kündigte BI-Sprecher Uwe Staade an.

Wenn alle Beteiligten sich an den Fahrplan halten, könnte noch in diesem Jahr mit dem Bau der ersten Wohnhäuser in der Wasserstadt Limmer begonnen werden. Derzeit feilen die Stadt und die Investorengesellschaft von Günter Papenburg an den Details zu einem städtebaulichen Rahmenvertrag; der Bebauungsplan für den ersten Bauabschnitt – ganz im Osten des einstigen Conti-Geländes gelegen – soll bald zur Abstimmung in die politischen Gremien gehen. Bis spätestens Herbst könnte dann das Baurecht vorliegen. Insgesamt fünf Bauabschnitte sollen in den kommenden Jahren bebaut werden.

In dem im Herbst abgeschlossenen Bürgerdialog war der zu erwartende Anstieg an Kraftverkehr in Limmer ein wichtiges Thema. Es ging um zusätzliche Busse zur Wasserstadt, und auch über die Verlängerung der Stadtbahnlinie 10 bis zu einem neuen Hochbahnsteig auf dem ehemaligen Conti-Parkplatz – und womöglich bis nach Ahlem – wird nachgedacht. Große Sorgen bereitet aber Stadtteilpolitikern und Anwohnern die Frage, wie Tausende Neubürger mit ihren Autos noch Platz finden sollen im Stadtteil. „Die jetzt schon vorhandene massive Kraftfahrzeugbelastung durch die Bundesstraße 441 und die drohende Verschärfung der Situation im Zusammenhang mit der Bebauung der Wasserstadt sind das zu bewältigende Hauptproblem“, sagte Staade.

Das Thema wird längst auch in der Sanierungskommission und im Bezirksrat Linden-Limmer diskutiert. Letzterer will sich allerdings zunächst auf ein Grundproblem konzentrieren: die seit Langem im Raum stehende und durch die Wasserstadt-Debatte wieder an Fahrt gewinnende Idee, die B?441 zu entwidmen. Nähme man der Wunstorfer Straße ihren Status als Bundesstraße, dann zöge der größte Teil des ortsfremden Berufsverkehrs an Limmer vorbei. Der soll dann über die vergleichsweise üppig ausgebaute Carlo-Schmid-Allee fahren. So weit der Grundgedanke. Den griff der Bezirksrat in seiner jüngsten Sitzung auf. In einem einstimmig verabschiedeten Antrag verlangte das Gremium von der Stadt ein Gutachten darüber, wie und wann die Entwidmung der Wunstorfer Straße als Teil der B 441 erfolgen kann.

Die BI ist dafür, dass die Bundesstraße verlegt wird. Aber sie will keinesfalls mit einem Verkehrskonzept warten, bis die Entwidmung tatsächlich erfolgt ist oder allenfalls ein Gutachten dafür vorliegt. In diesem Punkt gehen die Meinungen von BI und Bezirksrat auseinander, die sich sonst in vielen kritischen Punkten zur Entwicklung der Wasserstadt einig sind. Die Politiker wollen erst das Gutachten, um dann in die Planung eines neuen Verkehrskonzeptes zu gehen. Die Bürgerinitiative möchte dagegen jetzt schon Weichen stellen. Die B 441 ist nur ein Teil dessen, was die BI behandeln möchte. Auch die Anbindung der Wasserstadt an das S-Bahn-Netz sowie Stadtbahntrasse oder schnelle Radwegverbindungen und die Frage der Parkplätze sind im Themenkatalog für ein Verkehrskonzept. Die BI Wasserstadt Limmer plant gemeinsam mit dem Anwaltsplaner Mark Hömke den Workshop „Stadt, Land, Fluss“. In drei Arbeitsgruppen können Interessierte an Fragen zur Entwicklung des Wohngebiets arbeiten. Es geht dabei unter anderem um die Gestaltung von öffentlichen Plätzen und dem Uferpark.

Von Marcel Schwarzenberger

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Limmer in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Limmer trägt seinen Namen vom Castrum Limbere des Grafen Konrad von Roden.
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