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Kunst auf allen Ebenen

Limmer Kunst auf allen Ebenen

Bilder und Musik bis unter die Dachbalken: Die Galeria Lunar-Macher verwandeln ein ganzes Wohnhaus in der Wunstorfer Straße in Limmer in eine Galerie auf Zeit.

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Kunst überall: Selbst unter den Dachbalken sind Bilder aufgehängt.

Quelle: Moers

Hannover. Als die Lindener Galeria Lunar vor einem Jahr schließen musste, zeigte sich die Kunstszene kämpferisch. Mit einem Trauermarsch über die Limmerstraße wurde der Kunstraum symbolisch zu Grabe getragen. Ausgerechnet eine junge, zugezogene Anwohnerin hatte sich über zu viel Kunst-Lärm beschwert. Ein Tiefschlag für die Szene, schließlich hatte die Galeria Lunar quasi als Pionier junge Kunst nach Linden geholt. „Die Galeria Lunar ist tot, es lebe die Galeria Lunar“, kündigte Ausstellungsmacher Nils Schumacher wehrhaft die baldige Wiederauferstehung der Galeria an. Jetzt ist Schumacher zurück, mit einer neuen Ausstellung. Allerdings nicht in Linden und nur für eine begrenzte Zeit. In der Wunstorfer Straße hat er gemeinsam mit sechs Künstlern ein ganzes Wohnhaus in einen Kunstraum verwandelt. Ein spannendes Projekt, dass andeutet, wohin der Kunstwind weht in Hannovers Westen.

„Wenn Limmer das neue Linden ist, ist Marienwerder dann das neue Ahlem?“ Die Besucherin, die mit einem Sektglas die Bilder im Hausflur betrachtet, ist amüsiert über die neue Popularität ihres Stadtteils. Als ob es in Limmer vor dieser Vernissage keine Kunst gegeben hätte, bemerkt sie. „In der Schwanenburg sind regelmäßig klassische Konzerte und demnächst gibt es eine große Ausstellung auf der alten Conti“, erzählt die Bewohnerin aus dem Alten Dorf, die nicht mit dem Namen in der Zeitung auftauchen möchte. Ein Bild hat sie heute schon gekauft. Es heißt „Buddhistische Würmer“. Mit einbrechender Dunkelheit füllt sich das Treppenhaus des sonst unauffälligen Wohnhauses mit Besuchern. Die ganz jungen, trendigen Studenten sind nur einzeln vertreten. Der Altersdurchschnitt liegt irgendwo zwischen 25 und 50. Die Malereien, Zeichnungen und Collagen stammen alle von Künstlern, die bereits in der Galeria Lunar ausgestellt haben. Ralf Bednar, Iris Schmitt, Nils Schumacher und Meike Zopf haben das gesamte Treppenhaus, drei Wohnungen und den Dachboden mit Bildern gepflastert. Es gibt viel zu sehen. Auf dem Dachboden spielt ein dänischer Indie-Musiker sensible Musik.

„Wir wollen zeigen, dass man mit Kunst leben kann“, erklärt Carlett Bosten. Als eine von drei Mieterinnen, die ihre Wohnung als Galerie auf Zeit zur Verfügung stellen, hat sie es sich in ihrem Bett gemütlich gemacht. Auch die Besucher können sich in ihr Bett legen. Von dort hat man den besten Blick auf ein großes abstraktes, blaues Bild. In Bostens Bett wird die Intention der Ausstellung deutlich, die Schumacher in seiner Eröffnungsrede mit einem Zitat aus einem Daniel-Kehlmann-Roman erklärt. „Ich möchte die Kunst in die Mitte der Gegenwart holen und raus aus den Galerien.“ Mit der Ausstellung „raufrunterkunst“ ist ihm das gelungen. Ob die Galeria Lunar nun endgültig Geschichte ist, da ist sich Schumacher noch unklar.

Die Ausstellung „raufrunterkunst“ läuft noch bis Sonnabend, 16. April. Das Haus in der Wunstorfer Straße 21 ist täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Am letzten Tag findet anläss- lich der Finissage von 12 bis 20 Uhr ein Hofflohmarkt statt. Der Eintritt ist kostenlos.

Von Mario Moers

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Limmer in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Limmer trägt seinen Namen vom Castrum Limbere des Grafen Konrad von Roden.
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