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Stadt will 180 Wohnungen an der Kesselstraße bauen

Limmer Stadt will 180 Wohnungen an der Kesselstraße bauen

Nicht nur der Baustart für die Wasserstadt Limmer rückt näher. Auch die Planungen für ein weiteres neues Wohnquartier im Stadtteil werden konkreter: 180 Wohnungen sollen auf dem Grundstück der ehemaligen Kesselfabrik zwischen Kesselstraße und Kirchhöfnerstraße entstehen. 

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Viel freie Fläche: Auf dem Gelände zwischen Kessel- und Kirchhöfnerstraße sollen schon bald sieben Mehrfamilienhäuser und 38 Reihenhäuser entstehen.

Quelle: Alexander Körner

Hannover. Mit der Größe der Wasserstadt, wo bis zu 1800 Wohnungen gebaut werden, lässt sich das geplante Projekt zwar nicht vergleichen. Es bedeute aber, dass in Limmer gezielt neuer, bezahlbarer Wohnraum geschaffen werde, sagt Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube (Grüne). „Das ist sehr zu begrüßen.“ Nach Informationen des Stadt-Anzeigers sollen bis zu zwei Drittel der Wohnungen öffentlich geförderte Mietwohnungen sein. Künftiger Partner des hannoverschen Projektentwicklers Hegu GmbH ist die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover (GBH).

Über die Bebauung des früheren Fabrikgeländes an der Kesselstraße wird bereits seit zweieinhalb Jahren diskutiert. Nun ist der Durchbruch gelungen: Die Stadt hat einen Bebauungsplan vorbereitet, der sich an den Vorstellungen der Hegu orientiert. Gemäß der Vorentwürfe sollen auf dem rund 12 500 Quadratmeter großen, weitgehend brachliegenden Areal sieben Mehrfamilienhäuser mit vier Etagen (bis auf zwei fünfgeschossige Bauten) sowie 38 Reihenhäuser mit zwei bis drei Geschossen errichtet werden. Geplant sind laut städtischer Drucksache „größere Familienwohnungen“ und „kleinere Wohnungen für Singles und Alleinerziehende“. Der größte Teil der Wohnungen und Häuschen soll offenbar vermietet werden. „Die Gesellschaft für Bauen und Wohnen beabsichtigt, den überwiegenden Teil der neu zu errichtenden Wohnungen in ihren Bestand zu nehmen“, heißt es im Antrag der Hegu an die Stadt, der der städtischen Drucksache beigeheftet ist. Auf Anfrage bestätigte die GBH diese Absicht, wollte sich aber nicht konkreter zu dem Gesamtprojekt äußern. Ziel ist offenbar eine soziale Durchmischung des neuen Wohngebiets. Im Innenhof sind zwölf Stadthäuser vorgesehen, die – wie der Stadt-Anzeiger erfuhr – als Eigentum zu erwerben sein sollen.

Wie aus dem Antrag an die Stadt hervorgeht, sollen zudem eine Kindertagesstätte und ein Quartierstreff mit Café für alle Nachbarn auf dem Gelände entstehen. Zudem sind Ladenlokale für Gewerbetreibende oder soziale Einrichtungen geplant. Ein öffentlicher Weg soll die Kessel- mit der Kirchhöfnerstraße verbinden, auch ein öffentlich zugänglicher Platz ist vorgesehen. Im Vorentwurf der Planer ist eine zentrale Tiefgarage mit 126 Stellplätzen ebenso enthalten wie 600 Fahrradstellplätze, hinzu kommen Carsharing-Flächen sowie Parkplätze für Behinderte.

„Das Konzept ist durchdacht und spiegelt den Stadtteil Limmer sehr gut wider“, lobt Grube. Er hofft auf einen baldigen Baubeginn. Auch Eike Geffers, Fraktionschef der SPD im Bezirksrat, ist überzeugt von dem Projekt: „Das ist ganz wunderbar.“ Er betont, dass sich seine Fraktion für die zügige Aufstellung eines auf Wohnen ausgerichteten Bebauungsplanes eingesetzt habe. Derzeit liegt das Gelände im Mischgebiet.
Zunächst wird der Bebauungsplan am 16. November im Bezirksrat Linden-Limmer diskutiert. Danach beschäftigt sich der Bauausschuss des Stadtrats mit dem Projekt. Das Vorhaben soll nach einem sogenannten beschleunigten Verfahren auf den Weg gebracht werden – was möglich ist, wenn der Bebauungsplan sich an konkreten Plänen eines Investors ausrichtet.

Die Kesselstraße ist nach der 1879 von Conrad Engelke gegründeten Kesselfabrik benannt. 1985 kam die Insolvenz, die Engelke Technic GmbH wurde Nachfolgerin des Unternehmens. 2014 entschlossen sich die Eigentümerfamilien, das Industrieareal zu verkaufen. Die Betriebsgebäude der früheren Fabrik sind bereits weitgehend abgerissen. Der Verwaltungsbau aus Backstein, in dem zuletzt die Dekra ein Ausbildungszentrum betrieben hatte, steht leer.

Auf dem Grundstück Kirchhöfnerstraße 15 befindet sich noch ein Wohnhaus. Offenbar laufen Verhandlungen mit den Hausbesitzern über einen Auszug und einen Abriss des Gebäudes. Im Gebäude Kesselstraße 12a, direkt neben dem bisherigen Firmensitz der Engelke GmbH, wohnen noch Mieter. „Es muss sichergestellt sein, dass keiner von ihnen einfach vor die Tür gesetzt wird“, betont Bezirksbürgermeister Grube. Die Hegu GmbH reagierte auf eine entsprechende Anfrage des Stadt-Anzeigers nicht.

Bauboom in Limmer

In Limmer tut sich was. Das Nikolai-Quartier an der Sackmannstraße steht kurz vor der Fertigstellung – dort vermietet der Spar- und Bauverein 33 neue Wohnungen und 13 Reihenhäuser an seine Genossenschaftsmitglieder. Die
22 Reihenhäuser des Quartiers Auengarten an der Brunnenstraße sind längst von den neuen Besitzern bezogen. Und an der Kesselstraße 9 hat eine Eigentümergemeinschaft just 18 neu gebaute Wohnungen mit Leben gefüllt.
Das Projekt, das nun genau gegenüber geplant ist, hat noch eine ganz andere Dimension. 180 Wohneinheiten sollen auf dem Gelände der früheren Kesselfabrik entstehen. Damit wird auf einem bisherigen Industrieareal konsequent Wohnraum geschaffen. Und: Es wird zum überwiegenden Teil Wohnraum sein, den sich nicht nur Besserverdienende leisten können. Die Stadt und die örtliche Politik haben frühzeitig auf dieses Ziel hingearbeitet – und es vergleichsweise schnell erreicht. Nun gibt es einen Projektentwickler und mit der GBH einen erfahrenen Partner, um das Vorhaben zu konkretisieren.
Und der Bauboom in Limmer beginnt ja erst. Mit der Wasserstadt werden in den kommenden Jahren bis zu 1800 Wohnungen hinzukommen. Da tut sich noch eine ganze Menge mehr.

Ein Kommentar von Juliane Kaune

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So schön ist Hannover-Limmer
Limmer in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Limmer trägt seinen Namen vom Castrum Limbere des Grafen Konrad von Roden.
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