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Limmer Uni-Gebäude werden zum Gymnasium
Hannover Aus den Stadtteilen Limmer Uni-Gebäude werden zum Gymnasium
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00:15 27.02.2016
Von Juliane Kaune
Verwaltung und Ratspolitik haben beschlossen, im Westen der Stadt ein neues Gymnasium zu eröffnen. Quelle: dpa
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Hannover

Die Fassaden sind großflächig eingerüstet, und auch im Inneren sind die Bauarbeiter zu Gange: Die ehemaligen Universitätsgebäude an der Wunstorfer Straße werden zurzeit aufwendig saniert und umgebaut. Auf dem Gelände, auf dem früher die Hochschule ansässig war, wird schon zum kommenden Schuljahr der Betrieb des neuen fünfzügigen Gymnasiums Limmer starten - zumindest mit den ersten 150 Schülern. Bis zum Jahr 2024 soll die Schülerzahl schrittweise auf rund 1360 anwachsen. Und für diese Größenordnung werden die drei Bauten auf dem rund 17.000 Quadratmeter großen Grundstück nahe der Fösse schon jetzt fit gemacht.

Hannovers Gymnasien platzen aus allen Nähten, mit dem Neubaugebiet Wasserstadt Limmer wird sich die Situation weiter zuspitzen. Verwaltung und Ratspolitik haben darum beschlossen, im Westen der Stadt ein neues Gymnasium zu eröffnen. Im Sommer 2015 wurde zu diesem Zweck ein Vertrag mit dem Unternehmen Stichweh-Ziehm geschlossen, dem die früheren Uni-Bauten gehören. Der Investor lässt den Gebäudekomplex nun für Schulzwecke umbauen und vermietet ihn dann langfristig an die Stadt. Wie hoch die Summe ist, die in die Altbauten fließt, lässt Remo Ricci, Verwalter der Stichweh-Ziehm-Grundstücksgesellschaft, auf Anfrage des Stadt-Anzeigers offen: „Wir haben Stillschweigen darüber vereinbart.“ Die Höhe des Mietpreises sei ebenfalls „ein vertraulicher Vertragsbestandteil“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.

Die Aufgabe, die die Baufirmen zu bewältigen haben, ist anspruchvoll. Sowohl das markante siebengeschossige Hochhaus im nördlichen Teil des Geländes, als auch die beiden vorgelagerten zweigeschossigen Flachbauten werden so umstrukturiert, dass sie den Ansprüchen des neuen Ganztagsgymnasiums genügen. Zuvor musste Asbest entsorgt werden. „Das war unproblematisch“, betont Ricci. Asbestfasern seien in den ehemaligen Uni-Häusern, die in den Sechzigerjahren errichtet wurden, nur in sehr geringem Maße verbaut worden.

Inzwischen laufen die Fassadenarbeiten, neue Fenster werden eingesetzt, und der Innenausbau geht zügig voran. Im Juni dieses Jahres müssen die Bauarbeiter auch schon wieder aus einem der Gebäude verschwunden sein: In den wwFlachbau, der direkt an der Kurve Wunstorfer Straße/Limmerstraße liegt, werden mit dem Schuljahresbeginn im August die ersten 150 Fünftklässler einziehen - die „Pioniere“ des neuen Gymnasiums. Die Bauarbeiten in dem zweiten Flachbau direkt dahinter laufen trotzdem weiter, ebenso die Arbeiten im Hochhaus. Der weitere Zeitplan ist genau abgesteckt: Alle drei Gebäude, die zusammen eine Nutzfläche von rund 13 500 Quadratmetern bieten, müssen bis zum Sommer 2017 bezugsfertig sein.

Dann nämlich werden zum einen die nächsten 150 Schüler nachrücken - zum anderen folgen etwa 700 Goetheschüler aus Herrenhausen. Für sie wird der Standort in Limmer zu einer Lernstätte auf Zeit: Weil die Goetheschule komplett saniert wird, müssen die Gymnasiasten des dortigen achten bis zwölften Jahrgangs zwei Jahre lang auf das neue Gymnasium im Westen ausweichen. „Zum Schuljahresbeginn 2017/2018 wird genug Platz für die Schüler beider Gymnasien vorhanden sein“, versichert Stadtsprecher Dix. Dann sollen auch die geplante Dreifeld-Sporthalle und die Mensa auf dem ehemaligen Uni-Gelände fertig sein. Die „Pioniere“ des fünften Jahrgangs, die schon in diesem Sommer vor Ort sind, müssen sich noch mit einem Provisorium begnügen: Ein Jahr lang müssen sie auf Sporthallen der umliegenden Schulen ausweichen, und das Mittagessen wird übergangsweise in der Cafeteria serviert.

Fest steht, dass es in dem neuen Gymnasium neben Unterrichts- und Fachräumen auch ausreichend Räume geben wird, in denen die Schüler in Gruppen oder an bestimmten Themen arbeiten können. Fünf dieser sogenannten Differenzierungsräume sind vorgesehen - fast so viele wie an einer IGS, wo es sechs solcher Räume gibt. Das neue Gymnasium zu einer IGS auszubauen, sei aber nicht konkret geplant, erklärt Stadtsprecher Dix. Allerdings bestehe auf dem Gelände die Option für eine Erweiterung, sodass eine IGS dort grundsätzlich umsetzbar wäre. Fest eingeplant sind Pflege- und Therapieräume für eine inklusive Beschulung; das gesamte Gebäude wird barrierefrei konzipiert.

Wie genau das pädagogische Konzept des neuen Ganztagsgymnasium aussehen wird, ist zurzeit noch Thema einer Planungsgruppe unter Federführung der Landesschulbehörde. Die hannoverschen Schulpolitiker hatten sich eine „innovative Reformschule“ gewünscht.

Ein Anmeldetermin für die fünften Klassen, die am Gymnasium Limmer starten, steht schon fest: Am 30. und 31. Mai nimmt die Albert-Schweitzer-Schule Anmeldungen kommissarisch unter Telefon 168-428 98 entgegen.

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