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Limmer Wird das Fössebad zur „Wettkampfarena“?
Hannover Aus den Stadtteilen Limmer Wird das Fössebad zur „Wettkampfarena“?
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02:15 28.05.2016
Von Juliane Kaune
„Das Fössebad bleibt Stadtteilbad“: Dezernentin Konstanze Beckedorf. Quelle: Samantha Franson
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Limmer

Sie haben Bedenken, nachdem bekannt wurde, dass die Anlage in der Liepmannstraße aufwendig saniert oder ganz neu gebaut werden soll. Bei einer Informationsveranstaltung, zu der auch die zuständige Dezernentin Konstanze Beckedorf ins Freizeitheim Linden gekommen war, stellten Vertreter der Stadt und das von ihr beauftragte Planungsbüro Bürgern das neue Gutachten zum Fössebad vor. Das Interesse hielt sich allerdings in Grenzen: Nur gut 20 Zuhörer nahmen auf den rund 140 bereitgestellten Stühlen Platz.

Wie berichtet, sind nach einer Machbarkeitsstudie des Büros Krieger Architekten mehrere Varianten für die Zukunft des Fössebades denkbar. Dazu zählen ein Neubau mit 50-Meter-Hallenbecken und Sauna für rund 25 Millionen Euro, eine saunalose Alternative, die 23,2 Millionen Euro kosten würde, und ein Neubau mit 25-Meter-Becken ohne Sauna für 19,8 Millionen Euro. Mit 20 Millionen Euro würde eine Grundsanierung des Bades fast ebenso teuer wie die günstigste Neubauvariante. Die Wahrscheinlichkeit, das neu gebaut wird, ist daher hoch, eine Entscheidung aber noch nicht gefallen.

Planungen gehen an Kindern vorbei

„Wir befüchten, dass das Fössebad zu einer Wettkampfarena ausgebaut wird und kein Platz mehr für Familien bleibt“, kommentierte eine Zuhörerin die vorgestellten Pläne. Ähnlich argumentierte Fössebad-Nutzer Stefan Hennigsen: „Seit 2012 ist das Freibad gesperrt, viele Kinder würden dort gern wieder schwimmen. Es ist aber immer nur vom Hallenbad die Rede - die Planungen gehen an den Kids vorbei.“

Dezernentin Beckedorf versicherte, dass das Fössebad seinen Charakter als „Bad für die Stadtteilbevölkerung“ auch in Zukunft behalten werde - dazu gehöre auch das Freibad. Weil es in Hannover sonst nur noch im Stadionbad ein Hallenbecken mit 50-Meter-Bahnen gibt, werde auch über eine solche Variante für das Fössebad nachgedacht. Das Hallenbad solle aber keineswegs nur für das Vereinstraining zur Verfügung stehen, sondern auch für den Schulsport, Kita-Gruppen und gesundheitsbewusste Schwimmer.

Nach der Sommerpause geht es weiter

„Das Freibad wurde nicht vergessen“, betonte Heiko Zapke von der Bäderverwaltung. Nach dem vorläufigen Stand der Planungen sei es mit 500 Quadratmetern Wasserfläche aber kleiner als bisher, räumte er ein. Nach wie vor werde es in dem 25-Meter-Becken einen Bereich für Schwimmer- und Nichtschwimmer sowie ein Planschbecken geben. Beckedorf betonte, dass Bürger sich noch an den Planungen beteiligen könnten.

Zu diesem Zweck hatte die Stadt bei der Veranstaltung im Freizeitheim eigens farbige Kärtchen ausgegeben, auf denen Wünsche notiert und anschließend in eine Box geworfen werden konnten. Die wenigen Anwesenden machten davon rege Gebrauch. Die Anregungen würden weitergegeben, sagte die Dezernentin. Nach der Sommerpause will die Stadt dann eine Beschlussdrucksache vorlegen, in der sie sich für eine der Fössebad-Varianten ausspricht. Die Entscheidung liegt bei der Ratspolitik.

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