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200 Anwohner besetzen Lindener Marktplatz

Linden-Mitte 200 Anwohner besetzen Lindener Marktplatz

Rund 200 Bewohner aus dem Stadtteil haben am Wochenende den Platz vor dem Lindener Rathaus in Beschlag genommen. Nachdem der Markt dort zu Ende war, haben sie mit vielen kreativen Aktivitäten verhindert, dass die Fläche sofort wieder zugeparkt wird.

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Parkfläche als Raum für Freizeitaktivitäten: Die Aktivisten wollen den Lindener Marktplatz frei von Autos haben.

Quelle: Christian Link

Linden. Nach dem Wochenmarkt kehrt auf dem Lindener Marktplatz für gewöhnlich der Alltag wieder ein. Das Ritual ist stets dasselbe: Sobald die Händler ihre Stände abgebaut und den Platz geräumt haben, kommt die Straßenreinigung. Und ab 15 Uhr, wenn das Parkverbot während des Marktgeschehens wieder aufgehoben ist, füllt sich die nördliche Platzhälfte aufs Neue mit parkenden Autos – nicht aber am vergangenen Sonnabend. Dutzende Lindener störten die Routine, indem sie vorm Eintreffen der ersten Fahrzeuge den gesamten Marktplatz einschließlich der Stellflächen besetzten.

Keine offizielle Veranstaltung

Noch bevor die Aha-Kehrmaschine eintrifft, machen die Aktivisten ihren Anspruch auf den Marktplatz deutlich, indem sie mit weißer Farbe ein riesiges Fahrradsymbol auf den Boden pinseln, dessen Vorderrad einmal genau den Nachtwächterbrunnen umkreist. Während am Brunnen noch gemalt wird, breiten sich Dutzende Teilnehmer auf dem Bereich weiter nördlich aus: Sie stellen etwa Campingstühle samt Tisch und Schachbrett auf, bauen Aktionsstände zusammen, blasen Luftballons auf oder tragen hölzerne Automodelle auf den Platz, die anschließend von Kindern bemalt werden. Auf dem Parkplatzbereich haben auch Jenk und seine beiden Töchter Malina (8) und Naomi (4) ihre Picknickdecken ausgebreitet. „Wir machen es uns gemütlich und probieren das neue Racketball aus“, sagt Jenk. Dass sie dort spielen können, wo ansonsten Autos parken, macht allen besonders viel Spaß.

Das Motto der nicht angemeldeten Aktion, an der rund 200 Lindener teilnahmen, lautet „Park(ing) Day Hannover - Aus Parkraum wird Lebensraum“. Einen offiziellen Veranstalter gibt es für der Aktion zwar nicht. Dafür ist sie aber sehr liebevoll vorbereitet worden.

Lieber Bänke statt Autos

„Der Lindener Marktplatz ist einer der schönsten Plätze Lindens, aber hier stehen die ganze Woche Autos rum - das kann eigentlich nicht sein“, sagt ein Mitglied des inoffiziellen Veranstalterteams, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte und sich selber „Bert“ nennt. Es sei unverständlich, dass etwa der Pfarrlandplatz in Linden-Nord autofrei sei, der Marktplatz in Linden-Mitte aber zum Parken genutzt werden darf. „Man sieht: Die Leute kommen hierher und wollen sich den Platz aneignen“, sagt Bert und fordert den Wegfall der Stellflächen. „Man könnte hier vielleicht einfach mal ein paar Bänke hinstellen, damit man sich auch hinsetzen kann.“

„Die Stadt ist für die Menschen da, nicht für das tote Blech, das hier rumsteht“, meint auch Aktivist Thomas aus Linden. Parkplätze für Autos gebe es überall, in jeder Straße seien Stellflächen eingerichtet. „Wir brauchen Lebensraum, damit sich die Menschen auch irgendwo treffen können“, sagt er. Dass durch den Wegfall der Martkplatz-Stellflächen der Parkdruck in Linden-Mitte zu groß werden könnte, befürchten die Aktivisten nicht. „Ich wünsche mir, dass auf dem Marktplatz gar nicht mehr geparkt wird - und wir haben sogar zwei Autos“, sagt Jule Kühnel, die in der Nähe wohnt.

Laut einem Transparent sind Nachfolgeaktionen unter dem Motto „Platz da!“ am 4. und 18. Juni geplant.

Von Christian Link

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Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
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