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Abgeschiedenheit mitten in Linden

"Bestside Linden" Abgeschiedenheit mitten in Linden

An der Kirchstraße entsteht derzeit die Luxus-Wohnanlage "Bestside Linden". Acht hochpreisige Eigentumswohnungen sollen bis zum Winter fertig sein. Doch das Bauprojekt sorgt nicht überall für Begeisterung.

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Buntglasfenster werden restauriert

Bauen und Wohnen in ruhiger Abgeschiedenheit: Der Rohbau am Von-Alten-Garten steht. Fertig soll das Gebäude aussehen wie auf diesem Computerbild.

Quelle: Schwarzenberg

Hannover. Gäbe es das alte Lindener Schloss noch, seine Bewohner wären direkte Nachbarn der luxuriösen Wohnanlage „Bestside Linden“, die derzeit an der Kirchstraße 17a entsteht. Der Projekttitel lässt sich in etwa mit „Lindens schönster Seite“ übersetzen - der Investor, die Helma Wohnungsbau GmbH, wirbt mit der Nähe zum Von-Alten-Garten. Acht hochpreisige Eigentumswohnungen sollen bis zum Winter fertig sein; das Richtfest im privaten Rahmen ist für Mitte August geplant. Für Lindener Verhältnisse muten die Preise von 310 500 bis 843 600 Euro enorm an. Im Stadtteil gab es deshalb im vorigen Jahr auch Kritik an dem Vorhaben. Die seit Jahren umgehende Angst vor einer Gentrifizierung mündete in einer kurzen Besetzung des Grundstücks.

Doch der Bau wächst und der Plan der Baufirma geht längst auf: Nur noch eine Wohnung ist noch zu haben. Es ist mit 72 Quadratmetern eine der beiden kleinsten Wohneinheiten. Die größeren Maisonette- und Penthousewohnungen, großzügige Terrassen inklusive, sind schon verkauft. Der Vertrieb sei zügig vorangeschritten, sagte Marketingmitarbeiterin Anja Heinrich. Die Lage, im Verbund mit einem zwar kleinen, dafür exklusiven Angebot, habe das Ihrige getan. „Es gibt viel Privatsphäre und Abgeschiedenheit vom Lindener Trubel, dennoch liegt das Grundstück zentral“, sagte Heinrich. Unter sich sein und dennoch das Leben im lebendigen Stadtteil genießen können - das ist ein Kaufargument.

Helma baute auch in anderen Stadtteilen

Seit der Unternehmensgründer Karl-Heinz Maerzke 1980 mit Helma am Markt ist, entwickelt die Lehrter Firma attraktive Grundstücke, die zusammen mit Massivhäusern an Bauherren verkauft werden. Helma baute unter anderem in Anderten, Misburg, Kirchrode und Badenstedt. Und hat sich mit einem Baugrundstück am Hohen Ufer, zwischen der neuen Volkshochschule und dem Historischen Museum, ein Filetstück in der City gesichert. Dort entsteht derzeit ebenfalls ein Wohnhaus. Generell vergleichbar seien die Standorte in der Innenstadt und in Linden aber nicht, sagte Heinrich. Das Grundstück am Hohen Ufer sei viel exponierter gelegen. Linden sei dagegen eher „persönlich“. So etwas habe Seltenheitswert. Genießen werden das Käufer, die speziell in Linden und Umgebung nach hochwertigem Wohnraum suchten.

Luxus stößt nicht auf Gegenliebe

Der Luxus, der im Helma-Projekt steckt, stößt in Linden nicht nur auf Gegenliebe. Im Oktober vorigen Jahres besetzten mehrere Aktivisten das Grundstück. Damals stand dort noch eine Villa aus den Sechzigerjahren. Die Fläche gehörte bereits Helma; das Unternehmen hatte einen Architektenwettbewerb abgeschlossen und sein Konzept verkündet. Die seit Langem leer stehende Villa sollte dem Neubau weichen. Nicht Abriss und Neubau an sich hätten sie kritisieren wollen, ließen die Aktivisten später über die linke Medienseite ,,Indymedia“ verlauten, „sondern den wiederholten Bau von Luxuswohnungen, der am Bedarf der meisten Menschen im Stadtteil vorbei geht“. Beifall gab es von den Gentrifzierungsgegnern der hannoverschen Kampagne Ahoi. In den vergangenen Jahren waren etliche Gebäude von Besetzungen, zerschlagenen Fenstern und Farbanschlägen betroffen; unter anderem die Stephanus-Villa, ein Wohn- und Geschäftshaus an der Limmerstraße, ein Biomarkt und ein Eiscafé.

Historisch gesehen ist das Grundstück ein Standort für luxuriöse Bauvorhaben. Immerhin barg der Von-Alten-Garten einst ein Rittergut der Familien von Alten und von Platen. Seit 1702 stand dort ein Schloss aus Holz. Die Familie von Alten trat den Garten lange nach dem Zweiten Weltkrieg an die Stadt ab, die einen öffentlichen Park einrichtete, aber auch die Integrierte Gesamtschule Linden, einen Kindergarten und den Spielpark Linden bauen ließ. Da gab es das Schloss schon lange nicht mehr, es brannte 1945 nach einem Bombentreffer ab.

Von Marcel Schwarzenberger

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Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
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