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Linden Adel Ali kümmert sich um verwaisten Kiosk
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Adel Ali kümmert sich um verwaisten Kiosk
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02:15 23.04.2016
„Die Leute hier sind alle super nett“: Adel Ali gefällt’s in der Noltestraße. Quelle: Christian Link
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Nach dem plötzlichen Tod von Kioskbesitzer Dündar Dogay im August vergangenen Jahres hat sein Laden in der Noltestraße seit Frühjahr einen neuen Betreiber. „Die Geschichte hat mich sehr bewegt, deswegen habe ich den Kiosk übernommen, obwohl ich gar nicht nach einem neuen Geschäft gesucht habe“, sagt Adel Ali, der vielen Lindenern durch seinen Kiosk am Lindener Markt (Egestorffstraße 1) bekannt ist.

Zunächst habe ihn ein Stammkunde auf den leer stehenden Kiosk in der Noltestraße angesprochen. „Da habe ich mich aber noch nicht darum gekümmert, schließlich gibt es so viele Standorte, wo man einen Kiosk aufmachen könnte“, sagt Ali. Erst als die Tochter des Verstorbenen persönlich bei Ali vorbeischaute, dachte er ernsthaft über ein Engagement nach.

Seit März hat der Kiosk in der Noltestraße wieder geöffnet - und ist kaum wieder zu erkennen. „Ich musste hier wirklich viel machen“, sagt Ali. Zur Renovierung gehörte zunächst der Einbau einer Eingangstür für die Kunden. „Vorher konnte man nicht in den Laden reinkommen, außerdem waren hier nur zwei alte Kühlschränke und ein paar Regale.“

Inzwischen ähnelt der Kiosk einem kleinen Supermarkt. Wie schon am Lindener Marktplatz setzt Ali auch in der Noltestraße auf ein umfangreiches Angebot, das neben dem üblichen Kiosksortiment auch Lebensmittel und wichtige Haushaltsartikel wie Toilettenpapier oder Spülmittel beinhaltet. „Das ist sehr aufwendig und kostet viel Energie, aber es lohnt sich“, sagt Ali.

Nicht nur der Umbau machte dem neuen Betreiber viel Mühe. „Im Lager standen gut hundert volle Kästen mit Oettinger-Bier - und das Mindesthaltbarkeitsdatum war abgelaufen“, berichtet Ali. Weil die Kästen in der von ihm gezahlten Ablöse enthalten waren und er zumindest nicht auf das Pfand verzichten wollte, öffnete er jede Flasche einzeln und kippte den Inhalt im Spülbecken aus. Wie lange die Aktion dauerte, kann er zwar nicht sagen. Laut Berechnungen des Stadt-Anzeigers dürfte er aber mindestens viereinhalb Stunden dafür benötigt haben.

Ali ist schon jetzt sehr glücklich in der Noltestraße. „Eigentlich habe ich gedacht, ich brauche drei bis vier Monate, bis der Laden läuft“, sagt er, „aber hier ging es gleich am ersten Tag gut los“. Auf die Verkaufszahlen achte er zunächst jedoch noch nicht. „Die Kunden sollen erst mal zufrieden sein.“

Seinen Vorgänger Dündar Dogay hat Ali zwar nie getroffen. „Aber ich habe viel Respekt vor ihm. Es gibt so viele Menschen, die nur gut über ihn reden“, sagt er und sieht seinen Vorgänger auch als Vorbild. „Ich hoffe, die Leute sprechen auch mal so gut über mich.“

Von Christian Link

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