Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Alexander Jonischkies zeigt Collagen

Meister der Pappen Alexander Jonischkies zeigt Collagen

Der renommierte Maler Alexander Jonischkies zeigt Collagen auf dem Lindener Berg. Bis zum 12. August zeigt eine Ausstellung im Küchengartenpavillon das Spätwerk des Künstlers.

Voriger Artikel
Parken auf der Faustwiese soll ein Ende haben
Nächster Artikel
So schick ist das neue Apollo-Kino

Der renommierte Maler Alexander Jonischkies zeigt Collagen auf dem Lindener Berg.

Quelle: Tobias Frei

Hannover. Wenn blau bedruckte Pappe reißt, entsteht ein Meer. Im Blick des Betrachters könnte das weiße Papier, was unter der Farbschicht zum Vorschein kommt, auch heller Rauch sein, oder ein Horizont. Die Collagen Alexander Jonischkies’ kennen nicht die eine, richtige Interpretation. Und doch weckt jede der Kompositionen aus Pappe und Papierfetzen unweigerlich Assoziationen im Kopf des Betrachters. Bis zum 12. August zeigt eine Ausstellung im Küchengartenpavillon das Spätwerk des renommierten Malers.

Jonischkies feiert 90. Geburtstag

Eigentlich arbeitet Alexander Jonischkies mit Weiß. 40 Jahre lang hat der Künstler weiße Reliefs aus Holz, mit Vertiefungen, Wölbungen oder Einschnitten hergestellt. Die als „Modulationen“ bekannten Bilder brachten ihm überregional Anerkennung ein, sie wurden sein Markenzeichen. In diesem Jahr ist der aus Ostpreußen stammende und in Linden lebende Maler 90 Jahre geworden.

Meister der Pappen

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. August im Küchengartenpavillon, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag, Freitag und Sonntag von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Seit einiger Zeit beschäftigt er sich bereits mit den Collagen, die quasi sein Spätwerk bilden. In der Tradition des Neuen Realismus fügt Jonischkies im Alltag aufgelesene Papierfetzen, Wellpappe und Karton zu vordergründig abstrakten Bildern zusammen. Zur Ausstellungseröffnung sprach Künstlerkollege Klaus Kowalski, emeritierter Professor für Bildende Kunst an der Leibniz-Universität, von der „außerordentlichen Gabe des Komponierens“ die Jonischkies entwickelt habe. Das „beziehungsreiche Aneinanderfügen von Alltagsabfällen“ erinnere an die Collagen von Kurt Schwitters. Tatsächlich wirken die ausgestellten Arbeiten allerdings beinahe kontemplativ im Vergleich zu den wilderen Schwitters-Papierwerken. Obwohl es durchaus scharfe Kanten, überlappende Ebenen und viel Zerrissenes zu sehen gibt, wirken die Bilder durch die ausgewogene Komposition doch nicht aufgeregt.

Alle haben "abstrakte Bilder gemalt"

„In einigen Bildern ist der Übergang von den ungegenständlichen Modulationen zu den Assoziationen hervorrufenden Collagen erkennbar“, erkennt Kowalski eine Verbindung in Jonischkies Vergangenheit. Geboren 1926 in Ostpreußen kam Jonischkies nach dem Weltkrieg nach Hannover. Nach dem Besuch der Werkkunstschule in Herrenhausen arbeitete er zuerst als Maler. „Damals haben rundherum alle abstrakte Bilder gemalt. Da habe ich mir gesagt, ich mache etwas anderes“, erinnert er sich. Ein Aha-Erlebnis bei der Malerarbeit in einer großen Schreinerei brachte ihn schließlich auf die „Modulationen“: „Ich sah dort Holzplatten mit Schnitten liegen. Ich bin hin und habe weiße Farbe darauf gemalt, da wusste ich: das ist es“, erzählt Jonischkies von dem Moment, der sein Werk maßgeblich prägen sollte. Altersbedingt arbeitet Jonischkies heute lieber mit der gefundenen Pappe, als an den mitunter schweren weißen Holzarbeiten. An ein Aufhören kann er dennoch nicht denken. „Ich muss etwas tun“, sagt der Künstler.

Von Mario Moers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Linden
So schön ist Hannover-Linden

Das Ihme-Zentrum hat viele Facetten, hinter seiner grauen Kulisse verbergen sich Geschichten aus vergangener Kinderzeit, Heimatliebe und Zukunftsträumen. In unserer multimedialen Reportage nehmen wir Sie mit zu einem interaktiven Besuch vor Ort. So haben Sie das Ihme-Zentrum noch nie gesehen – versprochen.

Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
Aus der Region
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.