Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Linden Sind die Erstsemester in Linden zu laut?
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Sind die Erstsemester in Linden zu laut?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 25.10.2015
Von Bärbel Hilbig
Keine Party, sondern Protest: Die AStA-Aktion für mehr Wohnraum. Quelle: Bank
Anzeige
Hannover

Für Studenten, die neu nach Hannover kommen, ist es eine schöne Sache: Viele Fachschaften organisieren für die Erstsemester Stadtführungen oder Schnitzeljagden über den Campus. In einem offenen Brief an die Studentenvertretung AStA kritisieren Anwohner jetzt allerdings, dass inzwischen oft auch ausufernde Kiosk- und Kneipentouren durch Linden auf dem Programm stehen. Auf den abendlichen Expeditionen bringen ältere Studenten den Anfängern das beliebte Szeneviertel näher – inklusive Besäufnis, lautstarkem Grölen und Pinkeln in Hauseingängen.

Als Anwohner fühle man sich wie ein „Statist in einem Erlebnispark“, beklagt Norbert Wolf stellvertretend für etliche Nachbarn aus Linden-Nord in dem Brief. Er berichtet von weitverstreuten Scherben sowie Uringestank und kritisiert rücksichtslosen Lärm bis zum frühen Morgen. Die Anwohner, die am Schlaf gehindert würden, seien zunehmend genervt. Vereinzelt sollen Nachbarn bereits zur Selbsthilfe gegriffen und Kaltwasserladungen aus den Fenstern gekippt oder den Feiernden Prügel angedroht haben. Wolf spricht von „asozialem Verhalten“ der Studenten und davon, dass „Teile der feierwütigen zukünftigen Akademikerelite meinen, sich so oft sie wollen ungehemmt daneben benehmen zu können“. Die Anwohner hoffen, dass zukünftig nicht mehr „mutwillig Hunderte von Erstsemestern extra nach Linden“ geführt würden.

Der AStA hat die Beschwerde an die Fachschaften weitergeleitet. „Wir finden natürlich auch, dass einige Sauf­rituale von Fachschaften fragwürdig sind“, sagt AStA-Referent Bodo Steffen.Manche Einführungsveranstaltungen seien mit dem Konsum von viel Alkohol verbunden. „Und das gerade in Zeiten, in denen die Studienanfänger immer jünger werden.“ Auch in der Nordstadt seien eine Woche lang lauter betrunkene Studenten zu sehen gewesen.

Demo für preiswerten Wohnraum

Der AStA selbst hat jedoch Mittwoch eine Nachttanzdemo für preiswerten Wohnraum mit rund 400 Teilnehmern veranstaltet, die von 20 bis 23 Uhr durch Nordstadt und Linden führte. Die Polizei verhängte im Vorfeld ein Alkoholverbot, das allerdings gerichtlich gekippt wurde. Mit einer Erstsemestertour sei die Demonstration nicht zu verwechseln, betont AStA-Referent Steffen. „Es ging darum, ein politisches Anliegen zu vertreten. Und niemand hat sich daneben benommen.“ Zahlreiche Anwohner kritisierten jedoch den Lärm der Demo zu später Stunde.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Unbekannter hat eine Schaukel unter die Justus-Garten-Brücke beim Strandleben in Linden-Nord gehängt. Doch sie wird nicht von Dauer sein: Die Stadt will sie entfernen lassen.

25.10.2015

Fotojournalismus-Studenten haben das Leben in Linden festgehalten. Die Ausstellung zählt zu den Höhepunkten im Jubiläumsjahr.

25.10.2015

Um Graffiti und etablierte Kunst in Linden ging es bei der Veranstaltungsreihe „Kunst umgehen“ des Kulturbüros der Stadt Hannover. Etwa zwanzig Besucher hatten sich zu dem Rundgang unter Führung des Kulturwissenschaftlers Thomas Kaestle auf dem Küchengartenplatz eingefunden.

25.10.2015
Anzeige