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Bewegung im Ihme-Zentrum

Linden-Mitte Bewegung im Ihme-Zentrum

Erfolgreiches Crowdfunding, Filmdreh, positive Händlerstimmen und Pläne des Bezirksrats: Das Engagement für das Ihme-Zentrum ist derzeit groß.

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Aufbruchsstimmung in Licht gebannt: Im vergangenen Jahr illuminierte das Projekt „Ihme-Vision“ einen Teil des riesigen Komplexes künstlerisch. 

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Ging es in den vergangenen Jahren um das Ihme-Zentrum, dann herrschten vor: Sorge um den Ladenleerstand, Stillstand beim Umbau, Frust und Bangigkeit bei Bewohnern und Nachbarn. Jetzt scheint es, als würde der Siebzigerjahre-Komplex von Filmemachern, Politikern und Händlern in einem neuen Licht betrachtet. Wahrzeichen für eine städtebauliche Utopie, Sanierungsgebiet und Wirtschaftsstandort mit Potenzial - das sind die Begriffe, mit denen das Ihme-Zentrum neuerdings belegt wird.

Filmdreh: Constantin Alexander startete im Dezember seine Crowdfunding-Kampagne für einen Dokumentarfilm über das Ihme-Zentrum. Sie läuft noch bis Ende Januar auf der Plattform Startnext und hat bereits ihr Ziel erreicht. Mehr als 8000 Euro hat der Politikwissenschaftler und Nachhaltigkeitsberater Alexander für sein Projekt gesammelt. Rund 200 Unterstützer wollen bislang sehen, was der Filmemacher über das Zentrum zu berichten hat. Alexander wohnt im Komplex, für ihn sei das Ihme-Zentrum keine „gescheiterte Utopie“, sondern Heimat für Tausende Menschen, wie er betont. Und es hat in seinen Augen viel Potenzial - das derzeit angesichts vieler Neubelebungsversuche für die Gewerbeflächen allerdings brachliegt. Gemeinsam mit dem Produzenten Hendrik Millauer und der Grafikdesignerin Corinna Lorenz will Alexander per Filmdreh der Betonburg ein besseres Image verleihen. Es passt zu einer anderen Aktivität von ihm; Alexander führt dann und wann Besuchergruppen durch das Ihme-Zentrum.

Sanierungsgebiet: Linden-Nord und Linden-Süd haben bereits vor einigen Jahrzehnten eine Phase als Sanierungsgebiet erlebt. In Linden-Mitte könnte das Ihme-Zentrum nun ein eigenes Sanierungsgebiet werden. Das jedenfalls ist ein Vorschlag der Grünen im Bezirksrat Linden-Limmer. Die Stadt, so eine Forderung in einem jüngst vorgelegten Antrag, solle Voruntersuchungen einleiten. Anderenfalls könnte der Komplex endgültig zur „Spekulationsruine“ verkommen, sagte Grünen-Fraktionschef Daniel Gardemin in der letzten Bezirksratssitzung. Mit einem von Bund und Land geförderten Sanierungsprogramm - unter Einbindung des Eigentümers - könnte die Wiederbelebung rascher erfolgen. So sehen es jedenfalls die Grünen. Bei den Bewohnern kam diese Idee indes nicht so gut an. „Das wollen wir nicht, das klingt so nach Mühlenberg“, sagte Thomas Ganskow, Sprecher der Bewohnerinitiative Linden/Ihme-Zentrum (Bliz). Mühlenberg trägt schwer an seinem Image als sozial schwieriger Stadtteil - und ist seit vorigem Jahr ein Sanierungsgebiet. Es müssten andere Wege gefunden werden, meint Ganskow. Die Bemühungen Alexanders seien da schon besser.

Auch die Linke-Fraktion legte einen Vorschlag auf den Tisch. Demnach soll die Stadt einen Runden Tisch initiieren. Nach dem Vorbild eines solchen Gremiums für das Neubaugebiet Wasserstadt Limmer sollen Investoren, Verwalter, Bewohner, Mieter und andere Akteure gemeinsam über wichtige Weichenstellungen reden. „Das sehen wir positiv, denn das Ihme-Zentrum ist eine Sache des ganzen Stadtteils“, sagte Ganskow. „Eine städtebauliche Sanierung ist die einzige Möglichkeit für die Verwaltung, gegenüber dem Investor auch etwas bewegen zu können“, hielt Gardemin dagegen. Auch die SPD zeigte sich skeptisch und zog gleich beide Anträge zur Beratung in die Fraktionen. Sie werden in der kommenden Sitzung am Mittwoch, 3. Februar, erneut vorgelegt.

Wirtschaftsstandort: Wie im Hauptteil dieser Zeitung berichtet, sehen manche Händler das Ihme-Zentrum wieder in einem Aufwind. Möglicherweise kann der neue Eigentümer Handelsketten wie Edeka für einen Einzug in die Immobilie begeistern. Handelsflächen und Ladenpassage sollen modernisiert und mit neuem Leben erfüllt werden - bislang waren mehrere Investoren mit diesem Vorhaben gescheitert. Derzeit laufen Verhandlungen, in die Gewerbeinteressenten und die Stadtverwaltung eingebunden sind. Demnach will der Eigentümer, eine Tochter der Berliner Firma Intown, in einigen Wochen ein neues Konzept vorlegen.

Eine wichtige Weichenstellung steht Ende 2016 an: Dann wollen die Stadtwerke entscheiden, ob sie im Ihme-Zentrum bleiben.

Von Marcel Schwarzenberger

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Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
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