Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Gewitter

Navigation:
Ärger über Hochbahnsteige auf der Limmerstraße

Entscheidungen ignoriert Ärger über Hochbahnsteige auf der Limmerstraße

Der Bezirksrat Linden-Limmer fühlt sich bei der Entscheidung zu den drei neuen Hochbahnsteigen in Linden übergangen. In vorherigen Sitzungen hatte der Bezirksrat anders entschieden. Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube hält solch ein Handeln für das falsche Signal. 

Voriger Artikel
Kinder erkunden Lindener Rathaus mit Taschenlampen
Nächster Artikel
Bürgersteig sackt ein – Paketwagen steckt fest

Hannover, Haltestelle Am Küchengarten ; (Foto: Christian Behrens)

Quelle: Christian Behrens

Linden.  Auf der Limmerstraße, Lindens Einkaufs- und Partymeile, werden drei Hochbahnsteige gebaut – das hat der Verkehrsausschuss der Region kürzlich beschlossen. Der Unmut im Bezirksrat Linden-Limmer ist groß, denn die künftigen Standorte der Betonbarrieren decken sich mit den Plänen, die die Regionsverwaltung bereits vor sechs Jahren auf den Tisch gelegt hat. Dazwischen lagen etliche Debatten im Bezirksrat und zwei Runde Tische, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigten. „Es kann nicht sein, dass diese Gremien einfach überstimmt werden“, sagt Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube. In Sachen Bürgerbeteiligung sei der Beschluss der Regionspolitik das falsche Signal.

Einstimmiger Beschluss

Die drei Hochbahnsteige sollen jetzt auf einstimmigen Wunsch der Regionspolitik an folgenden Orten auf der Limmerstraße errichtet werden: Die Haltestelle Ungerstraße verlagert sich weiter Richtung stadtauswärts und soll vor dem Freizeitheim Linden entstehen. Der Haltepunkt Leinausstraße rückt ebenfalls ein Stück Richtung Westen und soll zwischen Sparkasse und Supermarkt gebaut werden. Die Haltestelle Am Küchengarten bleibt in etwa bestehen. Der Hochbahnsteig wird vor dem Rewe-Supermarkt aufgestellt.

Im Bezirksrat herrscht Unverständnis. Grünen-Fraktionschef Daniel Gardemin kritisiert, dass der mehrheitliche Beschluss des Bezirksrats zum Standort Leinausstraße völlig ignoriert wurde. „Es gab keine Rückkopplung mit uns“, sagt Gardemin. Mit breiter Mehrheit hatte der Bezirksrat beschlossen, dass ein Hochbahnsteig nicht an der schmalsten Stelle der Limmerstraße entstehen sollte, sondern weiter stadtauswärts in Höhe der Einmündung zum Kötnerholzweg. „Dort bliebe viel mehr Platz“, sagt Gardemin. Er wundert sich zudem, dass der Bezirksrat bisher nicht über die Haltepunkte Ungerstraße und Am Küchengarten diskutieren durfte. 

Parteien in Ausschuss und Rat uneinig

Auch die Linke empfindet den neuen Hochbahnsteig im Fußgängerbereich der Limmerstraße als „katastrophal“. „Der Verkehrsausschuss der Region setzt sich über uns hinweg“, sagt Pia Fiedler von den Linken. Kurios sei, dass die Grünen in der Regionsversammlung gegen ihre eigenen Leute im Bezirksrat votieren. Das gilt nicht nur für die Grünen. Auch die CDU im Bezirksrat ist anderer Meinung als die Christdemokraten im Regionsparlament. „Der Beschluss der Region ist indiskutabel“, sagt Gabriele Steingrube, CDU-Fraktionschefin im Bezirksrat. Sie kann nicht verstehen, warum der Hochbahnsteig Leinau-straße so gesetzt werde, dass er wie eine Barriere für Radfahrer wirkt, die aus der Pfarrlandstraße kommen. Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz hat angekündigt, ein Konzept für die Radwegführung vorzulegen.

Lange Debatte ohne Erfolg

2011 hat die Diskussion um den barrierefreien Ausbau der Linie 10 in Linden begonnen. Damals ging es noch um Grundsätzliches: Soll die Üstra eine Niederflurbahn anschaffen, um Betonbarrieren in Fußgängerzonen wie der Limmerstraße zu vermeiden? Oder ist es für eine Systemumstellung längst zu spät? Ein Runder Tisch wurde einberufen, an dem neben Vertretern von Politik, Infra (zuständig für Bahnsteigbauten) und Stadtverwaltung auch Behindertenverbände saßen. Wie die Debatte ausging, liegt auf der Hand. Ein zweites System sei zu teuer, hieß es.

Danach entstand eine Kontroverse, wo denn nun die ungeliebten Hochbahnsteige errichtet werden sollen. Auch hier wurde ein Runder Tisch einberufen, doch es gab bereits Streit darüber, wer dazu eingeladen wurde. Bezirksratspolitiker meinten, dass auch Bewohner des Ihme-Zentrums ein Wörtchen mitreden sollten, schließlich ginge es bei der Haltestelle Am Küchengarten um die Suche nach einem verkehrsgünstigen Anschluss der Wohnblöcke. Das wurde jedoch von Infra und Üstra abgelehnt.

Wieder wurde viel diskutiert, jedoch kam der Runde Tisch zu keinem einmütigen Ergebnis. So war zeitweise im Gespräch, die Haltestelle Am Küchengarten in die Kurve zur Spinnereistraße zu verlegen. Die Regionsverwaltung meinte jedoch, dass das technisch unmöglich sei. Am Ende hatte sich der Bezirksrat Linden-Limmer zu einem Beschluss zur Haltestelle Leinaustraße durchgerungen: Der Bahnsteig solle nahe der Einmündung zum Kötnerholzweg errichtet werden, wo er die Radstraße nicht blockiert. Das ist nun vom Tisch.

 

Von Andreas Schinkel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Linden
So schön ist Hannover-Linden

Das Ihme-Zentrum hat viele Facetten, hinter seiner grauen Kulisse verbergen sich Geschichten aus vergangener Kinderzeit, Heimatliebe und Zukunftsträumen. In unserer multimedialen Reportage nehmen wir Sie mit zu einem interaktiven Besuch vor Ort. So haben Sie das Ihme-Zentrum noch nie gesehen – versprochen.

Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
Aus der Region
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.