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Linden Bezirksrat wirft Pläne für Hochbahnsteig Leinaustraße um
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Bezirksrat wirft Pläne für Hochbahnsteig Leinaustraße um
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11:28 07.09.2017
Den Hochbahnsteig, der die Haltestelle Leinaustraße ersetzen soll, plant die Infra bislang in Höhe der Offensteinstraße zwischen Edeka und Sparkasse. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Das Paket Hochbahnsteige Limmerstraße schien weitgehend geschnürt, vorige Woche sollte der Bezirksrat Linden-Limmer sein Votum zum ersten Schritt abgeben: die Standortwahl für die Haltestelle Leinaustraße. Das Gremium sagte Nein und gab der planenden Infrastrukturgesellschaft (Infra) der Region Hannover neue Hausaufgaben mit. Die Planer sollen einen neuen Standort suchen. Der vorgesehene Haltepunkt weise erhebliche Mängel auf, monierten Daniel Gardemin (Grüne) und Gabriele Steingrube (CDU). Sofern auch die Rats- und Regionspolitiker der Bezirksratskritik folgen, hätte das Auswirkungen auf die beiden anderen Haltestellen an der Limmerstraße.

Variante A ist seit 2011 im Gespräch

Die Infra will den Hochbahnsteig östlich des Kötnerholzweges bauen, also direkt zwischen den Einmündungen Offenstein- und Pfarrlandstraße. Von dort wären es noch fast 380 Meter bis zum Ende der nächsten geplanten Haltestelle stadtauswärts – in Höhe der Röttgerstraße. Mit beiden Haltepunkten wären sowohl das nordwestliche Ende der Fußgängerzone als auch das Freizeitheim Linden gut erschlossen. Zum Standort des dritten Haltepunkts, dem Küchengarten, laufen noch Diskussionen im eigens einberufenen Runden Tisch. Dort ist man sich noch unsicher, ob ein Hochbahnsteig im Kurvenbereich an der Elisenstraße oder doch besser ans südöstliche Ende der Fußgängerzone passt.

Alle drei Stopps zusammen stimmen im Wesentlichen mit der sogenannten Variante A überein, die bereits seit 2011 im Gespräch ist. Das könnte sich nun mit dem Votum des Bezirksrats ändern. Der Beschluss der Stadtteilpolitiker könnte unter anderem bedeuten, dass die Besucher des Freizeitheims weitere Wege von und zur Haltestelle hätten.

Bezirksrat nähert sich verworfener Variante B an

Irgendwo zwischen Ungerstraße und Kötnerholzweg soll nun der neue Haltepunkt liegen. Dort soll die Infra eine Lage finden, die an beiden Enden des Hochbahnsteigs Rampen für Rollstuhlfahrer zulässt. Damit wird der Bahnsteig 70 Meter lang. Durch Verzicht auf eine Rampe sollte das Bauwerk an der Offensteinstraße auf 45 Meter schrumpfen; dann hätte es dort Platz gefunden. Darin sahen aber vor allem die Grünen wenig Sinn, weil gehbehinderte Passagiere einen Nachteil hätten.

Die Bezirksratsmehrheit gab auch einen Vorschlag für den Haltepunkt Küchengarten mit: Der soll vor der Ladenzeile am Toblerone-Haus entstehen, also nahe der Fortunastraße. Mit beiden Standortvorschlägen nähert sich der Bezirksrat wieder der einst verworfenen Variante B an. Zum dritten Standort machte der Bezirksrat keinen Vorschlag. Laut Variante B würde der Hochbahnsteig auf der Spinnereistraße gebaut. Er ist umstritten, weil er womöglich zu wenig Passagiere anzieht.

Piraten wollen den Tunnel

Die Piraten wollten die Planungen für oberirdische Bahnsteige gleich ganz einstellen und für eine Tunnellösung votieren; der Einzelvertreter Thomas Ganskow setzte sich damit aber nicht durch. Die Grünen, die CDU und sogar die SPD hatten Änderungswünsche für den Haltepunkt Leinaustraße angemeldet. Die Sozialdemokraten stimmten als einzige Fraktion für den vorgesehenen Standort. Sie schlugen lediglich vor, dass die Stadt eine Ausweichstrecke für Radfahrer einrichtet, weil der neue Hochbahnsteig den direkten Radverkehr zwischen Kötnerholzweg und Pfarrlandstraße trennen würde. Die CDU kritisierte gerade den Umstand, dass der Radverkehr an diesem Standort unterbrochen werden soll. „Die Limmerstraße ist nirgendwo enger als auf Höhe der Offensteinstraße“, fügte Gardemin hinzu. Infra-Betriebsleiter Martin Vey betonte, dass sowohl Verkehrswege als auch Nebenanlagen ausreichend Platz fänden. Stadtbahn, Busse, Passanten – für alle gebe es Raum. Die Mehrheit aus CDU, Grünen, Piraten, FDP und Die Linke bezweifelt das. Sie beschloss den gemeinsamen Änderungsantrag.

Von Marcel Schwarzenberger

Kein guter Plan für die Limmerstraße

Zugegeben: Das Thema ist knifflig. Spätestens seit 2011 wird über die Positionierung der Hochbahnsteige in der Limmerstraße gestritten. Die Infra, die Verkehrspolitiker und Planer von Stadt und Region, der Bezirksrat Linden-Limmer und zwei Runde Tische haben sich darüber den Kopf zerbrochen. Es ist schon dreist, dass der Bezirksrat nun, fünf Minuten vor zwölf, den Gremien die Pläne vor die Füße wirft. In diesen Tagen sollen die Fachausschüsse von Stadt und Region über den Standort des Hochbahnsteigs entscheiden, der die Haltestelle Leinaustraße ersetzen soll. Und dieser Standort bedingt ganz wesentlich alle weiteren Planungen. Hätte man sich nicht früher Gehör verschaffen können?

Inhaltlich hat das Stadtteilgremium allerdings recht mit seinen Bedenken: Wie ein Riegel würde der Bahnsteig vor der viel befahrenen Fahrradstraße liegen – ausgerechnet an der engsten Stelle der Limmerstraße (weil die Arkaden der Sparkasse weit vorspringen). Einen wirklich guten Plan hat aber auch der Bezirksrat nicht parat.

Ein Kommentar von Rüdiger Meise

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