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Linden Container kommen erst Ostern 2018
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Container kommen erst Ostern 2018
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00:15 10.10.2017
Von Juliane Kaune
Die Container sollen auf dem Schulhof in Linden-Süd aufgestellt werden. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Für Schulleiter Horst Kemmling ist das eine sehr schlechte Nachricht: „Uns fehlen schon jetzt zwei Klassenräume, wir müssen erheblich improvisieren - und das erschwert den Schulbetrieb.“ Nach Kemmlings Worten sollten die Container bereits im August stehen, dann sei der Termin auf Oktober verschoben worden. Kurz darauf habe er einen Anruf erhalten, dass die Modulanlagen doch erst im Februar 2018 aufgestellt werden könnten - und nun müssten Schüler, Eltern und Lehrer sogar bis nach den Osterferien warten. Woran das liegt, ist für den Schulleiter ein Rätsel. Er sagt: „Die Kommunikation mit der Verwaltung lässt zu wünschen übrig.“

Den Bedarf habe seine Schule früh genug deutlich gemacht. Sie wachse stetig, es gebe immer mehr Neuanmeldungen. Darum wurden in diesem Jahr 14 statt zwölf Klassen gebildet - aber es sind nur zwölf Klassenzimmer vorhanden. Weil die Container fehlen, wurden der Musikraum und ein Raum für den naturwissenschaftlichen Unterricht als Klassenzimmer umgenutzt. Mit der Folge, dass der Musikunterricht nun in der Aula läuft und alle enger zusammenrücken müssen. „Ich kann die Kinder ja nicht wegschicken und sagen, dass sie später wiederkommen sollen“, sagt Kemmling. Aktuell besuchen 292 Schüler die Grundschule, die zwei vier- und zwei dreizügige Jahrgänge hat.

In der Bezirksratssitzung konnte Baufachmann Meyer-Hublitz nicht aufklären, ob es Kommunikationspannen mit der Schulverwaltung gegeben hat. Er hielt sich an die Fakten: „Bis die Baugenehmigung für die Container vorliegt, vergeht etwa ein halbes Jahr, danach folgt die Ausschreibung.“ Vor Ostern sei darum realistischerweise nicht mit einem Unterricht in den Modulbauten zu rechnen.

Die Politiker des Bezirksrats zeigen sich empört über die Verzögerungen. Sie stellten das Prinzip der Stadt, bei Platzmangel an den Schulen Container aufzustellen, grundsätzlich infrage. Die Egestorffschule muss für mindestens zwei Jahre einen Teil ihres Schulhofs hergeben, damit die mobilen Anlagen errichtet werden können - was nicht nur dem Schulleiter Sorgen bereitet.

„Den Kindern wird wichtiger Platz weggenommen“, kritisierte Grünen-Fraktionschef Daniel Gardemin. Er monierte Planungsfehler der Schulverwaltung: „Es war schon 2011 abzusehen, dass die Schülerzahlen steigen, den Raumbedarf hätte man viel langfristiger planen können.“ SPD-Bezirksratsherr Horst Knoke fragte: „Will man dann in vier Jahren, wenn die Grundschüler auf die weiterführenden Schulen wechseln, wieder neue Container an der Humboldtschule aufstellen?“ Mittel- und langfristig sei es billiger, rechtzeitig Schulanbauten zu planen, die dem Bedarf gerecht werden.

Kosten in der Diskussion

Auch die Kosten für die Container trieben den Bezirksrat um. 114 000 Euro sind für Aufbau und die Installation veranschlagt, hinzu kommt eine jährliche Summe in Höhe von 62 000 Euro für Miete und Versicherung. „Das ist viel zu teuer, das ist Irrsinn“, sagte David Manuel Müller, Fraktionsvorsitzender der Linken. CDU-Frau Gabriele Steingrube regte an, über einen Kauf nachzudenken. Laut Meyer-Hublitz wäre ein Ankauf der Anlagen aber erst bei einer Standdauer von zehn Jahren wirtschaftlich.

So lange sollen die Container keinesfalls stehen bleiben. Die Stadt geht von zwei Jahren aus - mit Option auf Verlängerung. Der Bezirksrat stimmte der städtischen Drucksache nur unter der Bedingung zu, dass die Zwei-Jahres-Frist nicht überschritten wird. Zudem soll die Stadt prüfen, ob statt Stahlbauten Holzcontainer genutzt werden können. Und eine Kostenschätzung für einen Containerkauf wünscht sich das Gremium auch.

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