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Linden Das Ihme-Zentrum wird zum Filmstar
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Das Ihme-Zentrum wird zum Filmstar
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00:18 12.12.2015
Sie wollen das Potenzial des Brutalismus-Baus verdeutlichen: Constantin Alexander und Designerin Corinna Lorenz zeigen „Fan-Artikel“ zum Ihme-Zentrum. Quelle: Moers
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Hannover

Das Ihme-Zentrum auf DVD, als Postkarte oder Ziel eines exklusiven Stadtrundgangs: Wer im Internet eine Crowdfunding-Kampagne zur Förderung eines Dokumentarfilms über das Ihme-Zentrum finanziell unterstützt, den erwarten eine Menge originelle Dankeschön-Präsente. Für ein Investment in Höhe von acht Euro gibt es ein Postkarten-Set mit künstlerisch fotografierten Impressionen aus dem Ihme-Zentrum. Wer 200 Euro zuschießt, wird namentlich im Abspann der derzeit im Dreh befindlichen Dokumentation „Ihme-Zentrum – Traum, Ruine, Zukunft“ aufgeführt. Bei einer Summe dazwischen gibt es Eintrittskarten zu exklusiven Wohnzimmerauftritten bekannter Poetryslammer oder Szene-Bands.

Hinter dem Filmprojekt, das auf der Crowdfunding-Plattform „startnext“ bereits in der ersten Woche knapp 1800 Euro einwerben konnte, stecken der Nachhaltigkeitsberater Constantin Alexander, der Produzent Hendrik Millauer und Grafik-Designerin Corinna Lorenz. Gemeinsam wollen die drei mit der Dokumentation das desaströse Image des Ihme-Zentrums aufwerten.

Das Filmprojekt ist dabei nur eine von vielen innovativen Aktionen, mit der insbesondere Alexander derzeit für eine Wiederentdeckung des Ihme-Zentrums wirbt. Seit einem Jahr forscht er im Rahmen eines Universitätsprojekts über das buchstäblich brachliegende Potenzial des Komplexes. Seine Theorie: Das Ihme-Zentrum hat das Zeug ein „Hotspot urbanen Lebens“ zu werden. Auf seinem Internetblog lädt Alexander Experten aus unterschiedlichen Bereichen ein, ihre Visionen dazu vorzustellen. Von Solaranlagen auf den Dächern bis zum Kulturzentrum ist vieles möglich, so der Tenor der Ihme-Zentrums-Apologeten. Der Film soll nun verbildlichen, wie solche Revitalisierungsideen in der Realität aussehen könnten. Er ist außerdem als Zusammenfassung und Ergänzung der kostenlosen Rundgänge gedacht, die Alexander regelmäßig durch seine Wahlheimat anbietet und an denen bereits mehr als 1000 Besucher teilgenommen haben. „Die Leute sollen aus dem Film mitnehmen, dass sich ein Besuch im Ihme-Zentrum lohnt“, erklärt Alexander. „Die Doku ist ein fantastischer Start in Richtung Zukunft“, schreibt eine anonyme Unterstützerin auf der Internetseite des Projekts.

Unter www.startnext.com/ihmezentrum können Förderer noch bis zum 31. Januar 2016 die Produktion des Films unterstützen. Die angebotenen Dankeschön-Postkarten, Poster, Buttons und Jutebeutel sollen künftig auch in Lindener Geschäften angeboten werden. Das Komplettpaket hat deren Designerin Corinna Lorenz „Beton Liebe“ getauft. „Das Ihme-Zentrum hat genauso das Zeug zum Trend wie die drei Türme“, findet sie. „Überall in der Welt entdeckt man derzeit die typischen Brutalismus-Bauwerke neu. Warum sollte das nicht auch in Linden passieren?“, ergänzt Alexander.

Die Dokumentation soll im Frühjahr 2016 fertig sein, vorausgesetzt die Crowdfunding-Kampagne schafft es, die anvisierte Fördersumme von 8000 Euro einzuwerben. Das Geld wird insbesondere benötigt, um die Animationen zu bezahlen, die den maroden Bau in neuem Glanze zeigen sollen. Vielen dürfte allein dieser Anblick eine Spende wert sein.

Von Mario Moers

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Conrad von Meding 11.12.2015
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