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Linden Das ist Lindens Beitrag zum Maschseefest
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Das ist Lindens Beitrag zum Maschseefest
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00:15 14.08.2016
Kiosk-Feeling: Seba Sado (v. l.), Christian Möller und Jean-Pierre Valdivia bilden das Verkaufsteam am Lindener Steg. Quelle: Samantha Franson
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Linden

Was macht eigentlich Linden aus? Vor dieser Frage standen die Standbetreiber der Ibiza Lounge nur wenige Tage vor dem Start des Maschseefests. Ein Konzept für den Steg am Westufer musste her - und das möglichst schnell. „Wir wollten einen Bereich schaffen, in dem junge Leute zu günstigen Preisen etwas trinken können“, sagt Tobias Heidenreich von der Wasserturm Event GmbH. So nahm der gastronomische Leiter sich den Szene-Stadtteil zum Vorbild und versuchte, ein Stück der Lindener Kultur an den Maschsee zu bringen.

Die Lösung: Mit einem Frachtcontainer aus dem Hamburger Hafen wurde ein Kiosk nachgebildet. Die Idee ist stimmig, da Linden das Viertel mit der größten Dichte an Kiosken im Stadtgebiet ist. Dort gibt es durch eine Kooperation mit der Gilde-Brauerei vornehmlich Bier der Marke Lindener Spezial, aber auch Limonade, Chips, Zigaretten und Weingummi - eben wie in einem typischen Warenstand an der Limmerstraße. Der Preis für ein Getränk beträgt 2,50 Euro zuzüglich Pfand. Als Sitzgelegenheiten dienen handelsübliche Europaletten, wie sie abseits großer Logistikhallen inzwischen oft als rustikales Mobiliar auf Balkonen oder in WG-Zimmern genutzt werden. Komplettiert wird das Ensemble durch einen metallenen Zaun, den die hannoverschen Künstler Roman Ruppelt und Gero Bittkoven mit Graffitis versehen haben.

Das Verkaufsteam um Christian Möller, Jean-Pierre Valdivia und Seba Sado hat hier vor allem am Wochenende gut zu tun - „solange das Wetter mitmacht“, sagt Seba. Doch auch wochentags sind die Paletten am Lindener Steg fast vollständig besetzt. „Man kann hier gut am Wasser sitzen“, sagt Miriam Grabowsky, die als Lindenerin gut vergleichen kann. Sie hat sich mit ihren Freundinnen Julia Kommol und Julia Prox am Westufer getroffen. „Außerdem ist es hier nicht so steif wie am Nordufer“, sagt Miriam. Dass um sie herum ein Stück Linden dargestellt werden soll, sei den Freundinnen nicht sofort klar gewesen. Aber sie sind sich einig: „Das ist schon eine coole Aufmachung.“

Auch Lilli und Alex sind in Linden ortskundig: Die 25-jährige Studentin hat über vier Jahre dort gewohnt, ihr 28-jähriger Begleiter ist vor drei Wochen an die Limmerstraße gezogen. „Ich wohne jetzt in einer WG, und da stehen auch Paletten im Zimmer“, sagt Alex. Sie haben sich an den Steg gesetzt, um dem Trubel zu entkommen. Ihr habe es immer gut in Linden gefallen. „Da konnte man rumlaufen, wie man wollte“, sagt sie. Andernorts in Hannover werde die Wahl der Kleidung oft kritisch beäugt.

So sieht es auch Tobi Schmidt aus der Südstadt. „Hier ist nicht so die Snob-Ecke“, sagt der 35-Jährige. „Man kann sich gemütlich mit Freunden treffen und ein Bier trinken.“ Aus demselben Grund sitzt er mit Marie Fiege am Ufer des Maschsees. Sie sei oft in Linden unterwegs, sagt die 29-Jährige aus Badenstedt. Passend findet sie vor allem die Graffitis am Zaun. Und es gebe noch eine Parallele: „In Linden ist auch nachts mehr los als tagsüber“, sagt sie.

Ob der Stand den Stadtteil gut widerspiegelt, können Taha Ahmad aus Peine und Rebecca Geißner aus Seelze nicht sagen: Sie haben Linden bisher nicht besucht, sind eher in der Innenstadt Hannovers unterwegs. „Dort haben wir uns erst vor Kurzem kennengelernt“, sagt der 19-Jährige. Nun haben sie sich am Lindener Steg wiedergetroffen. „Die Atmosphäre hier ist sehr schön“, sagt Taha.

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