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Linden „Nicht bloß ein Zeichenkurs"
Hannover Aus den Stadtteilen Linden „Nicht bloß ein Zeichenkurs"
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15:31 14.09.2017
Hat ein Händchen für Collagen: Künstler Jwan Khalaf. Quelle: Klingemann
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Linden-Nord

„My Space“ heißt das mehrteilige Kunstwerkstatt-Projekt, welches der Kulturverein kargah aktuell in seinen Räumlichkeiten auf dem Lindener Faust-Gelände ausrichtet. Den Auftakt hierzu machte am vergangenen Freitag und Sonnabend der syrische Künstler Jwan Khalaf, der einen zweitägigen Workshop zum Thema Collagenkunst leitete.

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Teilhabe von Migranten und Geflüchteten in unserer Gesellschaft zu stärken“, sagt Laura Heda, bei kargah für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Eine spezielle Rolle komme dabei auch der Kunst zu, weshalb die Förderung internationaler Kreativgeister einen gewichtigen Teil dieser Arbeit ausmache.

Meister der Collagen

Khalaf konnte somit zahlreiche interessierte Gäste im Atelier der hannoverschen Künstlerin Vera Frese (Zur Bettfedernfabrik 3) begrüßen. Der 34-Jährige, der in der syrischen Hauptstadt Damaskus einen Masterabschluss in Bildender Kunst erworben hat und seit November 2015 in Hannover lebt, hat sich auf die Arbeit mit Collagen­techniken spezialisiert – diese wollte er nun den selbst aus verschiedensten Ländern stammenden Teilnehmern seines Workshops vermitteln.

In der Heimat hat Khalaf mit seinen Werken bereits für Aufsehen gesorgt und ist dafür ausgezeichnet worden. Im Zuge des Krieges erstellte er etwa Collagen – meist die Darstellung weiblicher Körper – mithilfe von Arznei-Beipackzetteln oder unter Einbeziehung von Projektilspuren auf Häuserwänden. „Es ist mir wichtig, Botschaften über das Leiden der Menschen im Krieg zu vermitteln, aber auch Hoffnung zu geben“, so der Künstler in gutem Deutsch.

Nach einer Einführung konnten schließlich auch die Workshop-Teilnehmer ihre eigenen Ideen in Collagen umsetzen. Dabei standen ihnen unter anderem Kartonagen, Pinsel und Farbe sowie verschiedene Stoffe zur Verfügung, der ein oder andere brachte aber auch gleich noch eigene Materialien mit.

Es geht um künstlerischen Austausch

„Wir möchten hier eine Plattform für alle Künstler und Kunstinteressierten bieten“, sagte Laura Heda. Die Idee funktionierte: Schnell wurden die ersten Ideen besprochen – neben Deutsch auch in Arabisch, Kurdisch sowie ein wenig Englisch und Französisch – und sich ans Werk gemacht. Dabei standen etwa die Situation im eigenen Heimatland oder Landschaftsbilder im Fokus. Khalaf zeigte sich im Anschluss zufrieden: „Unser Workshop ist nicht bloß ein Zeichenkurs, sondern ein künstlerischer Austausch.“

Im September werden zwei weitere Veranstaltungen zu den Themen Freie Malerei und Schreibwerkstatt für Frauen im Zuge von „My Space“ stattfinden. Khalaf wird im Rahmen der Menschenrechtsreihe „Invisible Rights“ im Oktober eine weitere Kunstwerkstatt mit dem Namen „2 Sides of a Wall“ anbieten. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kargah.de.

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Teilhabe von Migranten und Geflüchteten in unserer Gesellschaft zu stärken.“ Laura Heda (Bild oben, l.) und Vera Frese (r.) freuen sich über die Mitarbeit Jwan Khalaf im Workshop.

Von Mariu Klingemann

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