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Linden Die „Ihmeauen“ sind auf der Zielgeraden
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Die „Ihmeauen“ sind auf der Zielgeraden
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00:15 02.02.2016
Von Juliane Kaune
So sah es während der Umbauarbeiten im Jahr 2014 vor der ehemaligen Hautklinik aus. Jetzt steht das Bauprojekt kurz vor der Fertigstellung. Quelle: Zgoll/Archiv
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Hannover

„Etwa 70 Prozent der Gebäude sind fertig oder bereits bezogen, bis zum Mai sollen die restlichen 30 Prozent folgen“, erklärt Projektentwickler Dirk Felsmann gegenüber dem Stadt-Anzeiger. Das wie ein großes H angeordnete Ensemble erstreckt sich von der Ricklinger Straße bis zum Ihmeufer - und darum heißt das frühere Klinikgebäude nun „Ihmeauen“.

Mit seiner weißen Fassade und den großflächigen Fenstern wirkt der Bau schlicht und edel. Für Linden-Süd ist es das erste Bauprojekt dieser Größenordnung und Qualität. Entstanden sind sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen. Die Vielfalt reicht vom 46 Quadratmeter großen Einzimmer-Apartment bis zum geräumigen Fünfzimmer-Penthouse mit 180 Quadratmetern.

Grundsätzlich sind die Wohnungen nicht billig. Das gilt für die 50 Mietwohnungen, die im kernsanierten Klinikaltbau liegen, ebenso wie für die Eigentumsobjekte, die sowohl im Altbau als auch in zwei neu errichteten Gebäuden am Flussufer zu finden sind. Nach HAZ-Informationen beträgt die Miete je nach Ausstattung 7 bis 9 Euro sowie zwischen 12 und 13 Euro. Der Quadratmeterpreis für die zum Kauf angebotenen Wohnungen liegt bei 2500 bis 3500 Euro, samt Innenausbau. Zu allen Apartments gehören Balkon, Terrasse oder Dachterrasse, ein Tiefgaragenplatz oder eine ebenerdige Abstellmöglichkeit für das Auto. Eine kleine Besonderheit ist ein Einfamilienhaus am Kopf des Komplexes, das ebenfalls vermietet werden soll; bis zum Mai werden auch dort die Handwerker abgerückt sein.

Viel Geld ist in das Projekt geflossen, an dem sich mehrere Bauherrengemeinschaften und Einzeleigentümer beteiligt haben. Felsmann schätzt das gesamte Investitionsvolumen auf 25 bis 30 Millionen Euro. Das Interesse an dem Projekt war groß, die Wartelisten für die Wohnungen waren lang - binnen kurzer Zeit waren sie vergriffen oder reserviert. Zurzeit seien noch einige wenige Mietwohnungen zu haben, sagt Felsmann. Ursprünglich war der Erstbezug bereits für Ende 2014 geplant. Doch weil sich der Auszug der dermatologischen Ambulanz in einen Neubau der Medizinischen Hochschule mehrmals verzögerte, mussten sich die Bauherren in Geduld üben.

Dass mit den neuen Bewohnern nur Besserverdienende in den strukturschwachen Stadtteil Linden-Süd gezogen sind und damit der viel zitierten Gentrifizierungsdebatte Vorschub leisten, will Felsmann nicht gelten lassen: „Hier geht es ja darum, ein Stück Linden zurückzuerobern. Niemand nimmt jemandem vorhandenen Wohnraum weg.“ Felsmann sagt, das Projekt sei im Stadtteil akzeptiert. Schon früh seien die Projektentwickler - außer ihm auch der Ingenieur Gert Meinhof sowie die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) - mit dem Vorhaben an die Öffentlichkeit gegangen, und die Resonanz bei Politik und Stadtteilinitiativen sei durchweg positiv gewesen.

Nicht nur Wohnhäuser sind in den „Ihmeauen“ entstanden. Eine Neurologie- und eine Physiotherapiepraxis, ein Pflegedienst der AWO und ein IT-Dienstleister haben sich dort ebenfalls niedergelassen. Auch zum Stadtteil wollen sich die Bewohner der Anlage künftig öffnen: Es wird einen Pavillon mit Terrasse geben, der als Gemeinschaftsraum gedacht ist, für Veranstaltungen aber auch von jedem Bürger gemietet werden kann.

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