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„Kiffer machen nie Probleme“

Diskussion um Legalisierung „Kiffer machen nie Probleme“

Im Vorfeld der Kommunalwahl am 11. September diskutieren die Grünen in Linden-Limmer über die Legalisierung von Cannabis.

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Marcel Duda (links) von der Grünen Jugend spricht sich bei der Podiumsdiskussion für eine Legalisierung von Cannabis aus.

Quelle: Stein

Hannover. „Schon auf dem Weg hierher, entlang der Limmerstraße, habe ich deutlichen Cannabisgeruch wahrgenommen“, sagt Marcel Duda, Sprecher der Grünen Jugend Niedersachsen. Offenbar gibt es gute Gründe für die Grünen, die Bürger in Linden-Limmer zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Cannabis - Medizin und Droge“ ins Freizeitheim einzuladen. Auch wenn die Kommunalpolitiker an der Illegalität der Droge nichts ändern können.

Gefolgt sind dieser Einladung allerdings nur wenige: Nur zwei Dutzend Besucher hören sich an, was Duda, Ärztin Theresia Lautenschlager, Renate Folberth-Seibel (Kriminaldirektorin der Polizei Hannover) und Harry Schulz, Mitarbeiter eine Wohngruppe für Suchtkranke, zum Thema zu sagen haben. „Dafür, dass es in Hannover zwei Vereine gibt, die sich mit Cannabis beschäftigen, ist das traurig“, sagte Besucher Dennis Glorius, der den Blog „Die Hanfologen“ betreibt.

Cannabis ist Thema in Niedersachsen

Dass Cannabis gerade in Linden-Limmer ein Thema ist, betonte nicht nur Duda - auch die Zahlen der Polizei belegen das. In ganz Niedersachsen betreffen 68 Prozent aller Drogendelikte den Anbau, Verkauf oder Konsum von Cannabis. In Hannover sind es 69, in Hannover-West dagegen schon 74 Prozent. „Gerade am Faustgelände, dem Schwarzen Bär und dem Calenberger Loch ist das ganz extrem“, sagt Folberth-Seibel.

Besonders die Kriminaldirektorin muss sich bohrenden Fragen des Publikums stellen, da sie sich als einzige Partei auf dem Podium nicht direkt für eine Legalisierung ausspricht. Man solle nicht suggerieren, dass Cannabis harmlos ist, indem man es freigebe. „Das würde ich ablehnen“, sagt Folberth-Seibel. Als Medikament sei das aber etwas anderes. Alle anderen Diskussionsteilnehmer befürworten eine staatlich kontrollierte Form des legalen Verkaufs unter Berücksichtigung des Jugendschutzes - beispielsweise in speziellen Cannabis-Shops, wie Duda vorschlägt.

Experten für Legalisierung

Auch Schulz, der täglich mit Suchtkranken arbeitet, hält eine Legalisierung für angebracht. „Die Kiffer bei uns machen nie Probleme - ganz im Gegensatz zu den Alkis“, sagt er. Die „Alkoholfraktion“, wie er sagt, sei wesentlich aggressiver, aber auch träger als die „Cannabisfraktion“. „Die Kiffer stehen immer gerade“, sagt Schulz.

Der in Linden praktizierenden Ärztin Lautenschlager käme eine Legalisierung ebenfalls gelegen. Viele ihrer Patienten nehmen Cannabis illegal als Medikament gegen die Schmerzen, sagt sie. „Denen muss ich dann immer sagen, dass sie das nicht dürfen“ - aber sie tun es natürlich trotzdem. „Für mich wäre es also angenehmer, wenn Cannabis nicht auf der roten Liste stünde.“

Auch die Besucher, die sich an der Diskussion beteiligen, sprechen sich für eine Legalisierung aus - allen voran „Hanfologe“ Dennis Glorius. „Bei Gras ist Hannover das Bayern Norddeutschlands - schon wegen weniger Gramm gibt es hier Hausdurchsuchungen“, sagt der 26-Jährige. Das sollte sich ändern - zumindest, wenn es nach drei von vier Diskussionsteilnehmern geht.

Von Johanna Stein

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Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
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