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Linden Ein Arbeitseinsatz, der Helfern hilft
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Ein Arbeitseinsatz, der Helfern hilft
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00:15 02.11.2016
Neuer Sand für neue Spielgeräte: Die Initiative Weitblick unterstützt die Plinke-Mitarbeiter beim Handwerkereinsatz. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Das Statistische Bundesamt hat in der vergangenen Woche eine beunruhigende Nachricht veröffentlicht. In Hannover seien so viele Menschen von Armut bedroht wie seit 2011 nicht mehr. Die Zahl der von Armut bedrohten Hannoveraner liegt bei 20 Prozent. Auch wenn die Stadtverwaltung die angewendete Methode zur Berechnung der Armutsgrenze kritisierte, zeigten sich Verbände wie die Arbeiterwohlfahrt alarmiert. Andreas Schubert, Geschäftsführer der Caritas, sprach von einer „Spirale der Armut“.

Diese statistische Entwicklung kennt Renate Hoffman eher aus der Praxis. Seit 2002 arbeitet die Erzieherin in einer diakonischen Einrichtung, in der sich Kinder unterschiedlichster Herkunft und Kultur begegnen können: die Plinke an der Plinkestraße 5 in Linden-Süd. „Es kommt nicht selten vor, dass Kinder klingeln und um Essen bitten“, sagt Hoffman. In der direkten Nachbarschaft wohnen viele Alleinerziehende und Empfänger von Transferleistungen. „Viele Kinder und Jugendliche fragen uns nach Hilfe - und diese Unterstützung geben wir ihnen gern.“ Etwa 35 Kinder bekommen in der Plinke regelmäßig eine warme Mahlzeit, erledigen Hausaufgaben, spielen und werden dabei von einem engagierten Team betreut. Die Plinke ist ein christliches Projekt, auch wenn die meisten Kinder muslimischen Glaubens sind. „Wir möchten einfach nur vermitteln, dass Gott sie liebt“, sagt Hoffmann. Die Einrichtung selbst finanziert sich über Spenden. Viele der Angebote übernehmen ehrenamtliche Helfer. „Darum ist die Plinke für mich auch mehr als ein Ort der Kinderbetreuung: Man lernt Menschen kennen, bringt sie zusammen und kann auch Menschen einbeziehen, die Anerkennung suchen.“

Das ist der "Sommereinsatz"

Mit der Aktionsreihe „Sommereinsatz“ kümmern sich die HAZ und die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover um abgeplatzte Vereinsheimwände, zugewucherte Freibäder, Schmuddelecken. Insgesamt mehrere 10?000 Euro werden bis Ende September für kleine handwerkliche Eingriffe bei gemeinnützigen Vereinen in Stadt und Umland eingesetzt. Die Finanzierung übernimmt die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover, die HAZ kümmert sich um die Koordination der Handwerker und Vereine. Die nächsten Einsätze führen die Redaktion zum Waldkindergarten Barsinghausen, zum Kinderkrankenhaus auf der Bult und zum Kleingartenverein Harenberger Holz. Die Vereinsmitglieder helfen mit und bereiten den „Sommereinsatz“ vor. Bilder und Videos von den einzelnen Aktionen gibt es auf haz.li/sommereinsatz. Auch bei Facebook und Twitter kann die Aktion unter #HAZSommereinsatz verfolgt und kommentiert werden. Bewerbungen sind nicht mehr möglich.

Weitblick unterstützt die Plinke

Einer der wichtigsten Unterstützer der Plinke ist die Studenteninitiative Weitblick Hannover. Mitglieder wie Madia Jacobs haben es sich zur Aufgabe gemacht, sich für einen gerechten Zugang zu Bildung einzusetzen. Die Studenten möchten zum Beispiel Kindern wie in der Plinke Perspektiven aufzeigen und sie fördern. In Linden-Süd helfen sie ehrenamtlich bei Hausaufgaben oder fahren gemeinsam in den Zoo. „Das ist für uns kein Karriereforum“, sagt Jacobs. „Ich studiere Jura und arbeite viel mit dem Kopf. Wenn ich den Kindern helfen kann, macht mich das glücklich und erdet mich.“

Erst im vergangenen Jahr hat Weitblick für das Engagement für Kinder und in der Flüchtlingshilfe den Niedersachsenpreis für Bürgerengagement bekommen. Das Geld für seine Arbeit sammelt der Verein bei Festen oder durch Spenden. „Wenn man die Kinder jetzt fördert und ihnen den Zugang zum Gymnasium ermöglicht, hält man ihnen einfach mehr Optionen offen. Ich halte es für absurd, dass unser Bildungssystem so früh Weichen stellen möchte für den weiteren Bildungsweg“, sagt Mitglied Tillman Dörner.

Neue Spielgeräte für die Plinke

Die Weitblick-Mitglieder belassen es aber nicht bei Hausaufgaben. So fragte die Initiative nun bei der HAZ und der STIFTUNG Sparda-Bank Hannover nach einem „Sommereinsatz“ für die Plinke. Sie beantragten finanzielle Mittel, um den Sand unter den Spielgeräten im Hinterhof auszutauschen - und bekamen sie. Die Studenten und die Plinke-Mitarbeiter bauten eine neue Schaukel auf und installierten ein neues Trampolin. Insgesamt 2500 Euro bekamen die Studenten - und verteilten mit Schubkarren und Schaufeln selbst den Sand. Unterstützung erhielten sie von Anwohnern wie Jürgen Vandalewsky und Maurer Hans-Joachim Schwarz, der das Fundament für die Schaukel grub. Natürlich halfen auch Kinder beim „Sommereinsatz“ - ihre Hausaufgaben schafften sie trotzdem.

Von Jan Sedelies

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