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Linden Ein Bürgeranwalt fürs Ihme-Zentrum?
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Ein Bürgeranwalt fürs Ihme-Zentrum?
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00:15 05.02.2017
Von Conrad von Meding
Das Ihme-Zentrum hat sich verändert, das wurde bei dem Treffen sehr deutlich. Quelle: HAZ-Archiv
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Hannover

Es ging bei dem Abend um die gefühlte Sicherheit und darum, wie die Plätze und Wege im Ihme-Zentrum wieder lebenswerter und menschengerechter gestaltet werden können. Stadtplanerin Karin Kellner vom Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum und Prof. Herbert Schubert von der Leibniz-Uni zeigten anhand von Fotos, was sich verändert hat. Ein Bild von 1989 etwa zeigte, wie Heino und Band im Ihme-Zentrum spielen und die Passanten sich wohl fühlen - der Platz wirkt heute öde, trist, leer und ungepflegt.

Soziale Kontrolle sinkt

„Erst ist Unordnung und Verwahrlosung, dann ziehen sich die Menschen in ihre privaten Räume zurück und meiden die öffentlichen Räume, dadurch sinkt die soziale Kontrolle“, warnte Schubert. Beim Ihme-Zentrum ließen sich „durch mangelhafte Pflege und Abrisssituationen deutliche Risikofaktoren erkennen“, sagte Schubert, der sich seit Jahrzehnten mit Sicherheit in der Raumplanung beschäftigt.

Kellner betonte, dass es dem Verein nicht darum gehe, das Ihme-Zentrum weiter schlechtzureden. „Wir wollen das Gegenteil erzeugen und die Potenziale heben. Die Wohnungen haben Qualitäten, aber sobald Sie Ihre Wohnungen verlassen, stehen Sie Größenverhältnissen gegenüber, in denen der menschliche Maßstab nicht gewahrt ist.“ Um diese Defizite auszugleichen, müsse bei einem Umbau jetzt besonders besonnen vorgegangen werden. Wege müssten besser beleuchtet, Flächen klarer zugeordnet werden.

Trotz aller Skepsis gegenüber dem neuen Großeigentümer begrüßte der Großteil der etwa 40 Anwesenden den angekündigten Wandel. Zugleich gab es aber Sorge, dass erneut an den Bedürfnissen der Bewohner vorbeigeplant werde. Die sind sich nicht einig, wie die Debatte zeigte: Gewählte Verwaltungsbeiräte, eine Bürgerinitiative und der 2016 gegründete Verein verfolgen jeweils unterschiedliche Motive und Interessen.

Stark in Gemeinschaft

Applaus aber gab es für den Vorschlag von Kellner und Schubert: Ein Quartiersarchitekt oder Anwaltsplaner müsse im Planungsprozess die Interessen der Bewohner und Stadtteilnachbarn wahrnehmen. Das habe am Kronsberg funktioniert, auch beim Seelhorster Garten habe die Stadt dem Projektentwickler die Einstellung eines Quartiersmanagers zur Pflicht gemacht. In der Frage, wie das durchgesetzt werden könne, gab Kellner den entscheidenden Tipp. „Sie alle müssen sich dafür stark machen - das funktioniert nur, wenn Sie gemeinsam artikulieren, was Sie wollen.“

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