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Linden Ein Frauenkollektiv im Buchladen
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Ein Frauenkollektiv im Buchladen
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00:15 25.08.2016
Stammkundin Anne-Kari Herrmann (r.) fühlt sich von Melanie Beyer im Annabee gut beraten. Quelle: Steiner
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Hannover

Die Tür zum Buchladen Annabee ist weit geöffnet, daneben steht eine Bank. Auf ihr sitzt eine Frau und isst genüsslich ein Eis, neben ihr auf der Bank stehen zwei gefüllte Einkaufstaschen. Es ist eine Szene, die charakteristisch ist für Linden. So wie die Scillablüte oder das Kiosk-Bier. Oder wie der Buchladen Annabee selbst.

"Wir arbeiten seit jeher als Kollektiv"

Drinnen fallen als Erstes die familiäre Atmosphäre und die liebevoll gestalteten Regale auf. Fünf Frauen betreiben den Buchladen an der Stephanusstraße, der vor 40 Jahren als Frauenbuchladen gegründet wurde. „Wir arbeiten seit jeher als Kollektiv, alle entscheiden alles gemeinsam und alle können alles“, erzählt Geschäftsführerin Anna Renate Willms. Sie ist seit 1979 - und damit am längsten - bei Annabee beschäftigt. Damals befand sich der Buchladen noch gemeinsam mit dem Frauenzentrum in der Nieschlagstraße, bevor er 1979 in die Hartwigstraße umzog. 1989 wurde er dort erweitert, der Eingang war nun an der Gerberstraße. Seit 2005 ist Annabee in der Stephanusstraße beheimatet.

Neben der Buchhandlung Cruse, die seit 200 Jahren besteht, gibt es in Hannover eine Reihe weiterer Buchgeschäfte, die inhabergeführt sind. 

Frauen wählen Bücher selbst aus

Das Sortiment beinhaltete in den ersten 20 Jahren ausschließlich Werke von Autorinnen zu allen gesellschaftlichen und politischen Themen sowie Belletristik. „Seit 1989 führen wir alles, was politischen und emanzipatorischen Gehalt hat und was links und fortschrittlich ist“, umreißt Willms das Konzept von Annabee. Sie und die anderen vier Frauen, Maria Meyer, Melanie Beyer, Petra Gebhardt und Claudia Stritzel, legen großen Wert darauf, die Bücher selbst auszuwählen. „Es wird oft unterschätzt, wie viel Arbeit das ist bei 80 000 Neuerscheinungen pro Jahr“, meint Anna Renate Willms. Und Melanie Beyer ergänzt: „Oft wird das Sortiment in den Buchhandlungen von oben bestimmt, das ist bei uns anders. Und wir haben auch immer noch kleine linke Verlage im Programm.“

So leistet sich der Buchladen eine eigene Abteilung zum Thema Nationalsozialismus, dort finden sich die ältesten Bücher. „Das sind zum Teil Bücher, die sich nicht so schnell verkaufen“, sagt Willms. Sie gehören aber zu der politischen Buchhandlung genauso wie die Neuerscheinungen zu aktuellen Themen wie Syrien oder der Flüchtlingsproblematik.

Annabee bietet ausgewählte Kinder- und Jugendliteratur

Daneben führt Annabee ausgewählte Kinder- und Jugendliteratur. „Es kommt vor, dass hier ein Kind aus dem Viertel auf einem Stuhl sitzt und liest, während die Mutter draußen nach ihm sucht, da gucken wir immer erst mal draußen nach“, erzählt Maria Meyer. „Wir sind auch Anlaufstelle für alle möglichen Sorgen und Nöte aus der Nachbarschaft, nehmen Pakete an - außer von Amazon - und verloren gegangene Schlüssel“, verrät die Geschäftsführerin. „Wir sind in das Viertel hier sehr gut eingebunden und haben eine bunte Mischung an Publikum, Eltern mit Kindern, ältere Menschen und politisch Interessierte, das ist schön.“

Und es gibt viele Stammkundinnen bei Annabee. Zu ihnen gehört auch Anne-Kari Herrmann. „Ich kenne den Buchladen schon aus der Gerberstraße“, sagt sie. „Der Bestand ist toll, es gibt viele gute politische Bücher. Ich komme gerne hierher, weil die Damen hier so saunett sind und man immer etwas findet, auch wenn man nichts gesucht hat. Außerdem packen sie die Bücher so toll ein!“

Von Sonja Steiner

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