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Linden Evangelischer Stadtjugenddienst kündigt Proberäume
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Evangelischer Stadtjugenddienst kündigt Proberäume
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02:15 04.06.2016
Die Gruppe Kurz und Knapp besteht aus Jugendlichen des Jugendzentrums und Mitgliedern der Proberaum-Bands. Foto: Moers
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Linden-MItte

Per SMS bat der evangelische Stadtjugenddienst die Nutzer jüngst, aus dem bereits an das Wohnungsunternehmen Gundlach verkauften Keller im ehemaligen Haus der evangelischen Jugend auszuziehen. Das kurzfristige Aus nach über 20 Jahren kommt für die Nutzer des Proberaums nach eigener Aussage völlig unerwartet.

„Wir dachten, wir hätten denselben Bestandschutz wie das Jugendzentrum“, wundert sich Samuel Irvin. Der 21-jährige Sonderpädagogik-Student hat mit anderen Musikern aus dem Proberaum das inklusive Bandprojekt mit Jugendlichen aus dem benachbarten Jugendzentrum für Kids mit Handicap ins Leben gerufen. Der Proberaum existiert seit mehr als zwei Jahrzehnten. Als Angebot des evangelischen Stadtjugenddienstes durfte er kostenlos genutzt werden. Entsprechend beliebt ist er in der Szene. Aktuell üben dort rund 30 Musiker, darunter Bands, Einzelkünstler und eben das Inklusionsprojekt. „Es ist einer der wenigen selbstverwalteten Räume dieser Art in der Stadt“, sagt Irvin.

Bis zum Verkauf des Gebäudekomplexes im März war der Raum organisatorisch an das Jugendzentrum angegliedert. Neueigentümer Gundlach sicherte der Einrichtung eine Weiternutzung für etwa ein Jahr zu. Laut Superintendentin Bärbel Wallrath-Peter ging man seitens der Kirche davon aus, dass dies auch für den Proberaum gelte. Erst bei den „genaueren Planungen für den Umbau“, habe sich herausgestellt, dass auch der Bandraum betroffen sei. Diese Aussage widerspricht der Ansicht der Gundlach-Verantwortlichen. „Es war klar, dass das komplette Gebäude zur Übergabe leer sein muss“, sagt Mitarbeiterin Nadine Otto. Fest steht, dass die Kommunikation zwischen den drei Parteien mangelhaft war. „Das ist ein tiefer Einschnitt für die hannoversche evangelische Jugendarbeit“, sagt Stadtjugendpastor Torsten Pappert auf Anfrage des Stadt-Anzeigers. „Wir haben das Gefühl, der Stadtjugenddienst wollte die Sache unter den Teppich kehren“, ärgert sich ein Musiker.

Nun bemühen sich alle Parteien um Schadensbegrenzung. Der Stadtjugenddienst hat bereits die Fühler nach einem Ersatzraum ausgestreckt. Im Gespräch ist etwa der Bethlehem-Kellertreff der gleichnamigen Kirchengemeinde. Die Musiker wollen nach Absprache mit den Gundlach-Planern zudem Alternativräume in einem anderen Teil des Komplexes am Lindener Berg prüfen. Der große Saal etwa, der unter anderem von Tanzgruppen und einem Orchester genutzt wird, soll von dem Umbau nicht betroffen sein. „Wir sind daran interessiert, dass in dem Objekt weiter Leben ist,“ so Otto.

Von Mario Moers

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