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Haus am Schwarzen Bär ist seit drei Jahren eingerüstet

Linden-Mitte Haus am Schwarzen Bär ist seit drei Jahren eingerüstet

Der Besitzer des Hauses am Schwarzen Bär kommt den Sanierungsauflagen der Stadt nicht nach. Der Betreiber der Burgerbar im Haus gibt unterdessen auf: Das Café Ohnesorg schließt.

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Verhüllt: Das Haus am Schwarzen Bär 7 in Linden-Mitte ist noch immer eingerüstet. Und eine Sanierung ist nicht in Sicht. 

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Seit fast drei Jahren ist das Haus am Schwarzen Bären 7 nicht mehr zu sehen - so lange schon ist das sanierungsbedürftige Gebäude hinter einer großflächigen Plane verschwunden. Bis dato ist der Eigentümer des denkmalgeschützten Hauses den weitreichenden Sanierungsauflagen der Stadt nicht nachgekommen. Und noch immer gibt es keine Anzeichen, dass sich daran etwas ändern wird. „Hier tut sich nichts mehr“, sagt Kadir Elveren, Inhaber der Burgerbar Ohnesorg im Erdgeschoss. Der Gastronom ist mit seiner Geduld am Ende und hat nun die Konsequenzen gezogen: Er hat sein Lokal geschlossen - und bleibt auf den Kosten für die getätigten Investitionen im fünfstelligen Bereich sitzen. „Das hatte keinen Sinn mehr“, sagt er frustriert.

Im März 2013 hatte die Stadt das Haus einrüsten lassen, weil faustgroße Steinbrocken von der Fassade auf den Gehweg gestürzt waren. Der Besitzer war seinerzeit nicht erreichbar, darum wurde die Verwaltung, zuständig für die öffentliche Sicherheit, tätig. Seitdem stellt die Baubehörde dem Eigentümer die Kosten für das Gerüst samt Fangnetzen in Rechnung - und fordert ihn in regelmäßigen Abständen auf, seiner Sanierungspflicht nachzukommen. Offensichtlich treten die Vertreter der Ämter aber auf der Stelle. „Fakt ist, dass es keinen neuen Stand gibt“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Allerdings habe der Hausbesitzer im vergangenen Jahr in Abstimmung mit dem Denkmalschutz zumindest das Mauerwerk der Gauben gesichert.

Elveren und den anderen Gewerbemietern blieb nichts anderes übrig, als sich auf einen langwierigen Streit mit dem Hausbesitzer einzulassen. Sie kürzten mithilfe von Rechtsanwälten die Mietzahlungen - er drohte mit Räumungsklagen. „Das Gerüst hat unseren Betrieb massiv behindert“, sagt Elveren, der die Burgerbar eröffnet hatte, kurz bevor sie hinter der Plane verschwand. Eine Außengastronomie im Sommer sei durch das Gestänge kaum möglich gewesen. „Ich habe hier ein Minus gemacht“, bilanziert Elveren.

An anderen Standorten laufen die Lokale des rührigen Lindener Gastronomen gut. Er betreibt das beliebte Mio Mio in der Deisterstraße und die Pizzeria Francesca & Fratelli in der Limmerstraße, die es inzwischen auch in der City und bald am Engelbosteler Damm gibt. In Kürze eröffnet Elveren zudem eine Weinbar in der Limmerstraße, in den Räumen der früheren Kneipe Hörbar.

Die Verluste am Schwarzen Bären seien für ihn wirtschaftlich nicht länger tragbar gewesen, sagt er. Zudem hätte er weiter investieren müssen, um die Betriebssicherheit des Lokals zu gewährleisten - was der Vermieter unterlassen habe. Stattdessen habe dieser die Kündigung geschickt. Auf ein Vergleichsangebot sei keine Reaktion gekommen. In dieser Lage sei es für ihn auch nicht möglich, die Räume an einen Nachpächter zu übergeben und diesem das Inventar zu verkaufen, sagt Elveren.

Betroffen von der misslichen Lage hinter dem Gerüst ist auch die Bar Bronco’s, die im zwölften Jahr am Schwarzen Bären ansässig ist. Vor einem Jahr hatte Gastronom Philip Hoeksma öffentlich mehrere Wasserschäden im Inneren des Hauses beklagt, bei denen auch sein Lokal nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zur derzeitigen Situation wollte er auf Anfrage des Stadt-Anzeigers nichts mehr sagen. Die Mieter der wenigen Wohnungen, die noch bewohnt sind, scheinen sich zum Großteil mit dem Leben hinter der Plane arrangiert zu haben - offenbar wegen der zentralen Lage und den günstigen Mieten von zum Teil nur 3 Euro pro Quadratmeter.

„Uns allen sind hier die Hände gebunden“, sagt Klaus Fricke, der seit mehr als drei Jahrzehnten am Schwarzen Bären 7 ein Fotostudio betreibt. „Entweder man lebt mit dem Zustand - oder man zieht aus.“ Den Ankündigungen des Gebäudeeigentümers traue inzwischen niemand mehr im Haus, sagt Fricke. „Demnach sollte schon längst alles fertig sein.“ Es sei ein Rätsel, warum der Hausbesitzer die Kosten für das Gerüst trägt, statt diese für die Sanierung aufzuwenden.

Zu den Gründen für sein Verhalten äußerte sich Eigentümer Günter Greiser auch gegenüber dem Stadt-Anzeiger nicht. Eine Anfrage in seinem Sekretariat blieb unbeantwortet.

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Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
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