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Haarmann als Theaterstück auf der Kneipenbühne

Linden-Nord Haarmann als Theaterstück auf der Kneipenbühne

Die Geschichte des Massenmörders Haarmann hat der freischaffende Schauspieler Volker Kühn zum Theaterstück gemacht. Er versteht sein Werk auch als Beitrag zum 775. Stadtjubiläum. Im Havana Cuba-Linden in Linden-Nord ist es am 5. Juni noch einmal zu sehen.

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Kleine Bühne, große Wirkung: Volker Kühn (rechts) und Günter Schaller geben im Havana Cuba-Linden Haarmann und seinen Psychiater.

Quelle: Melanie Huber

Linden-Nord. Volker Kühn hat Ambitionen. Zum 775. Stadtjubiläum will der freischaffende Schauspieler einen Abschnitt aus der Geschichte Hannovers aufarbeiten, den die Stadt seiner Meinung nach lieber totschweigen würde: den Fall des Massenmörders Fritz Haarmann. Anders als bei der Produktion „Amerikanisches Detektivinstitut Lasso“ des Schauspielhauses, bei der die in Halbwissen und Popkultur aufgegangene Figur Haarmann als Aufhänger für eine selbstreferenzielle Auseinandersetzung des Autors mit der Kunstfreiheit genutzt wird, geht es dem 55-Jährigen einfach um Fakten: „Haarmann gehört zur Stadtgeschichte einfach dazu.“

So ist es ihm auch unverständlich, warum das Historische Museum sich nicht mit dem Thema beschäftigt. „Gut wäre es, wenn Haarmann dort präsent wäre“, sagt Kühn. „Mit meinem Stück könnte ich ständig dort auftreten, gern wöchentlich.“

Angelehnt an „Der Totmacher“

Sein Stück – das ist eine Adaption des dokumentarischen Spielfilms „Der Totmacher“ mit Götz George, der sich ausschließlich auf die insgesamt 400 Seiten umfassenden Protokolle der gerichtspsychiatrischen Untersuchung des Mörders im Jahr 1924 stützt. Aus dem 110-minütigen Film hat Kühn eine fast ebenso lange Theaterfassung gemacht, die er jetzt zusammen mit Günter Schaller als Professor Ernst Schultze im Havana Cuba-Linden zum ersten Mal aufgeführt hat.

In „Puppenjungs oder Der Schlächter von Hannover“ orientiert sich Kühn in der Rolle als Haarmann stark an den schauspielerischen Eigenheiten Georges - Stimmlage und Körpersprache tragen eindeutig die Handschrift des eigenwilligen Darstellers. Was damals von der Filmkritik als Ausnahmeleistung honoriert wurde, ist auch eine Stärke Kühns: In einer Szene rebelliert er wie ein Kind, in der nächsten schlägt er mit kraftvoller Faust auf den Tisch. Man nimmt ihm den psychisch kranken Mörder ab, der mindestens 24 junge Männer - zumeist Stricher - erst totgebissen und dann zerstückelt hat.

Provozierte Antworten

Dagegen gibt Günter Schaller als Psychiater den Zuschauern die Reaktionen auf die Erzählungen Haarmanns vor: Ungläubig, entsetzt, betroffen stellt er eine Frage nach der nächsten, um weitere Antworten von Haarmann zu provozieren. Das wirkt zuweilen langatmig, den Gästen im Havana Cuba-Linden scheint das aber nichts auszumachen. Viel Applaus gibt es am Ende für die beiden Darsteller - und dann wird eine weitere Runde beim Wirt bestellt. Von einem Skandal ist da nichts zu spüren.

Von Melanie Huber

Veranstaltungstipp

Aufgrund der großen Nachfrage wird das Haarmann-Stück am Sonntag, 5. Juni, noch einmal im Havana Cuba-Linden gespielt. Der Eintritt kostet 10 Euro, um Reservierung unter der Telefonnummer 71 30 02 31 wird gebeten. Zuvor gibt es noch eine weitere Aufführung am Sonnabend, 28. Mai, in der Südstadt: ab 20 Uhr in der Schluckstube, Große Barlinge 70. Der Eintritt wird dort in Form von Spenden entgegengenommen.

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Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
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