Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Keine rot-grüne Mehrheit im Westen

Kommunalwahl 2016 Keine rot-grüne Mehrheit im Westen

Entsetzen herrscht in den Wahlbezirken Ricklingen und Ahlem nach den AfD-Erfolgen der Kommunalwahl. Linden-Limmer wählt links – die CDU bleibt unter zehn Prozent. Alle Ergebnisse der Kommunalwahl für den Westen Hannovers sowie die neuen Bezirksräte haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Voriger Artikel
Glocksee Bauhaus startet Wettbewerb zum Upcycling
Nächster Artikel
Fössebad: Stadt lässt Politiker warten
Quelle: Ditfurth

Linden-Limmer

Theoretisch stehen die Grünen trotz leichter Verluste (minus 5,4 Prozentpunkte) mit der gleichen Aufgabe da wie 2011: Sie können als stärkste Fraktion den Ton angeben und könnten mit der SPD (minus 5,2) ein stabiles Mehrheitsbündnis bilden. Die Grünen taten das damals nicht, sondern schlossen sich zunächst mit der Linken zusammen. Die SPD hatte damals Widerstand gegen die Wahl des Grünen Rainer-Jörg Grube als Bezirksbürgermeister gezeigt. „Diese Erinnerung ist noch da“, sagt der amtierende Grünen-Fraktionschef Daniel Gardemin. Grube gewann mit 1195 Stimmen wie kein anderer Kandidat seiner Partei und könnte nun auch in den Rat der Stadt einziehen. „Ich bin angenehm überrascht“, sagt er. Womöglich zeige sich darin auch eine Erwartungshaltung an ihn persönlich.

Möglicherweise bitten die Grünen, wie schon 2011, erneut die Linke (plus 6,3) um eine Vereinbarung, die zumindest die Wahl des Bezirksbürgermeisters und seines Stellvertreters im November umfasst. Ludwig Luk List, der schon einmal von 2006 bis 2011 für die Linke im Bezirksrat saß, findet Grubes bisherige Arbeit sympathisch. „Er läge mir näher als die SPD.“ List will Themen wie den Erhalt des Fössebads oder die Rückkehr der Bücherei in das Freizeitheim Linden vorantreiben. Aber ein festes Bündnis müsse es gar nicht geben, sagt Gardemin. Auch wechselnde Mehrheiten brächten Ergebnisse. So sei es schließlich in der vergangenen Wahlperiode zuletzt auch gewesen.

Das sind die neuen Bezirksräte : SPD (5): Ingrid Wadepohl, Julia Laube, Eike Geffers, Matthias Voß, Cornelia Schweingel. CDU (2): Gabriele Steingrube, Michael Klenke. Grüne (7): Rainer-Jörg Grube, Anke Probst, Maren Weist, Daniel Gardemin, Marlen Martin, Steffen Mallast, Julia Willie Hamburg. Linke (4): Ludwig Luk List, Ingrid Schmalz, David Manuel Müller, Pia Fiedler. FDP (1): Ekim Bulut Piraten (1): Thomas Ganskow. Die Partei (1): Jasmin Grobleben.

Ahlem-Badenstedt-Davenstedt

„Wir müssen feststellen, dass der Wähler ganz klar Rot-Grün abgewählt hat und nicht möchte, dass sich die bestehenden Strukturen weiter fortsetzen.“ So kommentiert Sabine Dudda, die Spitzenkandidatin der CDU, den Verlust der Rot-Grünen Mehrheit im Ahlemer Bürgerhaus. Mit 34,4 Prozent fällt das Ergebnis der SPD deutlich schlechter aus als 2011 (43,1 Prozent). Die Grünen rutschen von 16,6 auf 12,1 Prozent ab. Beide Parteien verlieren damit jeweils ein Mandat. Während die CDU mit 25,8 Prozent weiter fünf der 19 Sitze hält, ist die AfD der große Gewinner im Stadtbezirk. Mit 12,1 Prozent übertraf das Ergebnis sogar die Erwartungen von Spitzenkandidat Reinhard Hirche. „Ich bin schon erstaunt“, so ein überraschter Hirche am Morgen nach der Wahl. Die AfD wird künftig mit zwei Sitzen im Bezirksrat vertreten sein. FDP, Linke und die Piraten sind jeweils mit einem Mandat vertreten.

Wer regiert künftig in Ahlem? Eine Koalition mit Beteiligung der AfD scheint jedenfalls ausgeschlossen. „Koalieren werden wir auf keinen Fall“, stellt Hirche fest. Auch SPD-Spitzenkandidat Rainer Göbel schließt diese Variante aus. Die Schlappe seiner Partei und das gute Abschneiden der Neulinge führt er auf die Flüchtlingsunterbringung im Stadtbezirk zurück. „Es zeigt sich, dass viele Menschen damit Sorgen und Nöte verbinden“, so Göbel.

CDU-Spitzenkandidatin Dudda kündigte an, den Posten des Bezirksbürgermeisters nicht kampflos Rot-Grün zu überlassen. Die bisherige Bezirksbürgermeisterin Brigitte Schlienkamp (SPD) war nicht zur Wahl angetreten.

Das sind die neuen Bezirksräte SPD (7): Kerstin Klebe-Politze, Rainer Göbel, Maria-Theresa Eggers, Thomas Alfermann, Frank Sorge, Graciela Guaqueta-Korzonnek, Ismail Ates. CDU (5): Sabine Dudda, Udo Volker Höhne, Hans-Jürgen Breitkreuz, Burgfried Stamer, Cordelia Loß. Grüne (2): Rene Rosenzweig, Sabine Nolte-Vogt. Linke (1): Julia Grammel. FDP (1): Uwe Bretthauer. Piraten (1): Siegfried Egyptien. AfD (2): Reinhard Hirche, Witali Lukanowski.

Ricklingen

Die Zeiten einer bequemen rot-grünen Mehrheit im Bezirksrat sind vorbei. Sowohl SPD (minus 11,6 Prozentpunkte) als auch Grüne (minus 6,3) haben Verluste einstecken müssen. Gemeinsam bringen sie es nur noch auf neun Sitze im Bezirksrat; für ein Mehrheitsbündnis müssten es elf sein. Dennoch ist die SPD stärkste Fraktion und dürfte bei der konstituierenden Sitzung im November mit Andreas Markurth den alten und neuen Bezirksbürgermeister stellen. Die rechtspopulistische AfD gewann drei Sitze. „Wird sie in Opposition gehen oder Sachpolitik machen?“, fragt sich Markurth. Er will aber zunächst neutral auf die AfD zugehen. Die will sich erst einmal einfühlen in die Bezirksratsarbeit, sagt der frisch gewählte AfD-Vertreter Roland Herrmann. Man werde ja sehen, wie die anderen auf die neue Partei reagierten, sagt der frisch gewählte AfD-Vertreter Roland Herrmann. Er könne gute Anträge gern mittragen, egal, von welcher Partei sie eingebracht würden. Eine Ausnahme bilde aber die „sogenannte Willkommenskultur“ gegenüber Flüchtlingen. Wenn der Bezirksrat diese in Ricklingen unterstütze, werde die AfD dagegen stimmen.

Die CDU kommt wie 2011 auf sechs Sitze. Das sei positiv, sagt Fraktionschef Christian Weske. Markurth will nun Gespräche für die Bildung einer Mehrheit führen. Es gibt zwei Optionen: Rot-Grün im Verbund mit mehreren Einzelvertretern oder ein Bündnis mit der CDU, was den Grünen nicht gefallen kann. Möglich auch, dass sich die Fraktionen bei jeder anfallenden Abstimmung ihre Mehrheiten erarbeiten.

Das sind die neuen Bezirksräte : SPD (7): Andreas Markurth, Angelika Walther, Dr. Jens Menge, Sophie Bergmann, Frank Weber, Friederike Masanke, Marlo Kratzke. CDU (6): Frank Kumm, Christian Weske, Annelore Stache, Erdem Winnicki, Birgit Nolte, Reinhard Deppe. Grüne (2): Michael Dette, Maria Tzinopoulou-Gilch. Die Linke (1): Sven Steuer. FDP (1): Hans-Jörg Schrader. Piraten (1): Andreas Fauteck. AfD (3): Markus Karger, Roland Herrmann, Hans-Heinrich Prieß.

Mitte

Im Bezirksrat Mitte müssen die Karten neu gemischt werden. SPD und Grüne haben ihre Mehrheit verloren. Das liegt vor allem daran, dass beide Parteien Einbußen hinnehmen mussten. Die Grünen verloren fast acht Prozentpunkte, die SPD rutschte um 2,3 Prozentpunkte ab. Beide zusammen kommen auf neun Sitze, für eine Mehrheit braucht es zehn. „Das ist ärgerlich, weil wir prozentual gerechnet eigentlich eine Mehrheit hätten“, sagt Grünen-Fraktionschef Martin Nebendahl. Tatsächlich hat Rot-Grün mehr als 52 Prozent der Stimmen bekommen. Bezirksbürgermeister Michael Sandow (SPD) hofft, dass bei der Nachzählung noch ein Mandat für Rot-Grün herausspringt. „Solche Verschiebungen hat es schon gegeben“, sagt er.

Gewinner sind die kleinen Parteien. Die FDP legte um 4,6 Prozentpunkte zu, die Linke um 4,4 Prozentpunkte. Beide sind jetzt mit zwei Mandaten vertreten. Auch die CDU kann sich über einen leichten Anstieg der Stimmen freuen. Sie schickt eine fast komplett neue Mannschaft in den Bezirksrat.

Jetzt ergeben sich viele Koalitionsmöglichkeiten. Rot-Grün könnte sich mit der FDP zusammentun, aber auch mit den Linken wäre ein Bündnis möglich, ebenso eine Große Koalition. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich Rot-Grün einen dritten Partner sucht“, sagt Sandow. Die Grünen sehen auch Schnittmengen mit der CDU, aber weniger mit den Piraten.

Das sind die neuen Bezirksräte : SPD (5): Michael Sandow, Hülya Demir, Ake Hübner, Zehra Seckin, Bala Subramanian Ramani. CDU (5): Martin Hoffmann, Cornelia Kupsch, Diana Rieck-Vogt, Theresa Hein, Katja I. L. Sommer. Grüne (4): Julia Stock, Martin Nebendahl, Reinhilde Muschter, Christoph Baathe. Linke (2): Axel Hogh, Gunda Pollok-Jabbi. FDP (2): Wilfried Engelke, Steffen Dähne. Piraten (1): Jürgen Junghänel.

Von Marcel Schwarzenberger, Mario Moers, asl

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Linden
So schön ist Hannover-Linden

Das Ihme-Zentrum hat viele Facetten, hinter seiner grauen Kulisse verbergen sich Geschichten aus vergangener Kinderzeit, Heimatliebe und Zukunftsträumen. In unserer multimedialen Reportage nehmen wir Sie mit zu einem interaktiven Besuch vor Ort. So haben Sie das Ihme-Zentrum noch nie gesehen – versprochen.

Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
Aus der Region
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.