Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Kesselhaus mit Graffiti beschmiert

Rückschlag bei Sanierung Kesselhaus mit Graffiti beschmiert

Viel Arbeit und Geld steckt die Faust-Stiftung in die Sanierung des historischen Kesselhauses auf dem Gelände des Kulturzentrums Faust. Die Arbeiten sind deutlich vorangeschritten. Doch nun gibt es einen Rückschlag: Unbekannte haben das Kesselhaus in der vergangenen Woche großflächig mit Graffiti besprüht.

Voriger Artikel
Buntglasfenster werden restauriert
Nächster Artikel
Neuer Design-Laden lockt nach Linden

Die Sprayer nutzten das Baugerüst aus, um den Bau zu beschmieren.

Quelle: privat

Hannover. „Mit großer Enttäuschung müssen wir feststellen, dass die Sprayer keinen Respekt vor der denkmalgeschützten Fassade haben“, sagt Stiftungssprecher Peter Hoffmann-Schoenborn. Die Stiftung hat Anzeige gegen unbekannt erstattet. Trotz des Vorfalls hält sie aber daran fest, das Kesselhaus wie geplant zum Tag des offenen Denkmals am 11. September für Besucher zu öffnen.

Die Täter nutzten offenbar ein Gerüst, das für Dacharbeiten aufgebaut worden war, um ihre Hinterlassenschaften an die Wände zu sprühen. Vermutlich sei das Gebäude an zwei verschiedenen Tagen beschmiert worden, sagt Hoffmann- Schoenborn: „Von oben bis unten ist alles voll.“ Die Polizei habe zugesichert, nun häufiger Streifenbeamte auf das Gelände zu schicken. Die Kosten, die dafür aufgewendet werden müssen, die Graffiti zu entfernen, hätte man lieber für die Sanierung ausgegeben, erklärt der Stiftungschef. „Für den Gegenwert hätten wir bis zu vier der historischen Fenster erneuern können.“

Sanierung kostet 250.000 Euro

Das ist umso ärgerlicher, weil viel Engagement nötig war, um die Finanzierung des Projekts zu sichern. Die Hälfte der 250 000 Euro teuren Arbeiten trägt der Bund, hinzu kommen 85 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und anderen Geldgebern. Allein 42 000 Euro bringt die Faust-Stiftung auf - aus Eigenmitteln, von Bürgern gesammelten Spenden und über unentgeltliche Dienstleistungen von Architekten und Handwerkern, die das Projekt unterstützen.

Inzwischen sei das Kesselhaus von Asbest und Taubenkot befreit und bereits jetzt wieder begehbar, sagt Hoffmann-Schoenborn. Die in Abstimmung mit dem Denkmalschutz notwendigen weiteren Arbeiten gestalteten sich allerdings komplexer als zunächst angenommen. Es werde daher nicht möglich sein, die komplette Sanierung bis zum Denkmaltag am 11. September fertigzustellen. Die Pressestelle des Kulturzentrums Faust hatte schon eine E-Mail verschickt, in der von einer Verschiebung des Eröffnungstermins die Rede war.

"Denkmalschutz ist ein Prozess"

Doch Hoffmann-Schoenborn gibt Entwarnung: „Die wesentlichen Arbeiten, die die Begehbarkeit sichern, werden erledigt sein. Aber zum Beispiel können wir noch nicht alle Fenster und Türen termingerecht ersetzen, auch manche Stellen im Mauerwerk werden noch nicht dem Endzustand entsprechen.“ Er versichert, dass die Besucher auf jeden Fall einen „Ah- und Oh-Effekt“ erleben werden. „Denkmalschutz ist eben ein Prozess, auch das können wir auf diese Weise dokumentieren.“

Die feierliche Eröffnung des Kesselhauses ist am 11. September um 11 Uhr geplant. Ab 12 Uhr wird es möglich sein, das Gebäude - geführt in Kleingruppen mit etwa 20 Personen- zu besichtigen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Aufwendige Sanierung
Hermetisch abgeriegelt: Eine Materialschleuse an der Außenwand des Kesselhauses.

Das historische Kesselhaus auf dem Faust-Gelände ist eines der letzten Relikte Lindener Industriekultur. Derzeit wird das mit Asbest- und Taubenkot verseuchte Wahrzeichen aufwendig saniert.

mehr
Mehr aus Linden
So schön ist Hannover-Linden

Das Ihme-Zentrum hat viele Facetten, hinter seiner grauen Kulisse verbergen sich Geschichten aus vergangener Kinderzeit, Heimatliebe und Zukunftsträumen. In unserer multimedialen Reportage nehmen wir Sie mit zu einem interaktiven Besuch vor Ort. So haben Sie das Ihme-Zentrum noch nie gesehen – versprochen.

Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
Aus der Region
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.