Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Linden Kiosk-Streit: Vermieter klagt - Rewe bietet Job an
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Kiosk-Streit: Vermieter klagt - Rewe bietet Job an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 13.06.2017
Von Juliane Kaune
Der Kiosk Türk an der Limmerstraße. Quelle: Christian Behrens
Anzeige
Hannover

Der Vermieter des Kiosks in der Limmerstraße 4 in Linden hat eine Räumungsklage beim Landgericht eingereicht. Eine Fortsetzung des Mietverhältnisses sei ausgeschlossen, ließ Georg Olbrich über seine Anwältin mitteilen. Im September 2012 sei Betreiberin Esengül Türk darauf hingewiesen worden, dass die Kioskfläche später von einem Großmieter benötigt werden könnte, heißt es. Daher seien nur einjährige Verträge mit dreimonatiger Kündigungsfrist geschlossen worden.

Türk muss ihren Kiosk aufgeben, weil der Vermieter zu Ende Mai gekündigt hat. Das Lädchen und seine Betreiberin sind überaus beliebt, es gab eine Unterschriftenaktion und eine Demonstration für den Verbleib des Kiosks. Türk sieht sich ihrer Lebensgrundlage entzogen. Einen anderen Standort hat sie bisher nicht gefunden. Zu dem Jobangebot von Rewe sagt sie: „Das hilft mir nicht weiter. Ich würde mir wünschen, dass Rewe von dem Mietvertrag über den Kiosk zurücktritt oder an mich untervermietet.“ Und sie bleibt beharrlich: „Ich bleibe bis zur Räumungsklage.“

250 Lindner hatten für den Verbleib des Kiosks demonstriert, eine Online-Petition haben fast 16.000 Personen unterschrieben.

250 Menschen haben gegen die Schließung des Kiosk von Esengül Türk an der Limmerstraße demonstriert.

Der Vermieter spricht von einer „öffentlichen Kampagne“. Laut Anwältin haben vor allem Beschwerden über Lärm durch den Kiosk den Ausschlag für die Kündigung des Vertrages gegeben. Esengül Türk erklärte, der Vermieter habe sie nie auf diese Probleme hingewiesen und ihr bisher keine Stellungnahme zur Kündigung ermöglicht.

Rewe bietet Hilfe an

Der Rewe-Konzern hat Kioskbetreiberin Esengül Türk Hilfe bei der Suche nach einem neuen Standort angeboten. Auch ein „Austausch über eine mögliche Jobperspektive bei Rewe“ sei möglich, sagt Sprecherin Daniela Beckmann. Sie erklärt aber auch, dass ein Vertrag zwischen Rewe und dem Vermieter bestehe – mit der Vereinbarung, die frei gewordenen Räume der Drogeriekette Rossmann samt Kioskfläche für eine Erweiterung des Lebensmittelmarktes nutzen zu können.

Vergangene Woche war über Facebook eine Nachricht verbreitet worden, dass Rewe kein Interesse mehr an der 38 Quadratmeter großen Kioskfläche habe. Doch das stellte Sprecherin Beckmann gegenüber dem Stadt-Anzeiger nun richtig. Der Vermieter habe ausdrücklich gewünscht, dass Rewe nicht nur die 300 Quadratmeter große frühere Rossmann-Fläche anmietet, sondern auch den Kiosk.

Der Musikclub Béi Chéz Heinz soll dem Schwimmnbadneubau weichen. Doch das Team hat jetzt ein Konzept vorgestellt, mit dem der Verbleib aus seiner Sicht möglich wäre. „Wir wollen den Keller und das darüberliegende Erdgeschoss zum Kulturzentrum umzubauen“, sagt Geschäftsführer Jürgen Grambeck.

Juliane Kaune 12.06.2017

Der Bezirksrat Linden-Limmer votiert gegen den Bebauungsplan für das Areal am Fischerhof - weil den Politikern der Lärmschutz für die künftigen Bewohner nicht ausreicht. Die Entscheidung liegt am Ende aber bei der Stadt.

Juliane Kaune 02.06.2017

Großer Andrang am Dienstagabend am Küchengartenplatz in Linden: Mehr als 250 Teilnehmer protestieren dort gegen die Schließung des Kiosk von Esengül Türk an der Limmerstraße. Der Rewe-Supermarkt will sich dort vergrößern, der Kiosk soll dafür weichen. 

Susanna Bauch 31.05.2017
Anzeige