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Linden Kleingärtnerin kämpft gegen Nachbarlaube
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Kleingärtnerin kämpft gegen Nachbarlaube
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00:15 11.11.2017
Machtlos vor einer Wand: Gabriele Hein will nicht akzeptieren, dass die Nachbarlaube in ihr Grundstück ragt. Quelle: Schröder
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Linden-Süd

Sie ist grau, rot, groß und hässlich. Seit die Wand der Nachbarlaube ihre Grundstücksgrenze überragt, kann Gabriele Hein ihren Kleingarten in der Kolonie Bahn-Landwirtschaft in Linden-Süd nicht mehr genießen - und dieser Zustand dauert seit mehr als zwei Jahren an.

„Im Juli 2015 ging es los“, berichtet die 65-Jährige und blättert in der Mappe mit Briefen und Anträgen, die sie angelegt hat. „Ich bin in den Garten gekommen, und dort standen plötzlich große Stahlsäulen an der Laube meiner Nachbarin, die meine Grundstücksgrenze überschritten.“ Kurz darauf habe die Nachbarin begonnen, die Laube zu erweitern - seitdem habe diese bedeutend an Größe zugenommen. Möglicherweise sei nun sogar das obere Stockwerk bewohnbar.

Keine Genehmigung vorgewiesen

Grundsätzlich dürfen Gartenlauben eine bestimmte Größe nicht überschreiten. Sonst könnten sie als Wohnhaus genutzt werden, was nicht erlaubt ist. Es gibt aber Sonderregelungen. Entsprechende Bauanträge zu genehmigen fällt in die Zuständigkeit des Eigentümers - in diesem Fall ist das die Deutsche Bahn AG.

Laut Hein hat ihre Nachbarin keine Genehmigung vorgewiesen, sondern einfach mit dem Bau begonnen. Hein informierte den Vorstand des Unterbezirks des Kleingärtnerverbandes und Beate Fruth-Tepe, die Geschäftsführerin der Bahn-Landwirtschaft Bezirk Hannover. Sie bat um eine Ortsbegehung. „Mir wurde danach gesagt, das sei nicht in Ordnung, und die Laube müsse zurückgebaut werden. Die Säulen stehen ja auf meinem Grundstück, und die Laube ist einfach zu groß“, sagt Hein. Im Herbst 2015 wurde der Nachbarin ein mündlicher Baustopp erteilt. „Für vier Wochen war Ruhe, dann hat sie weitergemacht.“

In den folgenden zwei Jahren wandte sich Hein erneut an die Geschäftsführerin der Bahn-Landwirtschaft und an das Bauamt. „Dort hieß es immer, solch ein Bau sei nicht gerechtfertigt - aber passiert ist nichts“, ärgert sich die 65-Jährige. Fruth-Tepe war für den Stadt-Anzeiger zu diesem Thema nicht zu sprechen. Hein schaltete schließlich sogar den Rechtsanwalt Stefan Bald ein.

Ausgang weiterhin offen

Im Mai dieses Jahres, nach mehreren persönlichen Auseinandersetzungen mit ihrer Nachbarin, initiierte sie ein Streitschlichtungsverfahren. Darin berichtete die Nachbarin von einer mündlichen Bauerlaubnis des Vorsitzenden der Kolonie, nachdem sie ihm Handskizzen eingereicht habe. Daher habe sie den Bau für zulässig gehalten. Sie habe die Laube nur renovieren wollen, nachdem ein von Hein gepflanzter Efeu die alte Wand durchfeuchtet habe.

Laut Schiedsmann hätte für den Bau eine schriftliche Erlaubnis vorliegen müssen, eine mündliche Zusage reiche nicht. Er stellte aber auch fest, dass Hein trotz Beschwerden nie einen Abriss oder Rückbau der Laube beantragt habe. Die Streitschlichtung endete mit einem Ergebnislosigkeitsprotokoll - wegen fehlender Beweismittel.

Wie der Fall ausgeht, ist weiter offen. „Frau Hein hätte ein Gutachten erstellen lassen müssen, das die Grundstücksgrenzen genau ausweist - dann ist es möglich, gerichtlich vorzugehen“, sagt Rechtsanwalt Bald. Ohne dieses Gutachten seien ihr im gerichtlichen Vorgehen die Hände gebunden.

Heins Nachbarin war zu einem ausführlichen Kommentar nicht bereit. Sie erklärte auf Anfrage: „Die ganze Sache ist völlig ungerechtfertigt. Mehr sage ich dazu nicht.“

Von Nele Schröder

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