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Linden Kommt der City-Tree nach Linden?
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Kommt der City-Tree nach Linden?
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12:00 12.07.2017
Von Susanna Bauch
Hannovers erster City Tree stand auf der Cebit.  Quelle: Samantha Franson (Archiv)
Hannover

Strittige Debatten um den richtigen Standort und den nachweisbaren Öko-Effekt – die Stadtverwaltung hat das Projekt City-Tree beendet, bevor es losgehen konnte. Auch die Stadtwerke, die die moosbesetzten Hochkantbeete im Stadtgebiet aufstellen wollten, sind auf Distanz gegangen. Auf der Internetseite des Unternehmens ist das Konzept für die Feinstaub filternde Viermeterwand verschwunden. Aber vielleicht könnte diese nun im Stadtbezirk Linden-Limmer aufgestellt werden.

Der Konflikt um die Mooswand schwelt seit Monaten. Eigentlich wollten die Stadtwerke mit dem Hochkantbeet zeigen, dass das kommunale Unternehmen in den Umweltschutz vor Ort investiert. Kunden, die sich für einen bestimmten Tarif entscheiden, finanzieren Öko-Projekte mit. Der City-Tree bot sich als Beispiel an, weil er kaum zu übersehen ist und die Moose angeblich so viel Feinstaub filtern wie 275 Bäume – was strittig blieb. Die Stadtwerke wollten ursprünglich mehrere Mooswände aufstellen.

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Denn ein 10 000 Euro teures Exemplar wurde bereits verbindlich bestellt. Und falls dieser Vertrag nicht rückgängig gemacht werden kann, will der Bezirksbürgermeister von Linden-Limmer, Rainer-Jörg Grube, gewissermaßen einspringen – nach Absprache mit seinen Fraktionskollegen. „Wir haben ja auch im Bezirksrat über Monate das Für und Wider in Sachen City-Tree verfolgt“, sagt Grube. „Selbst wenn so eine Mooswand nur 27 und nicht wie versprochen 275 Bäume bei der Feinstaubfilterung ersetzt, wäre das doch eine gute Sache.“ Über die Effektivität könne man lange streiten. Oder es einfach ausprobieren.

Diskussion nach der Sommerpause

Grube plädiert dafür, dass – wenn das bestellte Exemplar geliefert wird – sich in seinem Stadtbezirk viele Standorte finden lassen. Dicke Luft, so der Bürgermeister, gebe es in Linden und Limmer reichlich, nicht zuletzt wegen der Bundesstraßen, Schnellwege und Lastwagen, die die Abkürzung durch den Stadtbezirk nehmen. „Am Deisterplatz, an der Wunstorfer Straße oder am Schwarzen Bären könnte ich mir den City-Tree gut vorstellen“, sagt Grube. Da das Hochkantbeet ursprünglich aber nicht nur grüne, sondern auch werbliche Wirkung entfalten sollte, komme auch der Küchengartenplatz infrage. „Da sind jede Menge Menschen unterwegs, außerdem liegt der Platz gegenüber dem momentanen Hauptsitz von Enercity und dem Heizkraftwerk.“

Der Bezirksbürgermeister möchte das Thema nach der Sommerpause in seinem Gremium diskutieren. Allerdings nur, wenn das bestellte Exemplar wirklich ausgeliefert ist. „Physisch haben wir ja hier noch gar keinen City-Tree“, sagt Enercity-Sprecher Carlo Kallen, der sich zum Thema Mooswände nun zurückhält. Die Entscheidung, ob die bestellte Ware auch abgenommen werden müsse, falle erst nach der Sommerpause. „Den Vorschlag aus Linden werden wir dann aber in das Projekt spiegeln“, sagt Callen.

Im Keller muss der City-Tree wohl nicht verschwinden. Schließlich stand auch der Bezirksrat Vahrenwald-List dem Projekt wohlwollend gegenüber. Ob Enercity vorrangig die Luft filtern oder aber Aufmerksamkeit für das Unternehmen wollte, bleibt offen. „Wir sammeln jetzt weitere Ideen für unsere Umweltvorhaben“, erklärt Kallen.

Restposten gegen dicke Luft

Bestellt und nicht abgeholt: Das muss dem einzigen City-Tree, der noch Aussicht hat, in Hannover zu landen, nicht passieren. Stadt und Enercity haben das Öko-Werbeprojekt zwar offiziell beerdigt, ein Exemplar ist allerdings bereits verbindlich geordert. Sollte der Kauf nicht rückgängig zu machen sein, will Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube sich seiner annehmen. Bei der Standortfrage sieht er im Stadtbezirk keine Probleme – auf jeden Fall gibt es genug Flächen, an denen sich Menschen tummeln und die Luft dreckig ist. Ob so ein Hochkantbeet wirklich in Sachen Feinstaub-Filterung 275 Bäume ersetzt, sei dahingestellt. Allerdings würde auch ein Zehntel davon für die Luft etwas bringen.

An dem Prototypen ließe sich prima messen, was er beim Umweltschutz wirklich leistet. Der Restposten könnte daher zu einer Art Versuchskaninchen werden – bei positivem Ergebnis könnte der City-Tree dann doch noch eine große Sache werden. So schnell, wie sich auch Enercity von dem Projekt verabschiedet hat, ist das zwar unwahrscheinlich. Aber ein Testlauf an prominenter Stelle wäre nicht unbedingt verkehrt – also gut, dass Linden sich „opfern“ will.

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