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Linden Lebenshilfe feiert inklusives Fest
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Lebenshilfe feiert inklusives Fest
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02:15 05.05.2016
Keine Berührungsängste: Die Nachwuchstänzer vom Kinderhaus St. Vinzenz sind nicht zu bremsen. Quelle: Benjamin Behrens
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Linden-Süd

Sie alle haben zusammen gefeiert: Am vergangenen Sonnabend verwandelten behinderte und nicht behinderte Menschen die Charlottenstraße in eine bunte Freiluftmeile mit Bühnen und Ständen. Unter dem Motto „Einfach für alle - gemeinsam für eine barrierefreie Stadt“ hatte die Lebenshilfe Hannover in Kooperation mit ihrem Zentrum Normal in Linden zu dem Straßenfest eingeladen, das sich längst im Stadtteil etabliert hat. Bereits zum sechsten Mal wurde die Charlottenstraße gesperrt, damit genug Platz zum Feiern war.

„Den Anfang macht wie in jedem Jahr der Kindergarten Weberhaus“, kündigt Kendrick Macasero an, der Leiter der Begegnungsstätte Normal in Linden. „Oh, oh, oh, du armer Floh, hast sechs Beine, und du hüpfst nur so“, schallt es fröhlich von der Bühne. Im Kindergarten Weberhaus lernen und spielen behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam.

Neben Tanzgruppen, Clowns und jungen Zirkusartisten, die das Publikum mal auf, mal vor der Bühne unterhalten, treten drei Musikgruppen auf. Audiocircus spielt Soulrock aus Hannover, und auch die Rock-Pop-Formation Kurz & Knapp hatte es nicht weit zu ihrem Auftritt. Sogar aus dem Fernsehen bekannt ist die mit einem Echo prämierte Sängerin Oonagh alias Senta-Sofia Delliponti - sie ist zugleich Inklusionsbotschafterin der Lebenshilfe. Seit April vergangenen Jahres setzt sich die Musikerin für Menschen mit Behinderung ein und war darum auch beim Fest in der Charlottenstraße dabei.

An den vielen Ständen wartet neben Gebäck und alkoholfreien Cocktails auch viel Infomaterial über die verschiedenen inklusiven Einrichtungen im Stadtgebiet auf neugierige Besucher. Jan Ewerts Tochter Greta spielt am Tisch des Heilpädagogischen Kindergartens mit Knete. Eifrig schneidet, rollt und drückt die Zweijährige das bunte Spielmaterial in Form. Der Papa schaut zu. „Ich war bisher noch nie hier, aber es gefällt mir gut“, sagt der 36-Jährige.

Auch Lennart Hamann ist begeistert - sowohl vom Fest als auch von Hannover. Zum Studium ist der 22-Jährige aus Eckernförde hergezogen. Er orientiert sich gerade neu und arbeitet währenddessen bei der Lebenshilfe. So hat er Roman Baldauf kennengelernt. „Ich bin sein Kumpel-Betreuer“, sagt Lennart lachend. Und auch Roman strahlt. Einfach etwas gemeinsame Zeit zu verbringen und vielleicht sogar neue Freunde zu finden, ist für behinderte Menschen nicht selbstverständlich. Zu groß sind oft die Berührungsängste.

Manchmal aber reichen schon ganz kleine Gesten für eine ganz große Freude. Gemeinsam heben Andreas Hempel, Markus Nückel und Annika Brandes Maya Dressler aus ihrem Rollstuhl und ziehen sie behutsam in die aufgestellte Hüpfburg. „Das mag sie total gerne, und es ist schwierig, wenn man keinen hat, der einem hilft“, sagt die Betreuerin der 17-Jährigen. Man sieht den beiden an, wie sehr sie sich über die spontane Unterstützung freuen.

Von Benjamin Behrens

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