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Das Apollo wird renoviert

Filmpause beginnt Ende Juni Das Apollo wird renoviert

Die nächste Sessel-Generation muss her – und bei dieser Gelegenheit wird gleich der gesamte Kinosaal des Apollos renoviert. Zwischen dem 23. Juni und dem 14. Juli gibt es deshalb eine Filmpause.

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Das Apollo-Kino wird renoviert - aber verändert den Charakter nicht, verspricht Chef Torben Scheller.

Quelle: Michael Wallmueller

Hannover. Ein bisschen ist es so wie mit dem alten Lieblingssessel. Eigentlich sieht er noch ganz gut aus, aber wenn man etwas länger darauf sitzt, stellt sich heraus, dass er seine besten Tage schon hinter sich hat. Auch die 200 plüschigen roten Kinosessel im Apollo haben nach 13 Jahren solche Alterserscheinungen. Vor allem aber: Es gibt keine Ersatzteile mehr für das Modell Galley, auf dem im Laufe der Jahre Tausende Kinobesucher Platz genommen haben. Darum hat Apollo-Chef Torben Scheller jetzt entschieden: Die nächste Sessel-Generation muss her. Und bei dieser Gelegenheit wird gleich der gesamte Kinosaal renoviert. Zwischen dem 23. Juni und dem 14. Juli gibt es deshalb eine Filmpause.

"Das Apollo wird seinen Charakter nicht verändern"

Doch keine Angst: „Das Apollo wird seinen Charakter nicht verändern, die Gäste werden es komplett wiedererkennen“, versichert Scheller. Geplant sind Putzarbeiten und ein neuer Anstrich, auch Linoleum und Teppichbahnen auf dem Boden werden ausgetauscht. Besondere Sorgfalt muss der Maler bei den Deckenarbeiten walten lassen: Die historische Stuckdecke des 1908 eröffneten Kinos wird fachgerecht renoviert. Auch das altbekannte Wandgemälde, das einen Kinovorhang mit typischem Faltenwurf kopiert, wird natürlich nicht überstrichen. „Das werden wir mit einer Schutzschicht sichern lassen“, erklärt Scheller. Wann genau das Kunstwerk aufs Mauerwerk gekommen ist, weiß er nicht. Irgendwann nach dem Brand des Apollos im Jahr 1981 müsse das gewesen sein, meint Scheller, der 2003 die Regie in dem Kino übernommen hat.

Mehr Sitzkomfort und Getränkehalter

Die Nachfolger der roten Sessel werden einen besseren Sitzkomfort bieten - und erstmals auch Getränkehalter. Optisch sollen sie sich aber nicht von den altgedienten (und von den Gästen geliebten) Sitzmöbeln unterscheiden. Nur der Name ändert sich: Statt auf Galley werden die Filmfans künftig auf dem Modell Prag Platz nehmen - und natürlich auch die Fans von Desimos Spezial Club, der Comedybühne, die regelmäßig im Apollo gastiert. „Wir haben eine Spezialfirma in Berlin gefunden, die fast identische Sessel liefert. Das war gar nicht so einfach“, sagt Scheller. Denn die kultigen Klappsessel werden kaum mehr produziert. „Die meisten Kinos setzen ja inzwischen auf Luxus-Design.“ Die neuen Sessel werden im vorderen Bereich des Saales so eingebaut, dass sie gegenüber der Vorreihe jeweils leicht versetzt sind - damit die Sicht auf die Leinwand nicht mehr durch den Hinterkopf des Vordermannes behindert wird. „Trotzdem bleiben es 200 Sitze, wir haben das x-mal durchrechnen lassen - das funktioniert“, sagt Scheller.

Einen Sessel für's Zuhause?

Wer sich gar nicht von Galley trennen mag, kann ein Exemplar mit nach Hause nehmen. Am Tag vor der Renovierungspause dürfen die Gäste sich jeweils selbst einen Sessel ausbauen und zum Stückpreis von 10 Euro mitnehmen. Allerdings sind alle 200 Sessel schon von den künftigen Eigentümern bestellt und an diese vergeben worden. „Binnen zwei Tagen waren die vergriffen, damit hätten wir nicht gerechnet“, sagt Scheller. Zwei ganz besondere Sitzmöbel werden auch nach der Renovierung stehenbleiben: Im Kinofoyer sind zwei hölzerne Klappsitze aus dem Apollo-Gründungsjahr zu bewundern - und diese sind unverkäuflich.

Nach der Renovierung öffnet das Apollo, Limmerstraße 50, am Freitag, 15. Juli, wieder. Eine Woche lang ist dann eine Auswahl von besonderen Hannover-Filmen zu sehen, Infos unter www.apollokino.de.

Apollo sucht alte Fotos

Das Apollo ist das älteste Kino Norddeutschlands. 1908 eröffnete die damals erst 23-jährige Wilhelmine Kaufmann das Lichtspielhaus im ehemaligen Tanzsaal Sander. Im Zweiten Weltkrieg zerstörte 1944 eine Bombe einen Teil des Kinos, die Gründerin verstarb im Jahr darauf. Nach dem Krieg gestattete die Besatzungmacht den weiteren Betrieb. Die Familie ter Horst übernahm das Kino und führte es über mehrere Jahrzehnte.

In den Siebzigerjahren wurde der damalige Student und heutige Kinounternehmer Hans-Joachim Flebbe Programmgestalter – er blieb dem Apollo auch noch treu, als er schon längst eigene Kinos betrieb. Seit 2003 ist Torben Scheller Chef im Apollo. Und er ist immer auf der Suche nach historischen Fotos, die die Geschichte des Kinos dokumentieren – vor allem aus der Zeit vor dem Brand 1981.

Wer entsprechende Bilder besitzt, kann sich unter der E-Mail-Adresse info@apollokino.de an Scheller wenden.

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Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
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