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Linden Der Westen bekommt drei neue Kitas
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Der Westen bekommt drei neue Kitas
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02:15 05.12.2015
Der Kita-Bauplatz in der Walter-Ballhause-Straße in Linden. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

Erst zwei Jahre ist es her, dass die Stadt in Hannover insgesamt acht Kita-Neubauten eröffnete - gebaut von einem Privatinvestor. Dieses Modell der Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) will die Verwaltung jetzt im kleineren Maßstab wiederholen. Der Plan trifft allerdings bei den Stadtbezirksräten auch auf Kritik.

Der Bezirksrat Linden-Limmer zog die Verwaltungsvorlage auf Wunsch der Grünen in die Fraktionen. Weil die Lindener Politiker erst Anfang Februar 2016 wieder zusammenkommen, verzögert sich damit auch das Planverfahren um einige Monate. „Warum muss es ein ÖPP-Verfahren sein? Ist es nicht Aufgabe der Stadt, selbst zu investieren?“, fragte Fraktionschef Daniel Gardemin.

Gardemin schlug zudem vor, dass die Stadt in Linden auch über Kombinationen aus Kindergarten und Wohnhaus nachdenke. Auch Die Linke zeigte sich skeptisch. Die Fraktion befürchtet, dass ÖPP-Bauprojekte letzten Endes teurer kämen als wenn die Stadt selber in Vorleistung geht. Kritisch sieht auch der fraktionslose Bezirksratsherr Jörg Schimke das Finanzierungsmodell, bei dem ein Investor die Kindergärten baut und über einen längeren Zeitraum an die Stadt vermietet. „Die Stadt hat nicht die Kapazitäten, um den Bau im gegebenen Zeitraum zu schaffen“, sagte Bettina Huep-Würzberg vom städtischen Fachbereich Gebäudemanagement. „Der Betrieb der Kitas bleibt bei uns. Zudem geht es ja zunächst nur um eine Wirtschaftlichkeitsprüfung“, betonte sie. Erst nach dieser Prüfung sollen die drei Bauvorhaben an einen Investor vergeben werden. Das ist für Herbst 2017 geplant. Die Lindener SPD drängte auf einen schnellen Beschluss, konnte sich aber nicht durchsetzen. Der Ricklinger Bezirksrat stimmte der Vorlage einhellig zu. Kein Teil dieses Bauprogramms ist der ebenfalls geplante Kita-Neubau an der Bergfeldstraße in Wettbergen.

Kindergarten Walter-Ballhause-Straße: 70 Kita- und Krippenplätze entstehen im Neubau neben dem Spielhaus Walter-Ballhause-Straße, wo die Arbeiterwohlfahrt derzeit eine Kita-Gruppe betreibt. Diese Gruppe zieht in den Neubau um. Neu geschaffen werden zwei Betriebs-Krippengruppen und eine öffentlich zugängliche Krippengruppe. Gebaut wird auf einer Grünfläche, die unter anderem vom benachbarten Kulturzentrum Faust für Veranstaltungen genutzt wird. Gut ein Viertel dieser Fläche wird für die Kita gebraucht. Um mögliche Konflikte wegen der Nutzung des Areals auszuräumen, wünsche sich Faust ein Beteiligungsverfahren, sagte Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube.

Kita Hohe Straße: Die Stadt setzt mit dem Neubauvorhaben eine vor Jahren begonnene Neuordnung der Kinderbetreuung fort. An der Posthornstraße eröffnete 2013 ein Kita-Neubau. Er gehört zu den acht Kindergärten, die während des 2011 gestarteten ÖPP-Verfahrens vom Wolfenbütteler Bauunternehmen Carl Schumacher errichtet wurden. Von einem älteren Kita-Gebäude an der Hohen Straße zogen damals mehrere Gruppen in den Neubau um. Der Altbau wurde als provisorische Krippe hergerichtet - und dieses Provisorium soll aufgelöst werden. Die beiden Gruppen sollen in den Neubau Hohe Straße einziehen; hinzu kommen eine dritte Kleinkindgruppe sowie zwei zusätzliche Kita-Gruppen. Der Altbau wird abgerissen.

Familienzentrum Beckstraße: Diese als Familienzentrum geplante Kita wird mit acht Gruppen und insgesamt 163 Plätzen der größte Neubau. Eine Gruppe wird integrativ betreut und steht auch Kindern mit Handicaps offen. Geplant sind zudem zwei Hort-, drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Allerdings sind nur vier Gruppen tatsächlich neu; vier weitere ziehen aus dem Canarisweg 21 in den Neubau um. In dem Hochhaus dient eine Wohnung bislang als provisorischer Kindergarten, der dann aufgelöst wird. „Besser wäre es, wenn auch dieser Standort erhalten bliebe“, sagte der Ricklinger CDU-Fraktionschef Christian Weske. Mehr Sorgen haben die Fraktionen mit der Verkehrslage. Auf der nördlichen Seite der Beckstraße, wo auch die Kita gebaut wird, gibt es keinen Gehweg. Zudem sind der künftige Kita-Standort und das Wohnviertel am Canarisweg durch die breite Bornumer Straße getrennt. Die Anbindung der Kita ans Wegenetz soll aber im Zuge des Sanierungsprogramms „Soziale Stadt Mühlenberg“ noch geplant werden.

Von Marcel Schwarzenberger

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