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Linden Baustart am Treffpunkt Allerweg erneut vertagt
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Baustart am Treffpunkt Allerweg erneut vertagt
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00:15 20.02.2016
Von Juliane Kaune
Bereits seit fast zehn Jahren setzen sich die Nutzer und Initiativen aus Linden-Süd für die Sanierung und den Umbau des Treffpunkts Allerwegs ein. Quelle: Archiv
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Hannover

Nach Jahren des Stillstands sollten in diesem Sommer die Bauarbeiten am Treffpunkt Allerweg starten. Zumindest für das Hinterhaus, denn für das Vorderhaus gibt es nach wie vor kein Geld. Doch nun kann nicht einmal der erste Bauabschnitt beginnen: Der Umbau des Hinterhauses wurde verschoben. Ob es in diesem Jahr noch dazu kommt, lässt die Stadt offen. „Es wäre so wichtig, dass hier endlich mal der erste Bagger anrollt“, sagt Carsten Tech vom Quartiersmanagement der Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH). „Alle Beteiligten sind schon viel zu lange vertröstet worden. Das ist frustrierend, und es wird immer schwerer, an die Wende zu glauben.“

Bereits seit fast zehn Jahren setzen sich die Nutzer und Initiativen aus Linden-Süd für die Sanierung und den Umbau des Treffpunkts Allerwegs ein. Während das Vorderhaus zu einem Stadtteilzentrum mit verschiedenen sozialen und kulturellen Schwerpunkten werden soll, ist das Hinterhaus für ein Familienzentrum samt Kita vorgesehen. Fest steht: Die Planungen für das Hinterhaus liegen auf Eis, weil die zuständigen Mitarbeiter des städtischen Gebäudemanagements „kurzfristig bauliche Aufgaben im Rahmen der Flüchtlingsunterbringung“ übernehmen mussten, wie die Verwaltung jetzt den Politikern des Bezirksrats Linden-Limmer mitteilte.

„Das ist sehr ärgerlich und sehr enttäuschend“, sagt SPD-Fraktionschef Eike Geffers. Energisch hatten die Stadtteilpolitiker für den Umbau des Hinterhauses zum Familienzentrum mit zwei Kindergarten- und zwei Hortgruppen gekämpft. Der Rat der Stadt hatte dafür im vergangenen Jahr 2,4 Millionen Euro bewilligt. Dass das Projekt jetzt bis auf Weiteres vertagt wird, sei ein Signal dafür, dass die Stadt anderen Vorhaben Priorität einräume, meint Geffers. „Ich habe den Eindruck, die Verwaltung denkt: Es kneift zwar schon im Allerweg, aber es brennt noch nicht lichterloh.“

"Wichtig: Das Geld geht nicht verloren"

Daniel Gardemin, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Bezirksrat, plädiert für das „Prinzip Hoffnung“ - und hofft, dass der Planungsstillstand sich nicht zu lange hinzieht. Es zeige sich, dass die Stadt zu wenig Personal habe, um trotz der Flüchtlingskrise notwendige Vorhaben in anderen Bereichen umzusetzen, sagt Gardemin. „Wichtig ist aber: Das Geld für das Hinterhaus ist da, und es geht nicht verloren.“ Gleichwohl dürfe im Zuge der Verzögerung nicht auch noch die Planung für das Vorderhaus aus dem Blick geraten.

Nach einer ersten Kostenschätzung würde es mindestens 3 Millionen Euro kosten, aus diesem Gebäude ein Stadtteilzentrum zu machen - Geld, das die Stadt nicht hat. Gleichwohl gibt es Ideen: Im Vorderhaus möchte die Verwaltung eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen einrichten. Sprachangebote für Migranteneltern stehen ebenso auf der Wunschliste wie Räume für Computerarbeit, Kreativangebote und andere Freizeit- oder Bildungsaktivitäten. Bereiche, die derzeit nur punktuell von einer Vielzahl von Gruppen genutzt werden, sollen künftig allgemein zugänglich sein. Die Stadt hält es auch für sinnvoll, Räume für externe Feiern zu vermieten. Würde all das umgesetzt, müsste sich die Fläche, die bisher im Vorder- und Hinterhaus zur Verfügung steht, nahezu verdoppeln.

Ihre Pläne stellte die Stadt bereits im vergangenen Frühjahr im Jugendhilfeausschuss vor. Seitdem sind sie in der Schublade verschwunden. Das erboste Nutzer und Stadtteilinitiativen: Im vergangenen Herbst schrieben sie einen mehrseitigen Brief an Politik und Verwaltung, in dem sie eine von der Stadt in Aussicht gestellte Mitsprache an den Planungen und eine Finanzierungszusage forderten. Bisher ohne Erfolg. Unterm Strich, sagt Tech, bleibe das Gefühl, dass das Projekt Allerweg weder von der Politik noch von der Verwaltung richtig gewünscht sei - obwohl der Bedarf für eine qualifizierte Jugend- und Sozialarbeit für den sozial schwachen Stadtteil Linden-Süd ausdrücklich anerkannt wurde.

„Vor allem muss endlich die Finanzierung geklärt werden“, drängt Tech. Er hofft nun auf das „Investitionsmemorandum“, das die Stadt aufgelegt hat. 500 Millionen Euro stehen in den kommenden zehn Jahren bereit - allein 400 davon fließen allerdings in die Schulen. Welche Projekte mit dem verbleibenden Betrag finanziert werden, entscheidet sich im Frühjahr. „Wir hoffen sehr, dass wir eine Chance haben“, sagt Tech. „Das ist der letzte Strohhalm, an den wir uns klammern.“ Und er hofft, dass die Wartezeit nicht weitere zehn Jahre dauert.

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