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Mehr Platz für Radler und Fußgänger

Linden-Mitte Mehr Platz für Radler und Fußgänger

Ein jahrelanges Ärgernis für Radfahrer und Fußgänger wird nun behoben: Am Capitol sollen Radfahrer und Passanten endlich mehr Platz haben – nach vier Jahren baut die Stadt dort um.

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An der Engstelle vor dem Capitol kommen sich Radfahrer und Fußgänger oft in die Quere. Foto: Kutter

Quelle: (Foto: Katrin Kutter)

Hannover. Die Stadt wird die Engstelle am Schwarzen Bär zwischen der Benno-Ohnesorg-Brücke und der Einmündung in die Blumenauer Straße beseitigen und den dortigen Radweg ausbauen - mit der Konsequenz, dass stadtauswärts eine der Fahrspuren für den Autoverkehr entfällt. Der Bezirksrat Linden-Limmer votierte einmütig für das Vorhaben. Allerdings hatte das Stadtteilgremium einen solchen Umbau vor fast vier Jahren schon einmal aus eigener Initiative vorgeschlagen. Doch seinerzeit konnten sich die Politiker gegenüber der Verwaltung nicht durchsetzen.

Für die komplexe Ampelsteuerung des Knotenpunktes Schwarzer Bär sei eine zweispurige Verkehrsführung stadtauswärts unumgänglich, begründete die Stadt seinerzeit ihre Haltung. Die Folge: Seitdem müssen sich Fußgänger und Radfahrer in Höhe des Capitols in beiden Richtungen - und manchmal auch noch eine Warteschlange vor dem Capitol - eine gemeinsame Fläche von nur 2,60 Metern Breite teilen. Immer wieder kommen sich Radler und Passanten in die Quere, zudem blockieren oft illegal parkende Fahrzeuge diesen Bereich.

Stelle vor dem Capitol "äußerst schmal"

Dass das eine Gefahrenquelle ist, haben inzwischen offensichtlich auch die Verkehrsplaner eingesehen. Die Stelle vor dem Capitol sei „äußerst schmal“, räumte Kai Kaminski vom Tiefbauamt in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats ein - und präsentierte den Stadtteilpolitikern die nun veränderten Pläne, deren Umsetzung 71 000 Euro kosten wird. Demnach wird künftig auf der gesamten Strecke zwischen Brücke und Blumenauer Straße ein Zweirichtungsradweg mit einer Breite von 2,40 Meter verlaufen - ein Wert, der aus Platzgründen noch immer zehn Zentimeter unter dem normalen Regelmaß liegt, wie Kaminski erklärte. Hinzu kommt ein separater Gehweg, der in dem betroffenen Abschnitt zwischen 2,40 Meter und 1,80 Meter Breite schwankt.

Das ist allerdings nur machbar, wenn zugleich die angrenzende Fahrbahn schmaler wird: Sie wird von 5,50 Meter auf vier Meter verengt. Aus diesem Grund muss eine der beiden Fahrspuren stadtauswärts aufgegeben werden. Das wiederum wird Auswirkungen auf den Kraftfahrzeugverkehr haben: Laut eines Gutachtens nimmt „die zu erwartende Verkehrsqualität des motorisierten Individualverkehrs vor der Einmündung Blumenauer Straße geringfügig ab“, wie es in einer Drucksache der Verwaltung heißt. In den Worten Kaminskis klingt das handfester: „Bisher hatte der Knotenpunkt die Note 1 bis 2, künftig wird es die Note 3 sein.“ Und: „Längere Rückstaus als bisher auf der Benno-Ohnesorg-Brücke werden in den Hauptverkehrszeiten nicht zu vermeiden sein.“

Verbesserung in Sicht

Die Bezirksratspolitiker wollen das in Kauf nehmen. Sie begrüßten einhellig, dass nach so langer Zeit endlich eine Verbesserung der Situation für Radfahrer und Fußgänger in Sicht ist. „Das ist ein gutes Beispiel für unsere Beharrlichkeit“, sagte Jürgen Mineur (SPD).

Den Grünen indes ging der Vorschlag der Verwaltung nicht weit genug: Sie legten einen Änderungsantrag vor, in dem sie eine Radwegbreite von 2,50 Meter fordern. „Das ist das empfohlene Mindestmaß“, sagte Fraktionschef Daniel Gardemin. Zudem müsse die Verschwenkung des Radweges, die die Pläne der Verwaltung in Höhe des Capitols vorsehen, begradigt werden. Diesen Forderungen schloss sich die Mehrheit der Mandatsträger an. Nicht durchsetzen konnte sich die grüne Fraktion mit ihrem Vorstoß, den gesamten Radweg zur Straßenseite hin mit Pollern zu flankieren, um illegales Parken zu verhindern.

Verwaltungsvertreter Kaminski skeptisch

Verwaltungsvertreter Kaminski zeigte sich skeptisch, ob die zusätzlichen Forderungen umsetzbar sind. Die Sorge von CDU-Frau Gabriele Steingrube, dass die Rettungsfahrzeuge künftig ihr Ziel nicht erreichen könnten, konnte Kaminski aber zerstreuen.

Starten sollen die vorbereitenden Leitungsarbeiten noch in diesem Frühjahr, direkt im Anschluss beginnen die Bauarbeiten. Und im Zuge des Umbaus wird noch eine weitere Neuerung hinzukommen: Am Schwarzen Bär wird eines von stadtweit vier „Fahrradbarometern“ eingerichtet, die automatisch die tägliche Zahl der Radfahrer zählen.

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Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
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