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Linden "Man muss als Mieter nicht alles hinnehmen"
Hannover Aus den Stadtteilen Linden "Man muss als Mieter nicht alles hinnehmen"
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00:15 05.07.2016
Mieterladen-Vorstand Ludwig Prilop und Kathrin Grage. Quelle: Moers
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Hannover

1991 als Reaktion auf die Mieter-unfreundlichen Begleiterscheinungen der großen Stadtteilsanierung von Sozialarbeitern ins Leben gerufen, ist der Mieterladen längst eine etablierte Anlaufstelle und eine Alternative zu den großen Beratungsstellen. Zum Jubiläum hat der Verein mit Unterstützung des Bezirksrats eine neue Broschüre aufgelegt. Der Titel „Verkauf, Modernisierung, Mieterhöhung“ kommt nicht von ungefähr. Die fortschreitende Aufwertung Lindens beschäftigt zunehmend auch die Mieterberatung im Stadtteil. „Selten waren diese Themen so wichtig wie heute“, schreibt Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube im Vorwort.

"Man muss als Mieter nicht alles hinnehmen"

Kostenlose Broschüre

Die Broschüre „Verkauf, Modernisierung, Mieterhöhung“ gibt es kostenlos im Mieterladen. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie Montag und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr.

Ein Ereignis vor wenigen Monaten ist den Beratern im Mieterladen eindrucksvoll in Erinnerung geblieben. „Plötzlich ging die Tür auf und eine Dame im Pelz kam herein“, schildert Mieterladen-Vorstand Ludwig Prilop das Szenario. Die Dame stellte sich vor als neue Eigentümerin eines traditionellen Lindener Backsteinwohnhauses. Als eine ihrer ersten Amtshandlungen war sie aus ihrer Berliner Immobilienfirma in den Mieterladen gekommen, um die Fronten zu klären. Wenn künftig ihre Mieter kämen, um sich über die Umwandlung ihrer Mietwohnung in Eigentumswohnungen zu beschweren, könne man sie gleich wieder wegschicken. Widerstand sei zwecklos, so die selbstbewusste Ansage an die verdutzten Berater. „Inzwischen stehen einige Wohnungen bereits leer“, erzählt Prilop bei einem Blick durch die Fensterscheibe auf das Gebäude in der Nachbarschaft. „Die neue Broschüre soll für Mieter in solchen Situationen ein Impuls sein, sich beraten zu lassen. Man muss als Mieter nicht alles schicksalhaft hinnehmen“, so der Jurist mit jahrelanger Erfahrung in der Mieterberatung.

"Der Umbruch ist festzustellen"

Seit in Linden das Gespenst „Gentrifizierung“ umhergeht, häufen sich solche Fälle in den Beratungen. „Sicher ist es nicht so schlimm wie in Hamburg oder Berlin, aber der Umbruch ist festzustellen“, berichtet Prilop. Das Tagesgeschäft des Vereins sind allerdings seit jeher die Klassiker der Mieterberatung. Betriebskosten, Schönheitsreparaturen und Mängel sind die Top-Themen. Rund 1200 Mitglieder wenden sich in solchen Fällen an den Mieterladen.

Gegründet haben den 1991 Sozialarbeiter der städtischen Gemeinwesenarbeit. Man machte sich Sorgen um die Konsequenzen der Stadtteilsanierung in den Achtziger- und Neunzigerjahren. Viele Mitglieder wurden von den Sozialarbeitern an den auf Linden spezialisierten Verein verwiesen. Heute deckt sich das Beratungsangebot des Mieterladens in weiten Teilen mit dm der anderen großen Mieterberatungen, etwa mit dmdes Deutschen Mieterbunds. „Wir sind etwas günstiger, weil der Rechtsschutz bei uns frei wählbar ist“, erklärt Prilop. 45 Euro kostet die Basis-Mitgliedschaft im Jahr, für 30 Euro extra gibt es den Rechtsschutz.

Von Mario Moers

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