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Linden Migrantinnen verbessern ihre Perspektiven
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Migrantinnen verbessern ihre Perspektiven
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00:15 06.05.2016
Migrantinnen planen ihren beruflichen Neustart. Quelle: Moers
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Linden-Süd

Wie geht es nach der Ankunft in Deutschland beruflich weiter? Vor dieser Frage stehen derzeit Tausende Flüchtlinge und Zuwanderer. Ihnen will das Projekt der Awo helfen. Es gibt bereits viele Beispiele dafür, dass das gelingt.

In Litauen hatte die junge Frau Schneiderin gelernt. Nach der Teilnahme in dem Awo-Projekt steuert sie heute eine Straßenbahn durch Hannover. Birgit Merkel, stellvertretende Vorsitzende der Awo-Region Hannover, freut sich über jeden gelungenen Wiedereinstieg einer Teilnehmerin. „In vielen Fällen ist eine Umschulung oder neue Ausbildung das Ziel“, erklärt sie. Die „Reset-Taste“ drücken, nennt sie das. Denn viele von den zwölf Teilnehmerinnen des Projekts haben in ihren Heimatländern Berufe gelernt, die hierzulande entweder kaum gefragt sind. Probleme gibt es außerdem dabei, die Qualifikationen und Abschlüsse amtlich anerkannt zu bekommen. „Ich möchte in Deutschland ankommen und keine Ausländerin bleiben“, erklärt die Syrerin Sheven Tammo ihre Motivation. Die studierte Rechtsanwältin erhofft sich von der Teilnahme an den insgesamt zwölf Treffen Hilfe bei der Anerkennung ihres Berufs. Das Verfahren läuft bereits. Ihr Ziel ist ein verkürztes Jura-Studium.

Mariola Zygmunt fehlt so ein konkretes Ziel noch. Deshalb ist die polnischstämmige junge Mutter hier. „Ich kann mich nicht entscheiden, welche Ausbildung ich machen soll“, berichtet sie in der Runde. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für die Migrantin eine doppelte Belastung. In den ersten Sitzungen sollen die Teilnehmerinnen von ihren Wünschen und Träumen erzählen. Anschließend werden die beruflichen und persönlichen Stärken erschlossen. Nach einer Auswertung dieser Kompetenzen werden individuelle Berufslaufbahnen besprochen. Ganz konkret bekommen die Teilnehmerinnen Hilfe in Rechtsfragen, bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle oder beim Ausfüllen von Dokumenten. „Wenn sich die Frauen alleine auf diesen Weg machen, haben sie häufig Schwierigkeiten“, weiß Merkel. In den gemeinsamen Sitzungen können sie sich, ohne das Argusauge eines Arbeitsamt-Sachbearbeiters, bewusst machen, welchen Weg sie beruflich in Deutschland gehen wollen. „Deutsche Sprache, Arbeit, Familienurlaub“, mit diesen drei Schlagworten hat eine Teilnehmerin auf einer bunten Collage ihre Ziele umrissen. Daneben ein malerisches Foto vom Landtag am Hohen Ufer und ein spielendes Kind. „Ich bin Muslim, aber kein Terrorist“, steht auf einem anderen Bild. Der Ansatz des Awo-Projekts ist ganzheitlich. Alle Aspekte ihrer Lebenswelt fließen in die Berufsfindung mit ein. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit der mitgebrachten Kultur und den Geschlechterrollen. Das soll helfen, neue Erwerbsperspektiven zu entwickeln. „Wir brauchen in unserem Land die Kompetenzen, die diese Frauen mitbringen“, ist sich Merkel sicher.

Benefizkonzert im Jazz-Club

Mit einem Benefizkonzert der Knut Richter Band und der Sängerin Britta Dinkelbach unterstützt der Jazz-Club Hannover am Donnerstag, 19. Mai, das Förderprojekt der AWO. Der Erlös kommt vollständig der hiesigen Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung zugute. Mit einer Spende von 4210 Euro hatte die Einrichtung das AWO-Projekt überhaupt erst möglich gemacht. „Wir waren begeistert, dass alle Teilnehmerinnen bereits in der dritten Sitzung ein Ziel vor Augen hatten“, so Udo Niedergerke bei einem Besuch des Beratungszentrums. Am Konzertabend verspricht eine Tombola mit hochwertigen Preisen (unter anderem von Mont Blanc) einen guten Spendenerlös. Das Grußwort spricht der Bürgermeister und erste Vorsitzende des Jazz-Clubs, Thomas Hermann. Die Moderation übernimmt NDR-Moderator Lothar Krist. Das Konzert beginnt um 19 Uhr, Am Lindener Berg 38. Karten sind zum Preis von 25 Euro an der Abendkasse erhältlich.

Von Mario Moers

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