Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Neuer Yoga-Trend in Linden

Linden-Mitte Neuer Yoga-Trend in Linden

Sich einfach mal hängen lassen: Aerial Yoga ist der neueste Trend im Wellness-Studio. Unser Autor Mario Moers vertraute sich in einem Selbsttest dem Tragetuch an.

Voriger Artikel
Baustart am Treffpunkt Allerweg erneut vertagt
Nächster Artikel
Netto-Filiale droht die Kündigung

Beim Aerial Yoga sorgt ein hängemattenartiges Trapeztuch für kindliche Glücksgefühle und intensives Körpertraining im Schwebezustand.

Quelle: Moers

Hannover. Die Spannung und Unruhe des Alltags abstreifen und sich wie ein Neugeborenes der Sicherheit eines weichen Tragetuchs anvertrauen. Was klingt wie ein abenteuerliches New-Age-Ritual, ist der neueste Trend in Hannovers Yoga-Studios. Beim Aerial Yoga sorgt ein hängemattenartiges Trapeztuch für kindliche Glücksgefühle und intensives Körpertraining im Schwebezustand. In einem Hinterhofgebäude in der Fössestraße unterrichtet Katja Behm seit einem Monat das angesagte Antigravitations-Programm.

„Denkt an ein schönes Erlebnis und dann lasst eure Gedanken los.“ Mit ruhiger Stimme redet Katja Behm behutsam zu den acht farbigen Kokons, die rund einen Meter über dem Boden von der Decke des Bewegungsstudios Moving Bones baumeln. Eingeschlossen in das geschmeidige Nylontuch fällt es selbst mir als Yoga-Anfänger leicht, den Stress des Tages zu vergessen. Mit angewinkelten Beinen höre ich der leisen Musik zu, die aus einer kleinen Anlage auf dem brandneuen Parkettboden spielt. „Hare Krishna, Hare Rama.“ Danach folgt ein Song von Bruce Springsteen und anschließend eine aktuelle Pop-Nummer, die ich aus dem Radio kenne. „You are beautiful“, singt die Sängerin darin aufbauend. Der Soundtrack zum Aerial Yoga beschreibt gut die entspannte, leicht spirituelle Stimmung so einer Yoga-Stunde. Mit einer solchen Entspannung hatte ich gar nicht gerechnet. Der anstrengende Teil, der Gelenke- und Muskel-Teil, kommt erst später beim Aerial Yoga.

Zur Einführung lernen die Teilnehmer erst einmal ihren Partner kennen, das Yoga-Tuch. Bevor es überhaupt losgehen kann, stellt Katja Behm die strapazierfähigen Halterungen von jedem Tuch auf die individuelle Körpergröße der Yogis ein. „Damit wir nicht auf den Kopf fallen“, erzählt die ausgebildete Aerial-Yoga-Lehrerin augenzwinkernd. In Hannover ist sie noch eine der wenigen, die den aus den USA importierten Bewegungstrend unterrichten.

Das neue Bewegungsstudio im zweiten Stock eines frisch sanierten Backsteinbaus bietet dazu die optimale Atmosphäre. Ein Stockwerk tiefer ist ein Grafikbüro eingezogen, im Erdgeschoss, wo sich zuvor einige Monate die Szene-Bar Lagerbar befand, baut Türsteher-Legende Thorsten Fischer gerade ein Kraft- und Kampfsportstudio im „Rocky“-Stil auf. Nebenan ist ein Weinhandel eingezogen, und im Vorderhaus gibt es einen Pizza-Dienst. Modernes, angesagtes Linden eben.

An fettige Pizza ist vorerst allerdings nicht zu denken, schließlich geht es beim Yoga in der Luft um ein ganzheitliches Training für Körper und Geist. Die anschließenden Übungen „Herabschauender Hund“ oder „Sonnengruß“ werden von der Lehrerin zuerst in leicht nachvollziehbaren Schritten vorgemacht. Anschließend gibt sie jedem in der Gruppe Hilfestellung, wenn es nötig ist.

„Du bist noch etwas steif. Das ist bei Männern aber zu Beginn normal“, motiviert sie mich, meine eingerosteten Knochen einfach dem Tuch anzuvertrauen. Spätestens als ich mit den anderen wie ein Schwarm Fledermäuse kopfüber von der Decke hänge, beginne ich die besondere Erfahrung des Aerial Yoga zu schätzen. Obwohl ich meinen Puls im Kopf pochen spüre und das Tuch etwas unangenehm im Becken drückt, fühlt es sich gut an.

Durch den Druck wird die Lymphzirkulation angeregt, das „Abhängen“ entlastet die Wirbelsäule. „Da bekommt jeder Orthopäde leuchtende Augen“, erklärt Behm einige der gesundheitlichen Aspekte. Am Ende der Stunde ist dann wieder Entspannung angesagt. Inzwischen vertraut mit den Tüchern schwingen wir uns alle mit einem leichten Satz auf unser Tuch und schaukeln vergnügt hin und her. „Leider haben wir diese spielerische Freude an der Bewegung im Laufe unseres Lebens aberzogen bekommen“, bemerkt Tanzlehrer Duncan Lee. „Am liebsten würde ich die ganze Nacht in dem Tuch verbringen“, findet die Lindenerin Sevil Erdem.

Tatsächlich ist mir dieser Gedanke während der Stunde ebenfalls gekommen. Ein Aerial-Yoga-Tuch unter der Wohnzimmerdecke ist eine reizvolle Vorstellung. Ohne Anleitung hätte ich allerdings kaum eine der Übungen auf Anhieb hinbekommen. „In den fortgeschrittenen Kursen lernt man, aus den einzelnen Übungen einen fließenden Ablauf zu kombinieren“, gibt Behm mir einen Ausblick über den Kokon hinaus. Meine männliche Verkrampftheit würde ich sicher überwinden.

Weitere Informationen zu AerialYoga und den Schupperstunden gibt es unter www.aerialyoga-hannover.de.

von Mario Moers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Linden
So schön ist Hannover-Linden

Das Ihme-Zentrum hat viele Facetten, hinter seiner grauen Kulisse verbergen sich Geschichten aus vergangener Kinderzeit, Heimatliebe und Zukunftsträumen. In unserer multimedialen Reportage nehmen wir Sie mit zu einem interaktiven Besuch vor Ort. So haben Sie das Ihme-Zentrum noch nie gesehen – versprochen.

Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
Aus der Region
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.