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Linden „Wird das so ein kommerzieller Bunker?“
Hannover Aus den Stadtteilen Linden „Wird das so ein kommerzieller Bunker?“
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00:15 02.04.2016
Von Juliane Kaune
Die Pläne des Investors klingen gut - allerdings melden Händler aus Linden Bedenken an. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Die Pläne zur Wiederbelebung des Ihme-Zentrums stoßen bei Geschäftsleuten aus Linden auf ein gemischtes Echo. Grundsätzlich begrüßen die Gewerbetreibenden das Konzept des Investors, die seit Jahren brachliegenden Ladenflächen in dem Komplex zu sanieren und neu zu vermarkten. Aber es gibt auch skeptische Stimmen. Einige Händler bezweifeln, dass in den westlichen Stadtteilen genug Kaufkraft für das geplante Shopping-Zentrum mit einer Gesamtfläche von 55 000 Quadratmetern vorhanden ist. Sie sorgen sich auch um eine mögliche Konkurrenz.

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Fotograf Philipp von Ditfurth hat das Ihme-Zentrum aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert.

Im Wirtschaftsforum des Vereins Lebendiges Linden stellte Torsten Jaskulski, Verwalter im Ihme-Zentrum, das Konzept noch einmal vor. Wie berichtet, will der Investor, eine Tochter der Berliner Firma Intown, in der Großimmobilie eine Mischung aus großflächigem und kleinteiligem Einzelhandel ansiedeln; lokale Anbieter sind ausdrücklich angesprochen. „Wir sehen das Ihme-Zentrum als integralen Bestandteil des Stadtbezirks Linden-Limmer“, betonte Jaskulski. Auch kulturelle und soziale Initiativen kämen als Mieter infrage. Der Umbau soll 2017 beginnen - Voraussetzung ist aber, dass bis Ende Juni dieses Jahres mindestens 60 Prozent der Mietverträge mit dem Handel unterzeichnet sind.

„Ich sehe große Synergiemöglichkeiten, wenn die Läden im Ihme-Zentrum wieder mit Leben gefüllt werden“, erklärte Carsten Tech von der Standortgemeinschaft Deisterkiez, die die Gewerbetreibenden in der Deisterstraße vertritt. Eine Konkurrenzsituation werde nicht entstehen, weil sich zu beiden Seiten der Hauptachse durch Linden-Süd viele Läden mit einem ganz eigenen Charakter und einer individuellen Kundschaft niedergelassen hätten.

Auch Harm Baxmann von der Standortgemeinschaft Aktion Limmerstraße glaubt nicht, dass neue Läden im Ihme-Zentrum den etablierten Geschäftsleuten Probleme bereiten werden. Er steuerte Erfahrungen aus der jüngeren Geschichte bei: „Die Aktion Limmerstraße wurde 1975 aus Angst vor dem IhmeZentrum gegründet - überlebt haben bis heute die Läden auf der Limmerstraße.“ Die zentrale Einkaufsmeile in Linden-Nord, phasenweise von Leerständen geprägt, habe sich vor allem in den vergangenen zehn Jahren gut entwickelt. „Wichtig sind hier auch die Szeneläden und die Gastronomie.“ Lina Lewin, die den Kerzenladen Flametta betreibt, sieht neue Einkaufsgelegenheiten im Ihme-Zentrum kritisch: „Die Kaufkraft in Linden ist beschränkt.“ Ähnlich bewertet es Frisör Ingo Pfautsch. „Mir scheint das Einzugsgebiet zu eng gefasst“, sagte er.

Laut Jaskulski richtet sich ein von der Gesellschaft für Konsumforschung erstelltes Gutachten an 150 000 potenzielle Kunden der Stadtbezirke Linden-Limmer, Ricklingen und Ahlem-Badenstedt-Davenstedt sowie angrenzender Stadtteile. „Das Verhalten der Kunden hat sich geändert, sie suchen eher in der näheren Umgebung nach Einkaufsgelegenheiten, als lange Anfahrtswege einzuplanen“, erläuterte er. Auch das Neubaugebiet Wasserstadt bringe zusätzliche Kaufkraft, ergänzte Deisterkiez-Vertreter Tech aus dem Publikum.

„Wird das Ihme-Zentrum so ein kommerzieller Bunker mit H & M und Schnellrestaurants?“, wollte eine Zuhörerin wissen. Sie regte an, auch Räume für Tanzschulen oder Kinder- und Jugendprojekte freizuhalten. Ein „zweites ECE“ wie am Hauptbahnhof sei nicht geplant, sagte Jaskulski. Gleichwohl werde es natürlich Filialisten geben. Er betonte, dass auch kreative Projekte gewollt seien. Im April etwa sei ein „Urban Gardening“ geplant - bei der Aktion werden Gärtner das Ihme-Zentrum stellenweise begrünen. Jaskulski sicherte zu, eine Art Runden Tisch mit allen Interessierten voranzutreiben.

Wichtig aber ist für den Investor, dass Geld aus Mieteinnahmen in die Kasse kommt. Das fasst der Verwalter mit seinen Worten zusammen: „Wir müssen die Bude erst mal voll bekommen.“

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