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Linden Rundgang erschließt Lindener Kunst
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Rundgang erschließt Lindener Kunst
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02:15 25.10.2015
Thomas Kaestle (2. v. r.) erklärt Graffiti im Ihme-Zentrum.  Quelle: Foto: Steiner
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Linden

 „Zwischen Erich Hauser und Hans-Jürgen Breuste ist an Kunst im öffentlichen Raum nicht so viel zu sehen“, erklärte er. Dafür aber gebe es eine Menge an Graffiti, das nach seiner Auffassung grundsätzlich auch Kunst sei.

„Kunst ist ja auch immer Ausdruck einer Machtbehauptung, egal ob es eine Bank, eine Stadt oder ein Künstler ist. Mit dem Aufstellen von Kunstobjekten zeigt er immer, dass er die Möglichkeit hat, auf das Erscheinungsbild der Stadt zu wirken“, erklärte Kaestle. Das gelte auch für Graffiti, denn die Graffiti-Künstler sagten auch: „Ich lasse mir doch von anderen nicht vorschreiben, wie meine Stadt auszusehen hat.“ Als erstes Beispiel für Sprühbilder ging es ins IhmeZentrum in die Graffiti-Gallery. Hier sind die Bauwände entlang des Fahrradweges mit großflächigen Graffiti besprüht. „Hinter der Aktion Hannoverliebe verbirgt sich eine Agentur, die Statements der Bürger gesammelt hat und dann Künstler beauftragte, die Wände zu gestalten.“

Vom dunklen Ihmetunnel aus ging es weiter zu der großen Skulptur ,,87/17“ aus dem Jahr 1968 vor dem Kraftwerk von Erich Hauser. „Das steht hier nicht so gut, es wirkt wie abgestellt“, meinte der Kulturwissenschaftler. Aber es gebe Überlegungen, sie an einen sichtbareren Ort zu stellen.

Wie Graffiti auch eingesetzt werden können, zeigte sich an einer zufälligen Begegnung mit Andrian Bonev und David Moldeo, den Besitzern des neuen Sneakergeschäfts Fuss Stolz, deren Laden-Fassade im Juni mit ablehnenden Sprüchen besprüht worden war. Die Lindener Künstler Olf und Lupin boten an, die Schmierereien zu übermalen. „Wir haben sofort zugesagt“, sagt Bonev. Honorar wollten die beiden nicht haben - aber Olf bekam neue Sneaker, weil er für seine großen Füße kaum Schuhe findet. Schuhe gegen Kunst - auch das kann ein kultureller Austausch sein.

von Sonja Steiner

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