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Linden Tansanischen Austauschschülern gefällt besonders der Zoo
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Tansanischen Austauschschülern gefällt besonders der Zoo
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13:00 29.09.2017
Von Susanna Bauch
Auf ein Wiedersehen: Der Besuch der Gastschüler aus Tansania an der Helene-Lange-Schule ist zu Ende - aber der Kontakt zueinander bleibt bestehen. Quelle: privat
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Hannover

In der Küche der Ihmeschule duftet es nach Plätzchen und exotischen Gewürzen. Die Projektgruppe Tansania der Helene-Lange-Schule ist dort zu Gast, um für die Abschlussfeier zum Besuch ihrer afrikanischen Partnerschüler zu kochen. Seit 2009 gibt es die Arbeitsgruppe, in diesem Zeitraum sind bereits Dutzende Schüler nach Tansania gefahren und haben Gäste von dort in Hannover beherbergt.

„Der erste Kontakt wurde über eine afrikanische Kirche geknüpft“, sagt Lehrerin Rosemarie Dreimann, die das Projekt zusammen mit Birgit Krauße-Opatz und zwei weiteren Kolleginnen betreut. Wenn die Schüler aus Linden nach Afrika reisen, dann nicht nur, um Land und Leute besser kennenzulernen und die englische Sprache zu verbessern, sondern auch, um mit Projekten Hilfe vor Ort zu leisten. „Beim letzten Besuch haben wir rund 1000 Moringa-Bäume gepflanzt, eine wertvolle Pflanze, die viele Vitamine, Proteine und Mineralien birgt“, sagt Krauße-Opatz. Ein großes Problem in Tansania seien die einseitige Ernährung und damit einhergehende Wachstumsstörungen.

Der Zoo gefällt besonders

Die Austauschschüler kommen aus einem sehr armen Landstrich, ihre Schule liegt einsam mitten in der Steppe. „Der Kontakt war anfangs schwierig, da es zunächst keine Internetverbindung gab und auch Briefe wochenlang unterwegs waren“, erzählt Dreimann. Umso besser ist es da, dass die Jungen und Mädchen sich auch persönlich austauschen können.

Sowohl die deutschen als auch die afrikanischen Schüler sind begeistert von ihrem Projekt. „Das Leben in anderen Kulturen kennenzulernen ist eine große Bereicherung“, findet etwa der 17-jährige Henrik. Der 16-jährige John aus Tansania möchte in Hannover vor allem Deutsch lernen. Emma und Cindy waren schon mehrfach an der afrikanischen Partnerschule. „Wir waren natürlich auch auf Safari, haben aber auch die Bäume dort gepflanzt.“ Godfrey und Jackson aus Tansania wollen später Ärzte werden, ihren Hannover-Besuch haben sie gleich für eine Rundreise durch Deutschland genutzt - Berlin, Hamburg, München. Besonders gefallen hat den Gästen der hannoversche Zoo. „Die afrikanischen Schüler lieben Tiere - und Fußball“, sagen Emma und Henrik.

Homo-Ehe als spannendes Thema

Auch politische Debatten sind in der Projektwoche nicht zu kurz gekommen. „Wir haben über Demokratie und die vielen Aussagen auf den Wahlplakaten diskutiert“, sagt Henrik. Ganz besonders interessant sei das Thema Homo-Ehe gewesen. „In Tansania dürfen die Menschen nicht einmal darüber sprechen“, erläutert Cindy. Und John, Jackson und Godfrey betrachten es zwar als fortschrittlich, aber auch als befremdlich, dass in Deutschland zwei Männer heiraten dürfen.

Sarah wiederum findet es schade, dass die Schüler in Tansania alle kurze Haare und Schuluniform tragen müssen. „Außerdem haben sie viel weniger Unterrichtsmaterialien.“ Emma ist beeindruckt, dass alle so viel lachen und so freundlich sind, obwohl sie wenig besitzen. „Keiner dort denkt nur an sich, und die Menschen passen irgendwie aufeinander auf“, ergänzt Mitschülerin Cindy.

Die Plätzchen sind inzwischen fertig, und die Schüler versammeln sich zum letzten Mal in dieser Woche um den großen Tisch zum gemeinsamen Essen. Die meisten sind sich sicher, dass das Tansania-Projekt sie prägt: Die deutschen Schüler wollen freiwillige soziale Arbeit nach der Schule leisten, die Jungen und Mädchen aus Afrika können sich vorstellen, in Deutschland zu studieren.

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