Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Tansanischen Austauschschülern gefällt besonders der Zoo

Linden Tansanischen Austauschschülern gefällt besonders der Zoo

Die Projektgruppe Tansania der Helene-Lange-Schule in Linden hatte wieder einmal Jugendliche aus dem afrikanischen Land zu Gast. Das Austauschprogramm besteht seit 2009, seitdem sind bereits Dutzende nach Tansania gereist und haben im Gegenzug Austauschschüler beherbergt.

Voriger Artikel
Rathaus-Apotheke feiert 120-jähriges Bestehen
Nächster Artikel
IGS macht Flashmob gegen Wasserverschwendung

Auf ein Wiedersehen: Der Besuch der Gastschüler aus Tansania an der Helene-Lange-Schule ist zu Ende - aber der Kontakt zueinander bleibt bestehen.

Quelle: privat

Hannover. In der Küche der Ihmeschule duftet es nach Plätzchen und exotischen Gewürzen. Die Projektgruppe Tansania der Helene-Lange-Schule ist dort zu Gast, um für die Abschlussfeier zum Besuch ihrer afrikanischen Partnerschüler zu kochen. Seit 2009 gibt es die Arbeitsgruppe, in diesem Zeitraum sind bereits Dutzende Schüler nach Tansania gefahren und haben Gäste von dort in Hannover beherbergt.

„Der erste Kontakt wurde über eine afrikanische Kirche geknüpft“, sagt Lehrerin Rosemarie Dreimann, die das Projekt zusammen mit Birgit Krauße-Opatz und zwei weiteren Kolleginnen betreut. Wenn die Schüler aus Linden nach Afrika reisen, dann nicht nur, um Land und Leute besser kennenzulernen und die englische Sprache zu verbessern, sondern auch, um mit Projekten Hilfe vor Ort zu leisten. „Beim letzten Besuch haben wir rund 1000 Moringa-Bäume gepflanzt, eine wertvolle Pflanze, die viele Vitamine, Proteine und Mineralien birgt“, sagt Krauße-Opatz. Ein großes Problem in Tansania seien die einseitige Ernährung und damit einhergehende Wachstumsstörungen.

Der Zoo gefällt besonders

Die Austauschschüler kommen aus einem sehr armen Landstrich, ihre Schule liegt einsam mitten in der Steppe. „Der Kontakt war anfangs schwierig, da es zunächst keine Internetverbindung gab und auch Briefe wochenlang unterwegs waren“, erzählt Dreimann. Umso besser ist es da, dass die Jungen und Mädchen sich auch persönlich austauschen können.

Sowohl die deutschen als auch die afrikanischen Schüler sind begeistert von ihrem Projekt. „Das Leben in anderen Kulturen kennenzulernen ist eine große Bereicherung“, findet etwa der 17-jährige Henrik. Der 16-jährige John aus Tansania möchte in Hannover vor allem Deutsch lernen. Emma und Cindy waren schon mehrfach an der afrikanischen Partnerschule. „Wir waren natürlich auch auf Safari, haben aber auch die Bäume dort gepflanzt.“ Godfrey und Jackson aus Tansania wollen später Ärzte werden, ihren Hannover-Besuch haben sie gleich für eine Rundreise durch Deutschland genutzt - Berlin, Hamburg, München. Besonders gefallen hat den Gästen der hannoversche Zoo. „Die afrikanischen Schüler lieben Tiere - und Fußball“, sagen Emma und Henrik.

Homo-Ehe als spannendes Thema

Auch politische Debatten sind in der Projektwoche nicht zu kurz gekommen. „Wir haben über Demokratie und die vielen Aussagen auf den Wahlplakaten diskutiert“, sagt Henrik. Ganz besonders interessant sei das Thema Homo-Ehe gewesen. „In Tansania dürfen die Menschen nicht einmal darüber sprechen“, erläutert Cindy. Und John, Jackson und Godfrey betrachten es zwar als fortschrittlich, aber auch als befremdlich, dass in Deutschland zwei Männer heiraten dürfen.

Sarah wiederum findet es schade, dass die Schüler in Tansania alle kurze Haare und Schuluniform tragen müssen. „Außerdem haben sie viel weniger Unterrichtsmaterialien.“ Emma ist beeindruckt, dass alle so viel lachen und so freundlich sind, obwohl sie wenig besitzen. „Keiner dort denkt nur an sich, und die Menschen passen irgendwie aufeinander auf“, ergänzt Mitschülerin Cindy.

Die Plätzchen sind inzwischen fertig, und die Schüler versammeln sich zum letzten Mal in dieser Woche um den großen Tisch zum gemeinsamen Essen. Die meisten sind sich sicher, dass das Tansania-Projekt sie prägt: Die deutschen Schüler wollen freiwillige soziale Arbeit nach der Schule leisten, die Jungen und Mädchen aus Afrika können sich vorstellen, in Deutschland zu studieren.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Linden
So schön ist Hannover-Linden

Das Ihme-Zentrum hat viele Facetten, hinter seiner grauen Kulisse verbergen sich Geschichten aus vergangener Kinderzeit, Heimatliebe und Zukunftsträumen. In unserer multimedialen Reportage nehmen wir Sie mit zu einem interaktiven Besuch vor Ort. So haben Sie das Ihme-Zentrum noch nie gesehen – versprochen.

Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
Aus der Region
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.