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Schulleiter in Linden-Limmer beklagen viele Mängel

Sanierung nötig Schulleiter in Linden-Limmer beklagen viele Mängel

Diverse Schulen im Stadtbezirk müssen für hohe Kosten saniert werden. Um einen Überblick über die Lage zu bekommen, hat der Bezirksrat Linden-Limmer die Schulleiter des Bezirks eingeladen. Die beklagten viele Mängel an den Gebäuden - doch es gibt auch Verbesserungen.

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Sanierungsfall: An der IGS Linden liegt jede Menge im Argen, doch es gibt derzeit weder einen Zeitplan noch Geld für Verbesserungen.

Quelle: Nico Herzog

Linden-Limmer. Die Ausstattung vieler Schulen im Stadtbezirk lässt zu wünschen übrig. Sie arbeiten mit beengtem Raum, Gebäudeteile sind marode, Dächer undicht, die Ausstattung oft hoffnungslos veraltet. So sieht es einerseits aus. Es gibt aber auch Gutes zu berichten: Das Gymnasium Limmer entwickelt sich, die Grundschule Kastanienhof wird für einen Millionenbetrag ausgebaut. Und dann ist da noch das vor zwei Jahren aufgelegte Investitionsprogramm. Demnach will die Stadt über zehn Jahre hinweg 500 Millionen Euro aufnehmen, um unter anderem in Schulen investieren zu können.

Doch wann ist welche Schule an der Reihe - und in welchem Umfang? Der Bezirksrat Linden-Limmer wollte jetzt einen Überblick über die aktuelle Situation im Stadtbezirk bekommen. Das Gremium hatte darum die Schulleiter seines Bezirks in die jüngste Sitzung eingeladen. Die Pädagogen zeichneten ein kritisches Bild.

Egestorffschule: Die Grundschule wächst und braucht zwei neue Klassenräume. Diese kommen aber nicht in diesem Jahr - wie zunächst angekündigt -, sondern erst im April 2018. „Wir haben erst spät und eher zufällig von dem neuen Termin erfahren“, kritisierte Schulleiter Horst Kemmling im Bezirksrat. Die Schule muss bereits heftig improvisieren, und im nächsten Schuljahr wächst sie noch einmal um eine Klasse. Jörg Gronemann von der Stadtverwaltung hatte zwei gute Nachrichten für Kemmling parat. Die Schule profitiert vom eigens aufgelegten Toilettensanierungsprogramm der Stadt und bekommt bald mehr Platz - die Außenstelle der Humboldtschule zieht aus, sobald deren Stammhaus saniert ist. Offen bleibt allerdings, wann das der Fall sein wird.

Eichendorffschule: Das Gebäude der katholischen Grundschule ist rund 100 Jahre alt, steht unter Denkmalschutz und hat bereits neue Toiletten bekommen. Eine aktuelle Mängelliste hat die Schulleitung dennoch aufgesetzt. Darauf stehen etwa marode Fenster und eine unzureichende Akustik in den Klassenräumen. Die Grundsanierung ist im Investitionsprogramm zwar vorgesehen, einen Termin gibt es aber noch nicht.

Albert-Schweitzer-Grundschule: Es gab zuletzt vier kommissarische Schulleiterinnen, seit dem Sommer leitet nun Ayten Ciftci die Schule. Sie wolle bleiben, und das nicht nur kommissarisch, betonte sie in der Bezirksratssitzung: „Ich hoffe auf eine offizielle Versetzung in die Leitung.“ Ciftci hat eine Reihe von Fragen an die Stadt. Zum Beispiel, ob es noch einen Lift geben wird, der die oberen Räume im Klassentrakt erschließt. Immerhin hat die Schule einen Förderschwerpunkt und bekommt mobilitätseingeschränkte Schüler zugewiesen. Auch die Sanitäranlagen seien veraltet. Antworten hat Ciftci bislang keine bekommen. Und Veränderungen wird es vorerst nicht geben, die im Jahr 2010 abgeschlossene Sanierung der einstigen Fössefeldschule muss erst einmal reichen. Eine komplette Barrierefreiheit hatte die Stadt wegen der unterschiedlich hohen Gebäude nicht vorgesehen.

Grundschule Salzmannstraße: Man sei mit dem Gebäude weitgehend zufrieden, sagte Schulleiter Hinrich Netzel kurz und knapp. Die Entwicklung zur Ganztagsschule sei kein Thema. Mit großen Zuwächsen in der Schülerschaft rechnet die Stadt eher nicht - im Gegensatz zu den meisten anderen Grundschulen. Immerhin: Die Toiletten werden demnächst saniert.

Grundschule Lindener Markt: Die Stadt hat erst jüngst rund 4 Millionen Euro in das Haus investiert. Sie will demnächst noch die Mädchentoiletten sanieren.

Gymnasium Limmer: Wencke Hedderich leitet die jüngste Schule im Stadtbezirk, dort ist alles noch neu und entsprechend modern hergerichtet. Oft waren zuletzt Vertreter der Stadtverwaltung bei der Schulleiterin zu Besuch. Über mangelnde Kommunikation könne sie jedenfalls nicht klagen, sagte Hedderich. Zwei Jahre lang sind wegen Umbauten in ihrem Stammhaus in Herrenhausen auch die Goetheschüler im Gymnasium Limmer zu Gast. Nach deren Auszug wird Hedderich viel Platz zur Verfügung haben: Sie bietet dem Kulturtreff Kastanienhof ein Ausweichquartier an (siehe nebenstehenden Text).

Helene-Lange-Gymnasium: Die Schule an der Hohen Straße hat bereits einige Sanierungsabschnitte hinter sich und bekam auch das Gebäude der früheren Ihmeschule an der Badenstedter Straße zugeschlagen. Im nächsten Schuljahr wird das Gymnasium zur offenen Ganztagsschule. Bis dahin soll es auch eine gemeinsame Mittagsversorgung mit der IGS Linden geben. Ihre Schule sei weitgehend intakt, befand Leiterin Nicole Viñals-Stein vor den Bezirksratspolitikern. „Aber der naturwissenschaftliche Trakt muss noch saniert werden“, unterstrich sie. Schließlich seien die Naturwissenschaften wichtigster Schwerpunkt der Schule.

Humboldtschule: Seit Jahren kritisiert die Leitung der Schule an der Ricklinger Straße, dass es Probleme in der Sporthalle gibt und die Aula wegen Sicherheitsmängeln gesperrt ist. Auch die Hausmeisterwohnung steht seit Jahren leer. Sogar der Ricklinger Bezirksrat hatte die lange Mängelliste immer wieder kritisch auf seine Tagesordnung gesetzt - gehen doch auch viele Kinder und Jugendliche aus Ricklingen in die nahe gelegene Schule. Tatsächlich will die Stadt die gröbsten Probleme angehen. Die Planung laufe, sagte Gronemann. Einen Termin gibt es noch nicht. Unklar ist auch, wann die Außenstelle an der Egestorffschule aufgelöst wird.

IGS Linden: Schon vor einem Jahr präsentierte Leiter Peter Schütz eine lange Mängelliste. Jetzt referierte er die schlimmsten Probleme aus dem Gedächtnis - kaputte Toiletten, mangelnder Brandschutz, kaputte Dachflächen, veraltete Akustik und viel zu wenig Platz. Das gilt vor allem für die insgesamt 125 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. „Wir haben zu kleine Räume, es fehlen zusätzliche Differenzierungsräume, und wir brauchen dringend Förderschullehrer“, sagte Schütz. Für Letztere ist das Land Niedersachsen zuständig. Bei der Stadtverwaltung werde offen über „teils erbärmliche Zustände“ gesprochen, sagte Fachbereichsleiter Stefan Rauhaus. Es gibt weder Platz noch Geld für Anbauten oder gar einen Neubau. Die Verwaltung wolle die „Lage im Bestand erträglicher machen“, heißt es. Teile des Daches und der Fassaden werden saniert, die Schultrakte bekommen ein Stück mehr Barrierefreiheit, die Außenstelle Beethovenstraße wird teilsaniert und eine Sporthalle modernisiert. Einen Zeitplan nannte Gronemann nicht. Allerdings soll möglichst zum nächsten Schuljahr die Außenstelle an der Ihmeschule geräumt werden. Dafür muss die IGS vorbereitet werden.

Noch ist nicht alles geregelt
für den Kulturtreff

Für den Kulturtreff Hainholz wird der geplante Umbau der Grundschule Kastanienhof in Limmer knifflig. Die Einrichtung belegt seit ihrer Gründung 1999 mehrere Räume und zusätzlich einen Pavillon auf dem Schulgelände. Der Verein sucht händeringend nach einem Ausweichquartier für die Sanierungsphase. Er muss, so der Stand mittlerweile, das Schulgelände vorerst verlassen – und hofft auf spätere Rückkehr. Möglicherweise kann der Kulturtreff ins Gymnasium Limmer ausweichen, sobald die dort für zwei Jahre untergebrachten Goetheschüler in ihr dann saniertes Stammhaus zurückgekehrt sind.

Der Verband Christlicher Pfadfinder (VCP) wünscht sich mehr Informationen von der Stadt. Er koordiniert die Ganztagsangebote der Grundschule. In die Planung sei er nicht eingebunden, kritisierte der VCP bei der jüngsten Bezirksratssitzung. Dabei müsse auch er langfristig seine Angebote und vor allem den Standort seiner Bauwagen – die eine zentrale Rolle spielen – auf dem Schulhof klären. Zudem sei beim Umbau bislang keine Vergrößerung der Räume für die Ganztagskoordinatoren vorgesehen. Die aber müssten sich bald um mehr Schüler kümmern.

Eine Summe von 17,8 Millionen Euro investiert die Stadt in den Ausbau der heute zweizügigen Grundschule auf vier Züge. Der Ausbau erfolgt in mehreren Bauabschnitten bis ins Jahr 2021. Die Teile des Gebäudeensembles stammen aus unterschiedlichen Zeiten, die ältesten wurden bereits im Jahr 1899 errichtet. Sie werden nun saniert. Hinzu kommt ein Anbau samt einer Mensa. Der Bezirksrat Linden-Limmer stimmte einhellig zu. „Wir rechnen damit, dass wir während des Umbaus innerhalb der Schule umziehen“, sagte Schulleiterin Cornelia Aschmutat-Hesse.

mas     

Von Marcel Schwarzenberger

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Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
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