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Linden So viel kosten Anwohner die Straßensanierungen
Hannover Aus den Stadtteilen Linden So viel kosten Anwohner die Straßensanierungen
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12:00 04.04.2017
Von Juliane Kaune
In der Rampenstraße soll das Kopfsteinpflaster erhalten bleiben, allerdings wird die Sanierung so auch teurer für die Stadt - und für die Anwohner. Quelle: Archiv
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Hannover

Peter Hoffmann-Schoenborn, Hausbesitzer in der Rampenstraße, ärgert sich über die Verzögerungen. „Die Grundstückseigentümer hätten gern früher davon gewusst. Schließlich müssen sie wissen, woran sie sind, um ihre Ausgaben rechtzeitig planen zu können.“ Denn bei der Sanierung der sieben Verbindungen - Rampenstraße, Konkordiastraße, Dieckbornstraße, Schwalenberger Straße, Badenstedter Straße, Bernhard-Caspar-und Elsa-Brändström-Straße - werden die Besitzer der angrenzenden Grundstücke zur Kasse gebeten. Mit bis zu 75 Prozent der Kosten können sie laut Straßenausbaubeitragssatzung beteiligt werden.

Neue Debatte um die Straßenausbaubeitragssatzung

Eine neue Diskussion über die Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) hat die FDP im Stadtrat angestoßen. Sie will das Konstrukt, das private Grundstückseigner bei Straßensanierungen zu Zahlungen in unterschiedlicher Höhe verpflichtet, auf den Prüfstand stellen. Die FDP, Teil der Ampelkoalition, hat die Stadt zu einer Kosten-Nutzen-Analyse der Erträge und des Verwaltungsaufwands aufgefordert. SPD und Grüne wollen dem Vernehmen nach an der Satzung festhalten. Die Grünen regen an, die Kosten möglicher-?weise nicht nur auf ?die direkten Anlieger zu verteilen, sondern auf einen ganzen Stadtteil. Allerdings gibt es hier rechtliche Probleme. Laut Stadtsprecher Dennis Dix bleibt bei den bis 2015 beschlossenen Sanierungsprojekten alles beim Alten – dazu zählen auch die sieben Straßen in Linden-Mitte.

jk

Hoffmann-Schoenborn fordert, dass die Anlieger nun zügig über die weiteren Schritte informiert werden. Einen genauen Zeitplan für die Sanierung in 2018 mit einer Reihenfolge der Straßen konnte die Bauverwaltung auf Anfrage des Stadt-Anzeigers aber noch nicht benennen. Die Anlieger erhielten sechs Wochen vor Baubeginn Bescheid, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Die bisherigen Verzögerungen begründet er mit längeren Planungsabläufen bei der Abstimmung mit Leitungsarbeiten.

In der Rampen- und der Konkordiastraße hat die Stadt ihre Pläne nach Anwohnerprotesten verändert. Das Kopfsteinpflaster in der durch denkmalgeschützte Häuser geprägten Straße wird erhalten, statt dort zu asphaltieren. Allerdings werden dadurch die Kosten steigen, die mit 40 bis 70 Prozent auf die Anlieger umgelegt werden. So ist die Sanierung der Konkordiastraße mit 240 000 Euro nun 40 000 Euro teurer; für die Rampenstraße kalkuliert die Stadt mit 470 000 Euro, das sind 70 000 Euro mehr als bisher. Hoffmann-Schoen­born, der wie andere Anwohner die Dringlichkeit einer Sanierung skeptisch sieht, nimmt die höheren Beträge mit einer leicht sarkastischen Bemerkung zur Kenntnis: „Wenn wir uns in das Unvermeidliche fügen müssen, dann wenigstens nach unseren Wünschen.“

Auch bei der Schwalenberger Straße, die für 200 000 Euro erneuert werden soll, waren Beschwerden der Eigentümer erfolgreich: Die Stadt hat die Straße nun als „Innerortsstraße“ statt als „Anliegerstraße“ klassifiziert, dadurch liegen die Ausbaubeiträge auch dort zwischen 40 und 70 Prozent. Diese Spanne gilt zudem für die 210 000 Euro teure Sanierung der Dieckbornstraße und die mit 380 000 Euro veranschlagten Arbeiten in der Bernhard-Caspar-Straße. Die Erneuerung der Elsa-Brändström-Straße soll 280 000 Euro kosten - als reine Anliegerstraße wird das für die Grundstücksbesitzer mit 75 Prozent Beteiligung am kostspieligsten. Im Zuge der 377 000 Euro teuren Sanierung der Badenstedter Straße soll auf Wunsch der Anwohner auch der Rad- und Fußweg in Angriff genommen werden - ihr Beitrag bei der Durchgangsstraße liegt zwischen 25 und bis 65 Prozent.

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