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Linden Sparkasse: Diese Filialen schließen im Westen
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Sparkasse: Diese Filialen schließen im Westen
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00:15 16.10.2016
Wird komplett geschlossen: Die Sparkassenfiliale an der Calenberger Straße 22 macht bis Ende 2019 dicht - so wie 18 weitere Standorte. Quelle: Moers
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Hannover

Insgesamt 19 Filialen in Stadt und Region werden demnach bis Ende 2019 geschlossen. 14 weitere werden in Selbstbedienungs-Standorte umgewandelt. Limmer, Davenstedt, die Calenberger Neustadt und Linden-Süd müssen bald ohne eigene Sparkasse auskommen. Eine Woche nachdem das kommunale Geldinstitut die geplanten Schließungen bekannt gab, macht sich in den betroffenen Stadtteilen Ernüchterung breit.

„Wir bedauern die beabsichtigten Schließungen sehr, weil sich dadurch das Serviceangebot besonders für ältere Mitbürger verschlechtert“, kommentiert Eike Geffers, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bezirksrat Linden-Limmer, das Konzept. Gleichzeitig hält er die Argumente der Kasse für nachvollziehbar. Die Sparkasse reagiert mit der Neuausrichtung auf das Abwandern ihrer Kunden zu Online-Angeboten sowie auf die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Geffers kündigt an, dennoch das Gespräch mit dem Sparkassenvorstand zu suchen. „Wir wollen einen guten Service für die Menschen in Linden-Limmer sichern“, so Geffers. Deutliche Kritik kommt vonseiten der Grünen. „Erst verdient die Sparkasse gut an Giro­konten und Sparbüchern, und jetzt, wo bei Niedrigzins nichts mehr zu verdienen ist, wird dichtgemacht“, konstatiert Daniel Gardemin, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bezirksrat Linden-Limmer. Er fordert die Sparkasse auf, die Entscheidung zu überdenken. Dabei weist er auf den Kundenverlust in den vergangenen Jahren hin. Wer Kunden halten wolle, müsse modernisieren statt zu schließen, so Gardemin.

Protest gegen Schließungen

Auch der Vize-Vorsitzende des Seniorenbeirats, Klaus Dickneite, hatte kurz nach Bekanntwerden der Pläne in einem HAZ-Interview angekündigt, gegen die Schließungen zu protestieren. Senioren seien die klaren Verlierer der Neuausrichtung. Viele würden dem von der Bank forcierten Trend zum Online-Banking nicht folgen können. Senioren-Vertreter Dickneite setzt auf die Unterstützung der Bezirksräte. Die können an dem Beschluss des Bankvorstands allerdings auch nichts mehr ändern. „Die Entscheidung ist endgültig“, betont Sparkassensprecherin Renate Schmidt-Temmelmann. Damit erteilt die Bank möglichen Einwänden und Änderungsgesuchen zum Sparkonzept eine deutliche Absage.

Adolf Kuhn, der Betreiber des Pfannkuchen-Hauses in der Calenberger Neustadt, reagiert enttäuscht auf die Nachricht von der Filialschließung vor seiner Haustür. „Bankgeschäfte haben wir dort immer persönlich erledigt, außerdem holen wir dort die Kleingeldrollen“, ärgert sich Kuhn. Seit 40 Jahren sei die Filiale „seine Sparkasse“. Ein Stammgast habe bereits angekündigt, als Reaktion die Bank zu wechseln.

Sparkasse kann keine Rücksicht nehmen

Die Sparkasse selbst sieht sich auf dem Finanzmarkt einem so hohen Druck durch die Kosten- und Ertragssituation ausgesetzt, dass sie auf solche Befindlichkeiten ihrer Kunden keine Rücksicht mehr nehmen kann. „Filialen prägen in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer die Identität von Sparkassen. Allerdings nur auf den ersten Blick“, heißt es dazu in der Presseerklärung.

Tatsächlich würde ein Kunde im Durchschnitt nur noch lediglich ein qualifiziertes Beratungsgespräch im Jahr führen. Am Deisterplatz, in der Calenberger Neustadt, in der Wunstorfer Straße in Limmer und am Davenstedter Markt wird das künftig gar nicht mehr möglich sein.

Von Mario Moers

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