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Linden Stadt will Egestorffstraße abhängen
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Stadt will Egestorffstraße abhängen
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00:15 30.04.2016
Von Juliane Kaune
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Linden-Mitte

Derzeit ist die Durchfahrt für Anlieger und den Lieferverkehr noch erlaubt - künftig müssten Umwege durch die angrenzenden Wohnstraßen gefahren werden. Ziel der städtischen Pläne ist es, mehr Sicherheit für den Radverkehr zu schaffen.

Der Bezirksrat Linden-Limmer hat der Vorlage der Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit zugestimmt. Bezirksratsherr Jens Seidel (CDU) dagegen kritisiert das Vorhaben vehement: „Das wird zum Chaos führen - offenbar hat sich keiner der Planer die Situation vor Ort angesehen“, sagte er dem Stadt-Anzeiger.

Ausgangspunkt für die Planungen ist der Ausbau der Gleise für die neue Stadtbahn-Generation. Die ohnehin nötigen Bauarbeiten will die Stadt nutzen, um auf der Egestorffstraße einen neuen Radweg zwischen Lindener Marktplatz und Badenstedter Straße anzulegen. Bisher verläuft ein knapp ein Meter breiter Radweg auf gleicher Höhe neben dem Gehweg, am Bordsteinrand parken Autos. Dies habe immer wieder zu gefährlichen Situationen geführt, wenn sich Autotüren öffneten, erklärte Karsten Baensch vom Fachbereich Tiefbau im Bezirksrat. Darum werde der neue Radweg mit einem 1,60 Meter breiten Schutzstreifen auf die Straße verlegt. Etwa zehn Parkplätze fallen dadurch weg.

Im Zuge dieser Arbeiten will die Stadt eine weitere Verbesserung für Radler schaffen: An der Einmündung zur Badenstedter Straße soll die Einfahrt in die Egestorffstraße für alle motorisierten Fahrzeuge verboten werden - sie müssen dann nach links in die Badenstedter Straße abbiegen. Nur noch Busse und Stadtbahnen dürfen das geradeaus verlaufende Teilstück der Egestorffstraße weiterhin passieren. Damit werde die Verkehrsführung an einer für Radfahrer sehr unübersichtlichen Stelle deutlich klarer gegliedert, sagte Baensch. Die Ampelschaltungen sollten entsprechend angepasst werden.

Die einseitige Sperrung der Egestorffstraße wiederum hat Folgen für die Anlieger, die bisher auf der gesamten Strecke zugelassen waren. Künftig müssen sie über die Badenstedter Straße ausweichen und von dort durch die Kirchstraße zurück zur Egestorffstraße fahren. Das würde auch für Lastwagen gelten, die dienstags und sonnabends den Lindener Markt beliefern. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie 7,5-Tonner sich durch die enge Kirchstraße quetschen“, kritisiert Bezirksratsherr Seidel. Bisher bögen die Lastwagen von der Badenstedter Straße direkt in die Egestorffstraße und dann in die Schwalenberger Straße ab, um von dort aus die Marktstände zu erreichen. Das werde künftig nicht mehr möglich sein. Seidel befürchtet, dass sich der Lieferverkehr auch in die Davensteder Straße verlagert. „Das darf nicht sein, dort gibt es schließlich eine Grundschule.“ Die Stände direkt von der Straße am Lindener Markt aus zu bestücken, sei wegen des dortigen Verkehrsaufkommens kaum machbar.

Auch Andrea Wemheuer von den Grünen, als Anliegerin selbst betroffen, gab zu bedenken, dass in der Davenstedter Straße die Sicherheit der Schüler nicht gefährdet werden dürfe. SPD-Mann Jürgen Mineur sprach im Hinblick auf die Umwege von „einer schlecht zu fahrenden Kurve“. Fraktionskollege Stefan Müller lobte, dass mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger geschaffen werde.

Grundsätzlich aber hielt sich die Kritik der Bezirksratspolitiker an der städtischen Planung in Grenzen. Einzig Seidel stimmte gegen die Drucksache der Verwaltung. Der Bezirksratsherr, der auch Chef der CDU-Fraktion im Rat der Stadt ist, will das Thema nun in diesem Gremium erneut problematisieren - dort fällt letztlich die Entscheidung.

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