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Bei LindenGut läuft es nicht gut

Linden-Mitte Bei LindenGut läuft es nicht gut

Zu wenige Engagierte: Die Werbegemeinschaft der Geschäftsleute in Linden Mitte steckt in der Krise. Es gibt kaum mehr aktive Mitglieder, eine klamme Kasse und bislang kein Konzept für den Weg aus der Krise.

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Ist nach dem Ausfall des Adventsmarkts auch das Scilla-Fest in Gefahr? 

Quelle: Nico Herzog

Hannover. Der Verein LindenGut ist angeschlagen. Nach dem Ausfall des Weihnachtsmarkts im vergangenen Monat stellt sich die Frage, ob 2016 auch die etablierten verkaufsoffenen Themen-Einkaufswochenenden rund um den Marktplatz gefährdet sind. Ist das „Blaue Wunder“ in Gefahr?

Der Ausfall des Weihnachtsmarkts und die nicht vorhandenen Tannenbäume sind vielen Lindenern aufgefallen. Sie haben deutlich gemacht, dass im Herzen des Stadtteils etwas schiefläuft. In der Vergangenheit hat die 2008 gegründete Interessengemeinschaft LindenGut maßgebliche Beiträge zur Steigerung der Attraktivität des Quartiers geleistet. Das „Blaue Wunder“ oder das „Himmlische Vergnügen“ locken jedes Jahr Flaneure und potenzielle Kunden aus dem ganzen Stadtgebiet nach Linden-Mitte. Doch zuletzt stemmten nur noch wenige Gewerbetreibende die Aktionen, von denen am Ende alle profitieren. Bei den rund 30 Mitgliedern gibt es nur wenig Interesse, sich bei der Organisation und Durchführung der gemeinsamen Veranstaltungen einzubringen. „Niemand hatte Bock, etwas zu machen“, erklärt Andrea Eifler sichtlich frustriert, weshalb der Weihnachtsmarkt 2015 ausfallen musste. Die Eigentümerin des Textilladens „Stoffreich“ in der Stephanusstraße ist eine der wenigen aktiven Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, die sich weiterhin stark für die Interessengemeinschaft engagieren. „Wir schreiben jedes Jahr alle Läden an. Aber es gibt keine Resonanz“, beklagt Eifler.

„Für uns lohnt es sich nicht, da mitzumachen“, berichtet ein ansässiger Händler, der namentlich nicht genannt werden will. Sein Fachgeschäft würde durch die Aktionen keine zusätzlichen Kunden gewinnen. Der Galerist Stephan Kleineberg hält die Teilnahmebeiträge von bis zu 180 Euro pro Veranstaltung für sehr hoch. Manuela Banse, die Filialleiterin der Buchhandlung Decius, sieht dagegen durchaus Vorteile für ihren Laden. „Der Sinn der gemeinsamen Veranstaltungen ist es doch, Kunden an den Standort zu locken“, so Banse.

Die Buchhandlung ist einer der ganz wenigen verbliebenen LindenGut-Vorposten in der Falkenstraße. Den Schwarzen Bären, mit den vielen neuen Filialisten, hat LindenGut bereits weitgehend aufgegeben. Er gehört bereits zum Aktivitätsfeld des Süd-Lindener Gewerbevereins Deisterkiez. Im Norden kurbelt die Aktion Limmerstraße die lokale Wirtschaft an. „Knappe Kapazitäten sind auch bei uns immer wieder ein Thema“, berichtet Carsten Tech, der als Quartiersmanager den Verein Deisterkiez betreut.

Gleichwohl Veranstaltungen wie das Scillablütenfest oder das Limmerstraßenfest in der Vergangenheit auch mit organisatorischen und finanziellen Problemen zu kämpfen hatten, wirken die beiden Vereine konzeptuell und organisatorisch besser aufgestellt. „Neben den Händlern haben wir auch den sozialen und kulturellen Bereich stark vertreten,“ nennt Tech wichtige Unterstützer. Der Rückhalt im eigenen „Kiez“ ist ein wesentlicher Faktor für Quartiers-basierte Wirtschaftsnetzwerke. Im Verein Deisterkiez sind auch Hauseigentümer und Anwohner Mitglied. Am Lindener Marktplatz dagegen versuchten einige Anlieger im Dezember auf eigene Faust einen Weihnachtsbaum für den Marktplatz zu organisieren, nachdem LindenGut an der Finanzierung gescheitert war. Keine Partei hatte mit der anderen gesprochen. Später beklagte auch noch Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube, dass von LindenGut kein Antrag auf Unterstützung des Bezirksrats gestellt worden sei. Offensichtlich hapert es hier an der Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren.

„Die Veranstaltungen sind ein enormer Aufwand, der ehrenamtlich kaum zu bewältigen ist“, zeigt sich Andrea Eifler gleichsam engagiert wie frustriert. Im Dezember haben sie und ein gutes Dutzend übrig gebliebener motivierter Mitglieder nach dem Ausfall des Weihnachtsmarkts noch kurzerhand ein „Adventsshopping“ in der Stephanusstraße organisiert. Von den zusätzlichen Kunden profitierten auch die weniger Engagierten. Die Frage ist, wie lange noch. In der nächsten Woche ist bei LindenGut eine Besprechung angesetzt. Wahrscheinlich eine Krisensitzung.

Von Mario Moers

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Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
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