Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Anwohner wollen mehr Flüchtlinge

Willkommenskultur in Linden-Nord Anwohner wollen mehr Flüchtlinge

Am Infoabend zur neuen Flüchtlingsunterkunft an der Steigertahlstraße ist kaum Skepsis spürbar – dafür aber viel Willkommenskultur. Die ehrenamtlichen Helfer des neues Heims legen nach Ostern los.

Voriger Artikel
Linden kann sich sehen lassen
Nächster Artikel
Autofahrer rammt Baum auf der Fössestraße

Anwohner besichtigen die Flüchtlingsunterkunft in Linden-Nord.

Quelle: Foto: Surrey

Hannover. Wenn sich rund 150 Bürger versammeln, um über eine neue Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil zu sprechen, überwiegt meist Skepsis. Nicht so in Linden. Bei einer Bürgerinformation im Freizeitheim über die neue Einrichtung an der Steigertahlstraße gab es sogar Applaus für die Forderung, doch mehr Flüchtlinge in der Nachbarschaft aufzunehmen.

doc6ocnzo9t4au1zk0e5xo

Fotostrecke Hannover Aus der Stadt: Erste Flüchtlingsunterkunft aus Holz wird eröffnet

Zur Bildergalerie

Seit Mitte Februar ist die Anlage in der Steigertahlstraße das neue, vorübergehende Zuhause für 97 Männer. Etwa 150 Ehrenamtliche aus der Nachbarschaft haben sich zu einem Unterstützerkreis zusammengetan, um den Flüchtlingen den Weg in den Alltag zu ebnen. Eine von ihnen ist Marion Frontzek, ehemalige Leiterin der Grundschule Salzmannstraße in Linden. Sie gehört zum sogenannten Arbeitskreis Ämter. „Wir wollen die Flüchtlinge beispielsweise bei Behördengängen und zu Ärzten begleiten“, sagte Frontzek. Andere Unterstützer planen, den neuen Nachbarn den Stadtteil und seine kulturellen Angebote zu zeigen oder ihnen rudimentäre Deutschkenntnisse zu vermitteln. Bei einem Tandem-Projekt in der Bethlehemkirche soll je ein Unterstützer gemeinsam mit einem Flüchtling einen Aktenordner mit den wichtigsten Dokumenten erstellen.

Bürokratie verzögert Projektstart

Dass die meisten Helfer mit ihrer konkreten Arbeit mit den Menschen erst nach Ostern loslegen können, hat einen formalen Grund, erklärte Frontzek: „Wir müssen erst ein erweitertes Führungszeugnis beantragen und vorlegen.“ Solche Hürden für Helfer kritisierte Rainer-Jörg Grube, Bezirksbürgermeister von Linden-Limmer, bei der Versammlung. Das gelte auch für Verschwiegenheitsklauseln. Die Ehrenamtsvereinbarung der European Homecare GmbH (EH), dem Betreiber der Unterkunft an der Steigertahlstraße, verpflichte Unterzeichner etwa, über „betriebsinterne Vorgänge“ zu schweigen. „Es wäre sehr schade, wenn Menschen sich aufgrund solcher Bürokratie gegen ein ehrenamtliches Engagement entscheiden würden“, betonte Grube. Die Unternehmensvertreter auf dem Podium, darunter EH-Regionalleiter Alexander Wiens, beteuerten, der Passus sei jüngst überarbeitet und präzisiert worden. Es ginge darum, dass Namen und andere sensible Daten, etwa zu Arztbesuchen, nicht nach außen getragen werden.

500 Flüchtlinge in Linden

Die Hilfsbereitschaft in Linden sei wohl so groß wie in kaum einem anderen Stadtteil in Hannover, sagte Bezirksbürgermeister Grube. Das zeigte auch die Frage einer Besucherin, warum nicht mehr Flüchtlinge in Linden untergebracht würden. Grundsätzlich sei das eine charmante Idee, so Grube - aber eines spricht dagegen: „Wir wohnen in einem der am dichtesten besiedelten Gegenden in Niedersachsen. Es ist schlicht kein Platz mehr.“ In Linden leben etwa 500 Flüchtlinge, die meisten davon im alten Siloah-Krankenhaus.

An der Steigertahlstraße, so berichtete Unterkunftsleiterin Olga Issak, seien derzeit Asylsuchende aus dem Iran, Irak, Syrien, Afghanistan, aber auch aus Marokko und der Elfenbeinküste untergebracht.

Der Unterstützerkreis Steigertahlstraße betonte, dass Ehrenamtliche weiterhin dringend gesucht werden. Wer Interesse hat, kann eine E-Mail an uksteigertahl@gmx.de schreiben. Hilfsangebote werden über die Seite www.linden-limmer-hilft.de koordiniert. Benötigt würden zurzeit konkret Fahrräder, Geschirr und Fernseher.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Linden
So schön ist Hannover-Linden

Das Ihme-Zentrum hat viele Facetten, hinter seiner grauen Kulisse verbergen sich Geschichten aus vergangener Kinderzeit, Heimatliebe und Zukunftsträumen. In unserer multimedialen Reportage nehmen wir Sie mit zu einem interaktiven Besuch vor Ort. So haben Sie das Ihme-Zentrum noch nie gesehen – versprochen.

Linden in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Das Dorf Linden entstand im 11. Jahrhundert und wuchs im 19. Jahrhundert zur Industriestadt, die 1920 nach Hannover eingemeindet wurde.
Aus der Region
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.