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Linden Wird das Limmerstraßenfest abgesagt?
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Wird das Limmerstraßenfest abgesagt?
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00:15 27.08.2017
Mit Karaoke: Das Limmerstraßenfest soll auch in diesem Jahr wieder in den Stadtteil locken. Quelle: Wilde
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Hannover

Der Organisator macht es weiter spannend: Das Limmerstraßenfest könnte womöglich an nicht gedeckten Kosten scheitern, wenn nicht genügend Gewerbetreibende ihren Obolus leisten. Das ist seit einigen Wochen die Botschaft von Peter Holik. Am 29. August wollen er und die Aktion Limmerstraße verkünden, wie es für den Veranstaltungstag nun genau aussieht.

Am Sonnabend, 2. September, soll das Fest wieder Tausende Menschen auf die Limmerstraße bringen. Holik will dann am liebsten über Bands, Stände, das Engagement etlicher Clubs, Stadtteileinrichtungen und Vereine berichten – und muss aber auch über Geld sprechen. Darüber, ob das Budget reicht. Bislang ist er voller Optimismus. „Unsere Kampagne zeigt schon Wirkung, entlang der Straße wird viel debattiert.“ Aber, auch das betont er: „Noch ist der Pott nicht voll.“

Viel Livemusik, noch mehr Besucher als im Vorjahr und gleich nebenan das Schützenfest: In Linden ging es gewohnt hoch her auf dem Limmerstraßenfest 2016. 

Die entscheidende Zahl: 23 700 Euro. So hoch ist das Budget für das diesjährige Straßenfest. Holik, der mit seiner Eventagentur Linden outdoor unter anderem das Fährmannsfest (Budget: rund 200 000 Euro) organisiert, bekommt einiges an Aufwand erstattet. Aber er mache das aus Lust am Projekt, betont er. Eigentlich müsste man für ein Fest dieser Größe mit rund 30 000 Euro kalkulieren. Er will das Limmerstraßenfest bunt, groß und kreativ gestalten. Es soll wieder über die gesamte Fußgängerzone hinweg reichen. Es braucht Strom, Wasser, Dixi-Klos, die Sperrung von Nebenstraßen, Menschen für Auf- und Abbau der Bühnen und Anlagen, Bierzeltgarnituren und zig andere Sachen. Ein heikler Punkt seit Jahren: das Fernhalten der Stadtbahnen der Linie 10 aus der Fußgängerzone.

2012 fiel das Fest aus. Mehrmals aber klappte die Abstimmung zwischen dem Sanierungsplan für das Schienennetz und den Veranstaltern richtig gut. Weil im vorigen Jahr ohnehin eine Baustelle anstand, steuerten die Bahnen während des Festes nicht die Limmerstraße an. Das ist diesmal anders; die Rechnung der Üstra an die Aktion Limmerstraße fällt deutlich höher aus. „Sie ist wieder vierstellig“, sagt Üstra-Sprecherin Katja Raddatz. Das Unternehmen setzt 13 Busse für die Umleitung ein. Aber man wolle auch, dass die Party stattfinde, betont Raddatz. Der angesetzte Preis, lobt Holik, sei nicht so hoch, wie zu erwarten sein könnte. „Das ist schon ein großes Entgegenkommen.“

Geschäfte müssten sich beteiligen

Dennoch: Holik muss das Budget höher ansetzen und braucht mehr Unterstützung von den Geschäftsleuten als im Vorjahr. An der Limmerstraße gibt es 105 Geschäfte. Wenn sich mindestens 70 Geschäfte mit jeweils 85 Euro beteiligen, ist das Problem gelöst. Vor allem die Kioske, Cafés, Bistros und Burger-Restaurants stehen auf Holiks Verteiler, über den er um Hilfe bittet. Die Geschäfte der Aktion Limmerstraße sind schon dabei, auch Gastronomen machen vereinzelt mit. Das Notre Dame etwa, das Lindenblatt oder die Pizzamanufaktur. Aber viele wichen Gesprächen aus, kritisiert Holik. Dabei seien es doch vor allem die Wirte, die vom Besucherandrang profitierten. „Und 85 Euro sind dafür extrem kleine Werbekosten.“ Etwa die Hälfte des Budgets soll über diese Pauschale zusammenkommen. Der Rest finanziert sich unter anderem aus freiwilligen Beiträgen der Gewerbetreibenden, aus Standgebühren, Spenden und einem Zuschuss der Stadt.

Einen Tag lang werde auch viel geboten. Livebands, Singer-/Songwriter, Vereine, Clubs vom Bei Chéz Heinz bis Faust und Frosch sowie viele andere Akteure stünden bereit. Holik will, dass das auch diesmal wieder klappt. Er ist optimistisch.

Von Marcel Schwarzenberger

Drohungen nutzen sich ab

Leicht lässt sich Peter Holik nicht aus der Ruhe bringen. Vor ein paar Wochen lebte der Organisator des Fährmannsfests damit, dass bis kurz vor Beginn des Festivals nicht klar war, ob er ein Drittel seines Programms absagen muss – weil zunächst das Fördergeld nicht floss und dann zu viel Regen. Kaum ist das Fährmannsfest glücklich ausgeklungen, erklärt Holik auch das Limmerstraßenfest für gefährdet: Erneut fehle es an Geld.

Holik malt das ultimative Bedrohungsszenario öffentlich an die Wand – die Absage des Festes – um Druck auf die Geschäfte in der Limmerstraße auszuüben, sich an den Kosten zu beteiligen. Recht hat er damit, dass es gerade diese Geschäfte sind, die am meisten vom Fest profitieren. Da sollte jeder 85 Euro investieren können. Und er kann sich rühmen, das Straßenfest in den vergangenen Jahren zu einer Eventmeile aufgepeppt zu haben, die Anziehungskraft weit über den Linden hinaus entwickelt – verknüpft mit dem kultigen Schützenfest.

Unverständlich ist aber, dass Holik alle Mitwirkenden und das Publikum bis wenige Tage vor dem Fest-Termin im Unklaren lässt. Und im nächsten Jahr muss er sich etwas anderes überlegen, um sein Budget einzutreiben. Nichts nutzt sich schneller ab als eine Drohung.

Ein Kommentar von Rüdiger Meise

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