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Linden Ihme-Zentrum: Anwohner machen Druck
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Ihme-Zentrum: Anwohner machen Druck
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00:15 24.08.2016
Von Juliane Kaune
So soll die Fassade aussehen. Quelle: HAZ
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Hannover

„Es gibt seit Jahren nur Absichtserklärungen - von den Investoren und von der Stadt“, sagt Jürgen Oppermann, Vorsitzender der Verwaltungsbeiräte. Er will bewirken, dass die Wohnungsbesitzer ihre Interessen stärker einbringen. In der nächsten großen Eigentümerversammlung, voraussichtlich Anfang September, soll das Thema sein: „Es geht darum, alle unsere rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Mehrheitseigentümer in die Pflicht zu nehmen.“ Auch eine Klage schließt Oppermann nicht aus.

Der israelische Geschäftsmann Amir Dayan, Vertreter der Investorengesellschaft Intown, hatte in der vergangenen Woche seine Pläne für das Ihme-Zentrum erstmals öffentlich vorgestellt - in einer Sitzung im Rathaus, an der Oberbürgermeister Stefan Schostok und Politiker aller Fraktionen teilnahmen. Allerdings konnte Dayan nur virtuelle Versionen einer neuen Fassade präsentieren. Ein Gesamtkonzept für den Gebäudekomplex blieb er ebenso schuldig wie Verträge mit Mietern aus dem Einzelhandel.

"Das ist alles nichts Greifbares"

„Das ist alles nichts Greifbares“, sagt Oppermann. Auch den Versprechungen Schostoks, die Wohnungsbesitzer nicht im Stich zu lassen, traut er nicht. „Nach der Wahl ist das Schall und Rauch.“ Darum will er darauf hinwirken, dass die Anwohner ihrerseits Druck machen. Es gebe rechtsgültige Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft von 2006 und 2007, sagt er. Darin sei festgelegt, dass der Mehrheitseigner im Ihme-Zentrum verpflichtet ist, das „gemeinschaftliche Eigentum wiederherzustellen“. Dazu zählen laut Oppermann Gebäudeteile wie Fassade, Wände und Wege, erklärt der Verwaltungsbeirat, der auch einen Rechtsanwalt eingeschaltet hat.

Rechtliche Lage ist komplex

Die rechtliche Lage sei sehr komplex, sagt Peter Haverkamp, der erst im Mai mit seiner Frau ins Ihme-Zentrum gezogen ist. „Wir bleiben auf jeden Fall verhalten optimistisch. Viele reden jetzt schon so, als sei der Investor pleite. Aber man muss doch erst mal abwarten, was der öffentliche Druck bewirkt.“ Die Stadt hatte Dayan ein Ultimatum gestellt: Bis Ende dieses Jahres muss er belastbare Planungen vorlegen - eine Bedingung, damit die Verwaltung ihre Mietverträge, die ab Ende 2017 auslaufen, verlängert. Andernfalls will sie ihren Auszug aus dem Ihme-Zentrum vorbereiten.

Wohnungen verlieren an Wert

„Mit Drohungen lässt sich nichts erreichen“, meint Klaus Westphal. Der 79-Jährige, seit 1975 im Ihme-Zentrum zu Hause, ist auch skeptisch, welche Mittel die Wohnungsbesitzer haben, ihre Interessen durchzusetzen. „Es gibt zwar die alten Beschlüsse, aber bisher ist damit ja auch nichts passiert.“ Er hat sich damit abgefunden, dass seine Wohnung stetig an Wert verliert. „Ich habe hier vier Jahrzehnte ein schönes Leben gehabt, das ist doch auch was.“

Anwohner wollen Stadt in die Pflicht nehmen

Einige Anwohner spielen ein anderes Szenario durch: Sollte Dayan tatenlos verschwinden und kein Nachfolger auftauchen, könnte am Ende die Stadt in die Pflicht genommen werden. Auch sie ist Eigentümerin im Ihme-Zentrum, ihr gehört die Kita am Ihmeplatz 8b - ein Anteil von 0,24 Prozent. Da eine öffentliche Verwaltung anders als Privatleute kaum Insolvenz anmelden kann, könnte sie als letzte Zahlungspflichtige übrigbleiben.

Um die Zukunft des Ihme-Zentrums geht es auch am Dienstag, 23. August, ab 18 Uhr bei einer Podiumsdiskussion im Capitol, Schwarzer Bär 2. Die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum hat zehn Thesen zur Zukunft des Baus vorgelegt und Vertreter der Ratsfraktionen zur Diskussion eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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